Neue Quartiere für Fledermäuse

 In Forstamt Harsefeld, Regionale Presseregion Nordost

Forstamt Harsefeld setzt sich für den Artenschutz ein

(Drangstedt / Harsefeld) Das Forstamt Harsefeld hat im Knüppelholz bei Drangstedt ein altes Trafohäuschen zu einem Sommerquartier für Fledermäuse umgebaut. Es soll als Sommerwochenstube für die Weibchen zur Aufzucht der Jungtiere dienen. Hauke Klattenberg, Förster für Waldökologie, hatte den Umbau federführend geplant, vorbereitet und durchgeführt. Die nun abgeschlossenen Arbeiten fanden in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde Cuxhaven und Martin Büker, dem Fledermausbeauftragten des Landkreises statt.

Das Trafohäuschen im Knüppelholz gehörte zur Außenstelle der Marineortungsschule, die von 1973 bis 1982 hier tätig war. Danach wurden viele Gebäude abgerissen. Ursprünglich konnten drei Hütten als Heimat für Fledermäuse instandgesetzt werden. Leider fielen zwei dieser wichtigen Fledermausquartiere aus ungeklärter Ursache den Flammen zum Opfer, die Erste vor vier Jahren und die Zweite im Februar 2017. Bereits im vergangenen Jahr konnten auf dem Gelände, auch durch das Engagement des Unternehmers Peter Friedrichs von der Firma PitChemie aus Debstedt, neue hölzerne Fledermausquartiere entstehen.

Seit über zwanzig Jahren nutzen Fledermäuse die Gebäude als Sommerquartier und zur Aufzucht ihrer Jungtiere. „Die fliegenden Nachtkobolde sollen nun weitere Ausweichquartiere und geeignete Wochenstuben für die Weibchen vorfinden. Bisher zeigen unsere Bemühungen um den Fledermausschutz hier große Wirkung. Wir stellen eine Zunahme an Exemplaren insgesamt aber auch das Vorkommen verschiedener Arten fest“, erklärt Stefan Brößling, Leiter der Revierförsterei Midlum.

„In den Niedersächsischen Landesforsten sind Natur- und Artenschutz fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit im Wald“, resümiert Hauke Klattenberg. Bei der nachhaltigen Nutzung des Waldes werden flächendeckend alte und starke Bäume einzeln, in Gruppen oder Kleinflächen erhalten. Diese Habitatbäume werden nicht genutzt, sondern ihrem natürlichen Zerfall überlassen. Diese Strukturen dienen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen in der Alterungs- und Zerfallsphase des Waldes. Sie bieten daher auch den hier lebenden Fledermäusen, wie dem Braunen Langohr und der Großen Bartfledermaus, natürliche Sommerquartiere und Wochenstuben.

Hintergrund: Fledermäuse stehen als besonders gefährdete Tierartengruppe im Fokus des Naturschutzes. Sie sind nach dem Bundesnaturschutzrecht streng geschützte Arten und in die europäische FFH-Richtline aufgenommen worden. Diese Tierartengruppe macht die Bedeutung naturschutzverträglicher Forstwirtschaft besonders deutlich. Zwar besetzen die kleinen Säugetiere auch andere Lebensräume, aber der Wald nimmt für die meisten Arten die zentrale Stellung ein: In Baumhöhlen beginnt ihr Leben in den Wochenstuben der Weibchen, als Sommerquartier sind Höhlen und Rindenspalten für fast alle Arten wichtig. Typische Waldfledermäuse sind beispielsweise das Braune Langohr, die Bechstein-, Mops- oder die Rauhhautfledermaus. Die beiden Abendseglerarten überwintern sogar in Baumhöhlen. Selbst ausgesprochene „Gebäudefledermäuse“ wie das Große Mausohr, die Breitflügelfledermaus oder Zwergfledermaus suchen den Wald auf, denn er ist als Jagdrevier wichtig.

Beitragsbild: Im Inneren des Trafohäuschens bieten die auf Lücke aneinandergefügten Bretter Unterschlupf für die Fledermäuse (Fotos: Niedersächsische Landesforsten)

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