Niedersächsische Waldpädagogen bilden sich fort

 In Forstamt Ahlhorn, Forstamt Neuenburg, Regionale Presseregion West, WPZ Weser-Ems

Warum braucht es ein Spiel zum Reh und wie geht es dem Wald?

(Aurich) Siebzig Waldpädagogen und Waldpädagoginnen aus ganz Niedersachsen trafen sich am Wochenende im Europahaus in Aurich zu ihrer jährlichen Fortbildungstagung. „Selbstorganisiertes Lernen und Erfahrungs- und Ideenaustausch sind das Prinzip der Treffen“, erzählt Försterin Wibeke Schmidt der Niedersächsischen Landesforsten aus Neuenburg, die auch selbst Waldpädagogin ist.

Die Information über die aktuelle Situation der Wälder hatte in diesem Jahr einen deutlichen Schwerpunkt. So waren die Teilnehmer mit Revierförster Gerd Dählmann (Hesel) im Ihlower Wald. Förster Tido Bent stellte die Renaturierung im Plaggenburger Moorwald vor und der Göttinger Forstprofessor Christian Ammer setzte sich kritisch mit Deutschlands bekanntestem Förster, Peter Wohlleben auseinander. Der regionale Pressesprecher der Landesforsten, Rainer Städing, diskutierte mit den Teilnehmenden die Situation der Wälder im Klimastress.

Waldpädagoge Matthias Bergmann von den Ihlower Klosterwaldfreunden schätzt den gegenseitigen Austausch „Wir Waldpädagogen sind so unterschiedlich und haben sehr verschiedene Schwerpunkte. Wir können enorm viel voneinander lernen und neuen Input für die eigene Arbeit bekommen“. Seine Motivation als Waldpädagoge ist es, Naturbegeisterung zu wecken. „Der viel beklagten Naturentfremdung aber auch der nachlassenden Motorik können wir mit unseren Angeboten im Wald entgegenwirken.“

Auch die Anregungen für bewegte Touren mit allen Altersgruppen kamen nicht zu kurz. So bot die langjährig erfahrene Christiane Neugebauer aus Braunschweig einen Spiele-Workshop an. „Die Hirnforschung hat bestätigt, was wir schon immer geahnt haben: Spielen und Lernen sowie das praktische Ausprobieren und Erfahren sind wichtige Bausteine nicht nur für kindliche Lernprozesse.“ So tobten denn ausgewachsene Waldpädagogen durch den Garten des Europahauses, um Spielanregungen für ein bewegtes Lernen im Wald zunächst an sich selbst auszuprobieren, bevor es an das theoretische Vertiefen und Weiterentwickeln der Spielideen ging.

Hintergrund

Etwa 500 Waldpädagoginnen und Waldpädagoginnen und -pädagogen haben die Niedersächsischen Landesforsten in den letzten 10 Jahren im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums fortgebildet und zertifiziert. Davon sind zweihundert in den Wäldern der Landesforsten im Einsatz. Angefordert werden sie von den elf niedersächsischen Waldpädagogikzentren (WPZ), die die Umweltbildung im Wald mit Schulen, Kindergärten und anderen Einrichtungen koordinieren und viele Veranstaltungsnachfragen an die Waldpädagogen weitergeben.

„Wir haben 2019 fast 94.000 Kinder und Jugendliche zu Tagesveranstaltungen in unseren Wäldern gehabt“, weiß Jens Stengert als Zuständiger in der Betriebsleitung der Landesforsten in Braunschweig. „Das bedeutet eine Zunahme um 25 Prozent in den letzten fünf Jahren, die nur mit Hilfe der vielen engagierten nebenberuflichen Waldpädagogen zu leisten war.“ Ansprechpartner findet man unter landesforsten.de  oder für die Region bei wpz-weser-ems.de

Text und Fotos zum Download hier.

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