Vom Baum zum Spezialwerkzeug

 In Forstamt Göhrde, Regionale Presseregion Nordost

Niedersächsische Landesforsten liefern ausgesuchtes Weißbuchenholz aus frischem Holzeinschlag zur Herstellung von Spezialwerkzeugen für Tischler und Innenausbauer

(Göhrde / Clenze) Hergen Knocke, stellvertretender Leiter des Forstamtes Göhrde und Matthias Diephaus, Geschäftsführer einer Firma die Spezialwerkzeuge für Tischler und Innenausbauer herstellt, haben sich am 27. Januar im Forstort Gain bei Clenze in der Revierförsterei Wustrow getroffen. Ziel ihres Ortstermins war die Auswahl einzelner zur Ernte anstehender Hainbuchen, die auch als Weißbuchen bekannt sind.

Die Niedersächsischen Landesforsten schlagen ihr Rundholz aus heimischen Wäldern üblicherweise erst, wenn ein Kaufvertrag vereinbart wurde. In diesen Verträgen ist genau beschrieben, wie das Holz für den jeweiligen Kunden beschaffen sein muss. Die Vertragspartner müssen sich nicht vorher im Wald treffen, um sich die zu fällenden Bäume vor Ort anzusehen. Hergen Knocke erklärt: „Bei besonderen Anforderungen an die Qualität, Frische und Ausformung des Holzes oder bei Baumarten, die seltener auf den Markt kommen, ist es manchmal anders. Forstleute und Holzkäufer treffen sich dann im Wald um die noch stehenden, zur Ernte vorgesehenen Bäume gemeinsam anzusehen und zu entscheiden, welcher Baum den Kundenansprüchen gerecht wird. So können wir gewährleisten, dass das geschlagene Holz einer optimalen Verwendung zugeführt wird“.

Matthias Diephaus betont: „Wir benötigen das Hainbuchenholz für die Herstellung von Klemmzwingen, das sind Spezialwerkzeuge für Tischler und Innenausbauer. Mir ist es wichtig, mich sehr sorgfältig beim Frischholzeinkauf mit den Forstleuten vor Ort abzustimmen um später eine hohe und gleichmäßige Qualität unserer Endprodukte zu gewährleisten“.

Obwohl die Hainbuche zur Familie der Birkengewächse zählt, hat sie anders als die Birke, das härteste und schwerste heimische Holz. Diese Eigenschaft hat der Hainbuche im Volksmund auch den Namen Eisenbaum eingebracht. Das Holz wird wegen seiner Dichte und Härte überwiegend für die Herstellung besonderer Holzprodukte verwendet. Dazu gehören zum Beispiel Spezialwerkzeuge, Zwingen, Hobelsohlen, Werkzeughefte oder Hackblöcke. Im Klavierbau verwendet man es für die Hämmer. Die früheren Einsatzbereiche waren noch weit umfangreicher, damals wurde es für Webstühle, Zahnräder, Zollstöcke, Schuhleisten und in der Stellmacherei zur Herstellung von Holzrädern gebraucht.

Beitragsbild: Die ausgewählte Hainbuche wird fachgerecht von Forstwirt Philipp Steckel gefällt und in verschiedene verkaufsfähige Sortimente zerteilt. Der gefällte Baum hat ein Alter von 99 Jahren und einen Stamm- Durchmesser von 56 Zentimetern in 1,30 Metern Höhe über den Boden gemessen (Fotos: Hergen Knocke / Niedersächsische Landesforsten)

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