Violettes Band im Hegeler Wald

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Fingerhut als Hummelparadies

(Sandkrug/Huntlosen)  Im Hegeler Wald, nahe der Gasförderstelle in Hengstlage, gibt es  derzeit ein besonders Naturschauspiel. Entlang der Wege und der Gasleitungstrasse blühen viele hundert Exemplare vom Roten Fingerhut in ungewohnter Dichte und bieten vor allem den Hummeln über den Sommer einen reich gedeckten Tisch bei der Nektarsuche. Der Fingerhut meidet Kalkböden und liebt saure und stickstoffhaltige Standorte ebenso wie sogenannte Rohböden. Da sind die Bedingungen an den Wegen und der Leitungstrasse im Hegeler Wald ideal. „Wir unterstützen die Aussamung der Fingerhüte ein wenig, indem wir die Wildsamen vor Ort etwas weiter verteilen, als die Natur es kann“, schmunzelt Revierförster Karl-Heinz Pelster von den Niedersächsischen Landesforsten und freut sich über das leuchtende Ergebnis. Er weist aber auch auf die ausgesprochene Giftigkeit des Fingerhutes hin.

Zum Fingerhut

Die Blüten des bis zu mannshohen Fingerhutes sind rot, rosafarben und vereinzelt auch weiß. Er profitiert in den Wäldern vom Nadelholzanbau und von Auflichtungen, aber auch von Freiflächen wie sie derzeit durch Sturm, Trockenheit und Käferbefall in Südniedersachsen zwangsweise entstehen. Die zweijährigen Pflanzen sind im ersten Jahr nur als Blattrosette erkennbar, bevor sie im zweiten Jahr von Juni bis August wie „Leuchttürme auf der Lichtung“ blühen. Die großen hängenden Blüten ziehen besonders Hummeln auf der Nektarsuche an. Sie benutzen das verlängerte Unterteil der Blüte als Landebahn und werden von dem Punktmuster darauf nochmal extra angelockt. Beim Krabbeln in die Blüte streifen sie die Pollen ab. Eine Selbstbefruchtung vermeidet der Fingerhut indem die männlichen Pollen produziert werden, bevor die weibliche Blüte geschlechtsreif ist.

Wer eine Fingerhutblüte regelmäßig beobachtet, kann sehen, wie die Blüten nacheinander von unten nach oben für etwa eine Woche blühen, bevor sich die Samenkapseln bilden.

Der Fingerhut zählt zu den giftigsten heimischen Wildpflanzen. Alle Pflanzenteile sind für Menschen und auch Tiere tödlich giftig. In dosierter Form sind die Inhaltsstoffe eines der ältesten und wirksamsten Herzmedikamente.

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