Douglasien-Samenplantage „Humptulips“

 In Forstamt Harsefeld, Regionale Presseregion Nordost

Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt erntet Douglasien-Reiser

(Harsefeld) In der vergangenen Woche fanden im Forstamt Harsefeld, in der Revierförsterei Rüstje, Erntearbeiten in der Douglasien-Samenplantage „Humptulips“ statt. Eine ungewöhnliche Zeit und Maßnahme. Normalerweise werden die Zapfen der Douglasie im Herbst geerntet um aus dem wertvollen Saatgut Pflanzen für den Erhalt unserer Wälder anzuziehen.

In der vergangenen Woche jedoch haben Mitarbeiter der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) und der Firma Jan Culemann, einer Fachfirma für Saatguternte, keine Zapfen, sondern kurze Douglasien-Triebe geerntet. Diese einjährigen Douglasien-Triebe, sogenannte Reiser, wurden in einer Höhe bis zu 35 Metern aus den Baumkronen der Douglasien geschnitten.

Die Reiser dienen der ungeschlechtlichen Vermehrung der wertvollen Douglasien aus der Samenplantage. Sie werden, wie es auch im Gartenbau bei der Veredelung von Rosen- oder Obstgehölzen üblich ist, auf eine bewurzelte unedle Unterlage gepfropft. Im Prinzip handelt es sich um eine Transplantation eines Pflanzenteiles auf eine andere Pflanze. Da beim Veredeln ein genetisches Individuum vervielfältigt wird, handelt es sich dabei um eine traditionelle Form des Klonens. Ziel ist der Aufbau einer genetisch identischen zweiten Samenplantage um den gewachsenen Bedarf an hochwertigem Douglasien-Saatgut auch in Zukunft decken zu können.

Die Samenplantage „Humptulips“ wurde 1979 angelegt. Sie ist eine zugelassene Samenplantage, die regelmäßig beerntet wird um aus dem kostbaren Saatgut junge Bäume zu erziehen, die später die neue Waldgeneration in den heimischen Wäldern bilden sollen.

„Samenplantagen helfen dabei den wachsenden Saatgutbedarf zu decken. Zurzeit ist jeder Zapfen Gold wert. Samenplantagen lassen sich leichter beernten, haben eine größere genetische Vielfalt als normale Erntebestände und dadurch haben ihre Nachkommen eine höhere Anpassungsfähigkeit in Bezug auf den Klimawandel“ erklärt Meinolf Lau, Mitarbeiter bei der NW-FVA. „Die Regelungen schreiben vor, dass eine Douglasien-Samenplantage aus mindestens 40 genetisch verschiedenen Klonen bestehen muss. Davon müssen bei der Saatguternte mindesten 20 Klone beerntet werden um die genetische Vielfalt in der Nachkommenschaft zu sichern. Bei natürlichen Saatgutbeständen ist die genetische Vielfalt sehr viel enger, im Saatgutbestand „Humptulips“ haben wir sogar 120 verschiedene Klone“ so Meinolf Lau weiter.

Hochwertiges und leistungsfähiges Forstvermehrungsgut ist enorm wichtig für die Schaffung stabiler und klimaangepasster Wälder. Dafür ist es wichtig, dass die Bäume, die gepflanzt werden optimal an den Standort angepasst sind. Das bedeutet, Douglasien werden nur da gepflanzt wo sie auch optimal wachsen können.

Die Douglasie gilt im Zuge des Klimawandels als echte Anbau-Alternative zur Fichte und zur Kiefer. Sie kann auf vielen Standorten gedeihen, da sie eine hohe Toleranz gegenüber Wassermangel hat und keine hohen Nährstoffansprüche an den Boden stellt. Ihr Herzwurzelsystem dringt tiefer in die Waldböden ein und macht sie dadurch sturmfester als die Fichte.

Beitragsbild: Mit Hilfe einer bis auf 35 Meter ausfahrbaren Hubarbeitsbühne können die Douglasien-Reiser aus den Baumkronen geholt werden. (Fotos: Sierk/ Niedersächsische Landesforsten)

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