Dünne Kieferpfähle sichern Gewässer

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Revier Sandkrug deckt Nachfrage

(Ahlhorn/Sandkrug/Emsland). In dieser Zeit, in der wegen des Überangebotes an Käferholz nur wenig Nadelholz absetzbar ist, freut sich Revierförster Karl-Heinz Pelster von den Niedersächsischen Landesforsten über eine besondere Nachfrage. Eine Firma aus Lähden im Emsland benötigt dünne Kiefernpfähle von lediglich sieben bis zwölf Zentimeter Stärke als sogenanntes Wasserbauholz. Für die Firmeninhaber Michael Cordes und Hermann Düing ist die dünne Kiefer dafür gut geeignet: „Der ungeschälte Pfahl ist durch die umgebende Bastschicht resistenter als gesägtes Holz. Das Holz aus Sandkrug wird sortiert, angespitzt und in verschiedenen Längen zur Uferbefestigung verwendet. Aktuell beliefern wir gerade einen Wasserverband im Lüneburgischen.“ Aber auch zum Küstenschutz in Ostfriesland und auf den Ostfriesischen Inseln dienen die dünnen Kiefern. Sie sind die Stützpfähle bei der Herstellung sogenannter Buschkisten im niedersächsischen Wattengebiet.
Für Karl-Heinz Pelster, der die Revierförsterei Sandkrug leitet, ist das eine gute Gelegenheit langsam wachsende Waldflächen im „Oldenburger Sand“ bei Sandhatten zu pflegen. „Die Kiefern wachsen auf ziemlich armem Sand, sind nach dem 1972er Sturm gepflanzt und sind für normales Nutzholz eigentlich noch zu dünn.“ so Pelster, der die Kiefern jetzt auf 70 Hektar aufgelichtet hat. Etwa 550 Raummeter Kiefernpfähle mit zwei Meter Länge will Pelster liefern. Das sind etwa 25.000 Stämmchen, die in Lähden im Emsland in verschiedene Längen von sechzig Zentimeter bis zu zwei Meter Länge zerteilt werden, bevor sie in ganz Norddeutschland ihren Platz an Gewässern finden.

Win-Win-Situation zusammen mit Tierstreu

Für den Förster hat diese Waldpflege einen weiteren Vorteil. „Die ebenfalls anfallenden etwas stärkeren Kiefernhölzer werden in Goldenstedt im Landkreis Vechta zu hochwertiger Tierstreu gehobelt und geben zusammen mit zerspantem Fichtenholz eine hochwertige helle Tierstreu, die unter anderem in den Emiraten gesucht ist. „Für uns ist das eine Win-Win-Situation: Die durchforsteten Kiefern können nun zu hochwertigen Bäumen weiterwachsen und wir erzielen gleichzeitig einen überdurchschnittlichen Erlös. Geld, dass die Landesforsten auch für den Wiederaufbau der zerstörten Wälder besonders in Südniedersachsen einsetzen“, freut sich Stefan Grußdorf vom Forstamt Ahlhorn.

Firma kombiniert Rundholzspedition mit Wasserbauholz

Die Firma Cordes und Düing, Transporte und Holzhandel im emsländischen Lähden transportiert eigentlich Rundholz. „Das Holz für Uferbefestigungen wird hauptsächlich von März bis Juni nachgefragt und lässt sich gut mit dem Rundholztransport kombinieren. Mit drei Mitarbeitern sortieren wir das Wasserbauholz, sägen die bestellten Längen und spitzen das Holz an. Alle Arbeiten erledigen wir in körperlich anstrengender Handarbeit, weil eine Automatisierung wirtschaftlich nicht zielführend ist“, erläutert Firmenmitinhaber Michael Cordes den Arbeitsprozess. Außerdem stellt die Firma auch Spaltpfähle aus Eichen her, die teilweise ebenfalls im Forstamt Ahlhorn erworben werden. Die angespitzten Spaltpfähle aus 20 – 30 cm dicken Eichenstämmen dienen als Weidezaunpfähle zum Beispiel entlang der Deiche oder bei Flurbereinigungen. „Wir liefern Spaltpfähle bis Hamburg, Hannover und ins Ruhrgebiet“, so Cordes. Zu den Pfählen liefert die Firma auch sogenannte Faschinen (Reisig-Rutenbündel) für Ufer- und Küstenbefestigung, die überwiegend aus dünnen Traubenkirschen gebunden werden. Von diesem aus Nordamerika stammenden Baum mit seinem zähen Reisig gibt es im Emsland genug, hat er sich als Neophyt doch in sehr vielen Kiefernwäldern stark ausgebreitet.

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