Boikenapel und Pastorenbirne als Streuobst

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Neue Streuobstwiese am Freidorfer Holz

(Bassum-Neubruchhausen) Eine Wiese im Hachetal südlich von Neubruchhausen wurde jetzt mit Streuobst ökologisch aufgewertet. „Wir mussten einen Forstwegeausbau naturschutzrechtlich ausgleichen und haben uns in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde für die Pflanzung von Obstbäumen entschieden“, so der zuständige Revierförster Uwe Niedergesäss von den Niedersächsische Landesforsten aus Memsen. Achtzehn alte Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschensorten, darunter der bremische Boikenapfel, wurden jetzt von der Baumschule Wolters aus Syke gepflanzt.

Die Hochstämme bedecken erst ein Zehntel der etwa 15.000 Quadratmeter großen Wiese. Für Kerstin Geier, die im Forstamt Nienburg die Naturschutzprojekte betreut, werden so Artenvielfalt und Kulturlandschaft gefördert: „Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Kulturbiotopen. Wir wollen in den nächsten Jahren weitere Obstbäume setzen, eine Hecke am Randweg anlegen und werden die Wiese extensiv pflegen. Ein Teil bleibt jährlich ohne Mahd um spät blühende Pflanzen zu fördern und Deckungsmöglichkeiten für Kleintiere zu erhalten“, skizziert die Naturschutzförsterin die weitere Planung.

In der Umgebung pflegen die Niedersächsischen Landesforsten weitere Streuobstwiesen im Revier Harbergen auf einem halben und um das Forsthaus in Memsen auf anderthalb Hektar.

Hintergrund:

Der Obstanbau außerhalb von Gärten und Dörfern nahm erst im 17. und vor allem 18. Jahrhundert einen deutlichen Aufschwung. Vorarbeit hatten unter anderem die Klöster im Mittelalter geleistet, die in ihren Klostergärten viel neue dem jeweiligen Klima angepasste Obstsorten züchteten. Der „Obstbau in Streulage“ war weit verbreitet, die sogenannte Unternutzung des Grasaufwuchses erfolgte durch Beweidung oder Heumachen.

Mit der Intensivierung der Landnutzung und der Abnahme der Selbstversorgung verschwand das Streuobst aus vielen Landschaften. Für die Artenvielfalt haben Streuobstwiesen einen hohen Stellenwert. Die licht- und wärmedurchfluteten Streuobstflächen bieten in mehreren Stockwerken Nahrungs-, Lebens- und Brutraum. Bis zu 5.000 Pflanzen- und Tierarten kommen für den Lebensraum infrage.

Fotos und Text zum Download.

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