Buchen leiden unter Wassermangel

 In Forstamt Göhrde, Regionale Presseregion Nordost

Und wer schützt eure Enkel vor der Wüste?

(Göhrde) Auf einem Stumpf einer abgesägten starken Buche findet sich der Slogan „Und wer schützt eure Enkel vor der Wüste?“ Beinhaltet dieser Spruch Kritik an der Baumfällung, Sorge um den Wald oder gar eine Liebeserklärung an den Wald?

Was ist passiert?
In den Wäldern des Forstamtes Göhrde sind in diesem Jahr zahlreiche Buchen abgestorben. Durch die anhaltende Trockenheit sind die Böden bis in zwei Meter Tiefe ausgetrocknet. Besonders betroffen waren die Buchen, sie sind regelrecht verdurstet. Infolge der Trockenheit haben zahlreiche Schadorganismen die bereits geschwächten Bäume befallen. Dieses Phänomen fiel besonders in der Bürgergenossenschaft Bergen auf. Augenscheinlich ist, dass nur Bäume, die auf grund- und stauwasserbeeinflussten Böden des Wendlandes wachsen, gelitten haben. „Insgesamt haben wir auf einer Fläche von rund 500 Hektar solche Absterbe-Erscheinungen beobachtet. Auch im nächsten Jahr steht zu befürchten, dass es damit weitergeht “ erklärt Hergen Knocke, Betriebsdezernent des Forstamtes Göhrde.

Die Buchen reagieren häufig erst zeitverzögert auf Dürrejahre und auch dieses Jahr war viel zu trocken um das Wasserdefizit im Boden auszugleichen. Die rasante Entwicklung stimmt die Försterinnen und Förster der Niedersächsischen Landesforsten besorgt. Auslöser für die Symptome war im extrem feuchten Jahr 2017 die Überstauung der Böden, wodurch Feinwurzeln verfaulten und abstarben, die dann im extrem trockenen Jahr 2018 fehlten. Vielerorts zeigten die Buchen dieses Jahr schon früh welkes Laub, es fehlte an Vitalität, Organismen wie Läuse, Bakterien und Käfern war der Weg bereitet. Vor allem eindringende Pilze haben für ein schnelles Absterben der Buchen gesorgt und dafür, dass sie rasch an Stabilität verlieren. Auch bei schönstem Wetter brachen Äste oder ganze Kronenteile ohne Vorwarnung ab.

Absterbende Buchen stellen so eine große Gefahr dar. Es war nun in erster Linie wichtig, die Verkehrssicherheit entlang von Straßen, Wegen und Pfaden sicherzustellen. „Die Sicherheit der im Wald arbeitenden Menschen, der Waldbesucher und des Straßenverkehrs durch unsere Waldgebiete hatte oberste Priorität“ betont Hergen Knocke.

Die Holznutzung stand nicht im Vordergrund, aber die Waldbesitzer wollten auch einer Holzentwertung der absterbenden Bäume zuvorkommen. Daher wurden im Zuge der Verkehrssicherungsmaßnahmen auch Buchen geerntet um sie zu diesem Zeitpunkt noch gut verkaufen zu können. Das Holz wurde an inhabergeführte Sägewerke im Landkreis Vechta und Müritz verkauft.

Parallel zum Buchensterben haben sich die Forstleute in der Göhrde viele Gedanken für die künftige Waldentwicklung gemacht. In den Wäldern der Göhrde sind in der letzten Pflanzsaison rund eine halbe Million junger Bäume gepflanzt worden. Überwiegend wurden junge Eichen gepflanzt, aber je nach Standort auch Buchen, Lärchen, Tannen, Douglasien und Linden. Es wurde ein klimastabiler Mischwald angelegt, der, hoffentlich, der Zukunft trotzt.

Beitragsbild: Stumpf einer gefällten Buche im Wald der Bürgergenossenschaft Bergen (Dumme). Absterbende Buchen verlieren infolge eindringender Pilze rasch an Stabilität (Fotos: Niedersächsische Landesforsten)

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