Graue Gehörnte Landschaftspfleger in den Landesforsten

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

Tierische Helfer bei der Heidepflege

(Kirchlinteln) Seit dem 13. Januar sind wieder 200 Graue Gehörnte Heidschnucken in der zum Forstamt Rotenburg gehörenden Hügelgräber-Heide bei Kirchlinteln für den Naturschutz im Einsatz. Das Forstamt Rotenburg, die Naturschutzbehörde des Landkreises Verden und der Schäfer Jörk Hehmsoth aus Nindorf sorgen hier für den Erhalt der seit 1935 unter Schutz stehenden Heidefläche.

Die bei Jörk Hehmsoth angestellte Schäferin Sabine Klatt hütet die vierbeinigen Landschaftspfleger für rund eine Woche auf der etwa acht Hektar großen Heidefläche. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Border Collie „Hektor“. Die genügsamen Schnucken stehen ganz im Dienste des Naturschutzes, damit sich die kleine Heidefläche nicht wieder hin zum Wald entwickelt. Die Beweidung hat im Vergleich zur maschinellen Heidepflege einen großen Vorteil, die Hügelgräber als Bodendenkmäler werden bestens geschont.

„Hier ist der Erhalt der offenen Landschaft das Ziel. Der Wald würde sich innerhalb kürzester Zeit diese Flächen zurückerobern. Die Schnucken halten die Heide kurz, sie fressen aber auch Jungkiefern und andere Baumschösslinge. Besonders freut es mich, dass die Schnucken auch die spätblühende Traubenkirsche gerne fressen. Diese invasive Baumart gehört nicht in unsere Landschaft, breitet sich aber rasch aus“, so Michael Müller, Leiter der zum Forstamt Rotenburg gehörenden Revierförsterei Diensthop. Die Beweidung kann andere Pflegemaßnahmen nicht ganz ersetzen. „Zwischendurch sind wir mit eigenen Leuten auf der Fläche um Kiefern- und Birkenaufwuchs zu beseitigen. Diese Arbeit bezeichnen wir als Entkusseln“ erklärt Müller weiter.

Zur Sicherheit für die Schafherde wird darum gebeten, die Leinenpflicht für Hunde unbedingt zu beachten. Während der Nacht ist die Herde in einem Pferch, gesichert mit einem elektrischen Wolfsschutzzaun, untergebracht.

Hintergrund

Die Hügelgräber-Heide ist im Besitz der Niedersächsischen Landesforsten. Sie umfasst ca. acht Hektar Heideflächen und einen Hektar Wald. Das im Jahr 1935 ausgewiesenes Naturschutzgebiet liegt südlich der Ortschaft Kirchlinteln im Landkreis Verden. Neben 18 erhaltenen Hügelgräbern befinden sich in unmittelbarer Nähe Hohlwegspuren, dabei handelt es sich um Zeugnisse alter Handelswege früherer Jahrhunderte. Diese alten Hohlwege, westlich der Hügelgräber-Heide sind als ausgewaschene Rinnen im Wald erkennbar. Sie laufen hier als Wegebündel auf die ehemalige Furt durch den Gibbach, einem kleinen Fließgewässer, zu. Auch die „Bremer Stadtmusikanten“ sollen auf diesem Weg gewandert sein. Daher führt auch der „Stadtmusikantenradweg“ direkt am Naturschutzgebiet vorbei.
Im Naturschutzgebiet herrscht Wegegebot. Hunde sind ganzjährig an der Leine zu führen.

Beitragsbild: Sabine Klatt und Michael Müller im Gespräch. Border Collie „Hektor“ dreht sich gelangweilt ab. (Foto: Sierk / Niedersächsische Landesforsten)

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