Feuerwehrübung in der Försterei Karrenbusch

 In Forstamt Oerrel, Regionale Presseregion Nordost

Niedersächsische Landesforsten, Freiwillige Feuerwehr und DRK Bereitschaft üben für den Ernstfall

(Oerrel) Am Montag, den 18. November 2019, wird gegen 18:00 Uhr bei den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr Oerrel der Alarm ausgelöst. Die Funkalarmempfänger melden mehrere verletzte Personen im Wald. Der genaue Einsatzort ist unbestimmt.

Die Einsatzkräfte sammeln sich daher am Notfalltreffpunkt HK 31, praktischerweise ist der direkt am Feuerwehrgerätehaus Oerrel. Von dort werden sie von Norbert Voss, Förster im Forstamt Oerrel und Melder des Unfalls abgeholt und zum Unfallort im Wald geführt. Dass es sich um eine Übung handelt ahnen die Feuerwehrleute nicht.

Norbert Voss berichtet: „Ich habe zusammen mit dem Ortsbrandmeister von Oerrel, Tobias Zerbe, die Übung ausgearbeitet. Ziel war die Menschenrettung aus schwieriger Lage. Ich habe die Verletzten entdeckt und die Rettungskräfte vom Notfalltreffpunkt hin zum Unfallort geführt.“

Das geübte Szenario ging von einer Gruppe von drei Menschen im Wald aus, die dort ein Lagerfeuer entzündeten und einen baufälligen Hochsitz bestiegen. Eine der Personen wurde auf dem Hochsitz bewusstlos, bei dem hektischen Rettungsversuch verletzten sich die beiden anderen schwer.

Die Übung hat allen Beteiligten einiges abverlangt. Es ist dunkel, der Einsatzort ist schwer zugänglich. Die Hochsitzleiter ist defekt, eine Person muss aus fünf Meter Höhe geborgen werden. Der Rettungsdienst kümmert sich derweil um die Verletzten am Boden. Zu guter Letzt muss das Lagerfeuer gelöscht werden, damit daraus kein Waldbrand entsteht.

Bei der Abschlussbesprechung bedankt sich Tobias Zerbe bei allen Teilnehmern für die gute Zusammenarbeit und den professionellen Ablauf der Übung. „Das war sehr realitätsnah, alle Teilnehmer haben die Übung hochprofessionell und mit dem nötigen Ernst durchgeführt. Die Aufgaben wurden bei den heutigen Licht-, Gelände- und Witterungsverhältnissen gut gelöst. Wir können aus dieser Übung einige Erkenntnisse für unsere künftige Arbeit ziehen. Deutlich wird, dass die Notfalltreffpunkte sehr gut für unsere Arbeit sind. So gelangen wir schnell an unseren Einsatzort“ resümiert er.

Hintergrund:

Die Niedersächsischen Landesforsten haben landesweit über 2000 Notfall-Treffpunktschilder in einem einheitlichen Design aufgestellt um eine schnelle Hilfeleistung bei Unfällen im Wald zu gewährleisten. Jedes Schild trägt eine individuelle Bezeichnung, die aus der Buchstabenkombination des zuständigen Landkreises und einer Nummerierung des Punktes besteht.

Um eine schnelle Rettung zu garantieren, können in einem Notfall Landesforsten-Mitarbeiter oder Waldbesucher den Einsatzkräften über die Notrufnummer „112“ die Treffpunktbezeichnung durchgeben. Den zuständigen Rettungsleitstellen steht ausführliches Kartenmaterial in papier- und digitaler Form zur Verfügung, was ein zügiges Anfahren des Notfall-Treffpunktes durch Notarzt und Rettungsfahrzeug und von dort eine Weiterführung durch den Anrufer zum Unfallopfer ermöglicht.

Das System der Notfallrettungspunkte wurde ursprünglich für den Forstbetrieb entwickelt. Verunglückt ein Forstarbeiter bei der gefährlichen Arbeit im Wald, so ist es fast unmöglich für den Rettungsdienst auf Anhieb den Unfallort zu finden. Daher gilt bei den Landesforsten der Grundsatz: Gefährliche Arbeiten werden stets von mindestens drei Personen ausgeführt.

Wenn einer einen Unfall erleidet, bleibt der Zweite und leistet Erste Hilfe. Der dritte Forstwirt informiert den Rettungsdienst und trifft sich mit den Sanitätern am nächstgelegenen Rettungspunkt und lotst diese dann direkt an den Unfallort. So werden unnötige Suchfahrten im Wald vermieden und wertvolle Zeit gespart. Das Notfalltreffpunktsystem hat sich bereits bei verschiedenen Arbeitsunfällen in den Landesforsten bewährt. Kein Forstwirt sucht eine Arbeitsstelle im Wald auf, ohne dass der Notfalltreffpunkt in seinem Arbeitsauftrag angegeben ist.

Um im Falle eines Notfalls noch schneller einen solchen Notfalltreffpunkt zu finden, hat die Firma INTEND Geoinformatik GmbH in Zusammenarbeit mit den Landesforsten im Google Play Store die App „Hilfe im Wald“ veröffentlicht. Diese App kann mit Smartphones unter dem Betriebssystem Android kostenfrei genutzt werden. Weitere Informationen zur App und den kostenlosen Download findet man unter http://www.intend.de/produkte/hilfe-im-wald/

Beitragsbild: Bergung eines Verletzten vom Hochsitz. Es gilt eine 75 Kilogramm schwere Puppe zu bergen (Foto: Sierk /Niedersächsische Landesforsten)

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