Pflanzaktion im Ahewald

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

Freiwillige Helfer der Naturpädagogik Rotenburg e.V. pflanzen 200 Rotbuchen in der Südlichen Ahe

(Rotenburg) Am 27. Februar haben zehn junge und eifrige Helfer der Naturpädagogik Rotenburg e.V. zusammen mit ihrer Gruppenleiterin Ellen Keusen im Forstamt Rotenburg der Niedersächsischen Landesforsten 200 Rotbuchen gepflanzt. Die Waldgruppen der Naturpädagogik Rotenburg treffen sich einmal wöchentlich für unterschiedliche Aktionen im Ahewald. Im Rahmen einer ihrer Waldaktionen trafen sich Ellen Keusen und Tobias Gebers, Leiter der Revierförsterei Spange, zufällig und kamen ins Gespräch. Aus dem Gespräch entwickelte sich die Idee einer gemeinsamen Pflanzaktion.

In der Südlichen Ahe, einem direkt an Rotenburg angrenzendem Revierteil, wurden im Januar bereits alte erntereife Kiefern gefällt. Nachdem Stämme und Reisig von der Fläche geräumt waren, wurde der Boden streifenweise vorbereitet, um ein optimales Pflanzbett vorzubereiten. Tobias Gebers hat die Arbeiten exakt geplant und vorbereitet. „Insgesamt sollen hier 1900 Rotbuchen und genauso viele Douglasien gepflanzt werden. Ich habe die Pflanzfläche und den Pflanzverband anscheinend sehr präzise berechnet, denn die bestellten Pflanzen passen exakt auf die Fläche“, freut sich Gebers.

Die Pflanzarbeiten wurden von Heino Wilkens, Forstwirtschaftsmeister im Forstamt Rotenburg zusammen den Auszubildenden, die den Beruf des Forstwirts erlenen, angeleitet und geduldig erklärt: „Ganz wichtig ist, dass die Wurzeln der jungen Bäume bei der Pflanzung nicht gestaucht werden. Wir graben das Pflanzloch mit einem Hohlspaten. Dieser ist speziell zum Setzen junger Bäume entwickelt worden. Das Pflanzloch muss groß genug sein, damit die Setzlinge ein stabiles Wurzelsystem ausbilden können. Die Bäume sollen schließlich viele Jahrzehnte gesund und stabil wachsen können“, so Heino Wilkens. Bei bestem Pflanzwetter hoben die Kinder mit viel Eifer die Pflanzlöcher aus und setzten die jungen Bäume in den Waldboden ein. Durch die Kinder wurden an dem Nachmittag insgesamt 200 Rotbuchen gepflanzt.

Ellen Keusen freut sich über diese Pflanzaktion: „Der Wald ist der optimale Spiel- und Entwicklungsraum für Kinder: Hier können sie entdecken und erforschen, finden unzählige Bewegungsanreize, haben Raum und bestenfalls Zeit, um ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen, ihre Kreativität zu entwickeln und natürlich ihre Sinne zu trainieren. Daher bieten wir unseren Waldgruppen die regelmäßigen Treffen in der Natur an. Dass wir jetzt die Möglichkeit hatten, selber Bäume zu pflanzen und künftig zu beobachten, wie sich diese in den nächsten Jahren entwickeln ist ein nachhaltiges Erlebnis für uns alle.“

Zum Abschluss der Pflanzaktion erklärt Tobias Gebers warum diese Maßnahme so wichtig für die künftige Waldentwicklung ist: „Wir haben hier keinen Kahlschlag gemacht. Die alten Bäume, die hier noch stehen, habe ich vorher mit weißer Farbe markiert, damit sie nicht gefällt werden. Dieser sogenannte Überhalt ist als Schutz für die jungen Bäume wichtig, die wir jetzt gepflanzt haben. Die alten verbliebenen Kiefern bieten den jungen Bäumen in der Anwuchs- und Jugendphase Schutz vor zu viel Sonne. So beschirmt kann der Nachwuchs bestens gedeihen. Auf diese Weise wird der ehemalige reine Kiefernwald langsam in einen klima- und standortangepassten Mischwald umgewandelt“.

Hintergrund: Der Waldumbau ist in den Niedersächsischen Landesforsten in vollem Gange. Bereits seit fast 30 Jahren wird der Wald der Niedersächsische Landesforsten konsequent nach den Grundsätzen der langfristigen ökologischen Waldentwicklung – kurz LÖWE- bewirtschaftet. Im Jahr 1991 wurde das LÖWE-Programm von der Niedersächsischen Landesregierung verabschiedet. Gemäß dem Programm werden ältere Nadelwälder systematisch mit klima- und standortangepassten Baumarten wie Buche und Roteiche aber auch mit Douglasie oder anderen standort- und klimaangepassten Bäumen unterpflanzt; für eine Mischwaldvermehrung und einen auf Dauer vitalen Wald. An vielen Stellen findet sich zudem natürliche Verjüngung von Fichte, Lärche, Weißtanne, Douglasie und auch Kiefer ein und ermöglicht auf diese Weise einen abwechslungsreichen Wald. Die langsame Nutzung der Altbäume über dem nachwachsenden Jungwald ergibt zudem ein abwechslungsreiches Waldbild. „Markante Bäume und ein Teil der Altkiefern, die ja auch Zeitzeugen aus der Wiederbewaldungsphase sind, bleiben auf jeden Fall auf der Fläche stehen“, beschreibt Tobias Gebers den Erhalt von sogenannten Habitatbäumen für den Naturschutz und von landschaftsprägenden Bäumen für ein harmonisches Waldbild.

Beitragsbild: Gruppe der Naturpädagogik Rotenburg e.V. zusammen mit den Mitarbeitern des Forstamtes Rotenburg. Im Bild 1: Ellen Keusen ganz links; Tobias Gebers ganz rechts und Heino Wilkens dritter von rechts (Fotos: Sierk/ Niedersächsische Landesforsten)

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