Waldumbau in den “Ruthenwiesen” nimmt Fahrt auf

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Nadelbaumforste werden naturnahe Laubwälder

(Ahlhorn/Emstek/Großenkneten) Die ökologische Aufwertung des Ausgleichsflächenpools „Bei den Ruthenwiesen“ nordöstlich der Ahlhorner Teiche nimmt Fahrt auf. Die mit Geldern aus Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen finanzierte Entwicklung zu einer naturnahen Landschaft aus Laubwald mit Moor-, Heide und extensiv genutzten Wiesen hat jetzt mit der starken Auflichtung erster Nadelwaldbestände begonnen. „Unter anderem die Verträge zum Ausgleich von Natureingriffen durch den Ausbau der Bundesstraße 213 (E233) sind jetzt abgeschlossen. Daher werden wir in den nächsten zehn Jahren den Waldumbau in den Ruthenwiesen durchführen“, so Björn Staggenborg vom Forstamt Ahlhorn. Der Förster entwickelt für die Niedersächsischen Landesforsten in verschiedenen Ausgleichsflächen in Weser-Ems vor allem naturnahe Wald- und Heidelandschaften.

Derzeit lichtet eine Holzerntemaschine einen 50-jährigen Douglasien-Reinbestand so stark auf, dass anschließend Buchen für den künftigen Laubwald darunter gepflanzt werden können. „Ein Schirm aus einigen verbleibenden Douglasien gibt den Buchensämlingen den nötigen Schutz. Bis die Laubbäume groß sind, wird der Wald für einige Jahre dort ungewohnt offen erscheinen“, erläutert Staggenborg den starken Eingriff in den Wald. Die zwei Hektar große Douglasienfläche wird überwiegend zu sogenanntem „bodensaurem Buchenwald“ entwickelt. An den Wegerändern entsteht ein fünfzehn Meter breiter Saum mit Weidenarten und verschiedenen Sträuchern. „Schmetterlingsarten wie der große Schillerfalter und der C-Falter sind auf die Weiden angewiesen, die Sträucher nützen insbesondere der Insekten- und der Vogelwelt“, erläutert Jann Mumme. Der junge Förster unterstützt Staggenborg in dem immer umfangreicheren Aufgabengebiet.

Ein Ziel im Gebiet ist der Umbau von zwei Dritteln der Fläche von Nadelholzforsten zu naturnahen Laubwäldern. „Dazu reicht es allerdings nicht aus einfach junge Laubbäume zu pflanzen. Damit sich möglichst naturnahe, ökologisch hochwertige Laubwälder entwickeln, werden die Entwässerungsgräben und Drainagesysteme im Poolbereich zurückgebaut“, erläutert Staggenborg die weitere Planung. Auf diese Weise wird der natürliche Wasserhaus wiederhergestellt, wovon viele Pflanzen- und Tierarten profitieren. Je nach Bodenstandort wird sich der Wald künftig aus Erlen-Birken-Wälder, Stieleichen- und auch Buchenwaldgesellschaften zusammensetzen. Einige kleinere Arbeiten und Eichenpflanzungen wurden bereits durchgeführt. Jetzt beginnen die Arbeiten an den größeren Nadelbaumkomplexen.

Hintergrund:

Der Kompensationsflächenpool „Bei den Ruthenwiesen“ ist 85 Hektar groß. Er wurde vor sechs Jahren konzipiert und bereits im August 2015 Vertretern der Gemeinde Großenkneten und der Öffentlichkeit vorgestellt. Er grenzt direkt an das Naturschutzgebiet der Ahlhorner Teiche an und soll die naturnahe Landschaft erweitern.

Kommunen, Investoren und Behörden können hier naturschutzrechtlichen Ausgleich für Eingriffe in den Naturhaushalt durch ihre Vorhaben schaffen. Die Landesforsten werten die Gebiete nach mit der Naturschutzbehörde abgestimmten Planungen auf, führen die Arbeiten durch und garantieren für den künftigen Bestand der ökologischen Verbesserungen.

Schon 2015 wurde eine drei Hektar große Heidefläche um einen Hektar vergrößert. Vorhandenes Grünland wird extensiviert. Feuchtgebüsche und Sumpfbiotope werden erhalten und gepflegt.

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