Klimakönner Roteiche zieht im Vorwerk ein

 In Forstamt Harsefeld, Regionale Presseregion Nordost

Pflanzsaison im Forstamt Harsefeld

(Bremervörde / Harsefeld) In dem Waldgebiet Vorwerk südlich von Bremervörde pflanzen die Niedersächsischen Landesforsten in diesem Frühjahr Roteichen. Eine Baumart, die besser an den Klimawandel angepasst ist. In den vergangenen zwei Jahren kam es durch Stürme und in der Folge von Trockenheit und Borkenkäferbefall zum flächigen Ausfall von Fichten im Forstort Vorwerk. Auf der hier entstandenen fast fußballfeldgroßen Freifläche werden nun Bäume gepflanzt, die den Wald der Zukunft stabiler machen.

Förster Sigfried Rakowitz, Leiter der Revierförsterei Bevern im Forstamt Harsefeld, hat sich bewusst für die Pflanzung der Roteiche entschieden. Er erklärt: „Die Wahl für die zukünftige Baumgeneration fiel auf die aus Amerika stammende, bereits seit über 100 Jahren erfolgreich in Europa angepflanzte Roteiche. Nach bisherigen Erfahrungen scheint sie klimastabil und enorm anpassungsfähig zu sein. Die im Vorwerk überwiegende mittlere Nährstoffversorgung und die Bodenbeschaffenheit kommen ihr sehr entgegen.

Im Gegensatz zur Fichte, einer klassisch flachwurzelnden Baumart, verfügt die Roteiche über ein ausgeprägtes Herzwurzelsystem. Das bedeutet eine bessere Durchwurzelung des Bodens, die Erreichbarkeit von Wasser auch in tieferen Schichten und eine deutlich höhere Sturmfestigkeit“.

Auf der 0,9 Hektar großen Fläche wurden Mitte März die etwa ein Meter hohen Bäume mithilfe eines Baggers gepflanzt. Dieses Verfahren bietet sich für Jungpflanzen mit üppigem Wurzelsystem und ab einer Größe von 80 Zentimeter an. Der Bagger sticht mit dem speziellen Anbau-Pflanzspaten in den Boden ein, öffnet damit das Pflanzloch und ein Pflanzer schwingt die Pflanze in das geöffnete Loch, welches der Bagger dann sofort durch leichtes Andrücken schließt. Entscheidend für die Wahl dieses Pflanzverfahrens ist, dass die Wurzeln nicht beschnitten werden müssen, was hier bei einer Handpflanzung nötig gewesen wäre. Das Wurzelsystem der Roteiche bleibt so erhalten. Dadurch wachsen die jungen Bäume besser an, können sich schneller entwickeln und das Wurzelsystem sorgt für eine dauerhafte Standfestigkeit der Bäume. Der stabile Wald von Morgen entsteht.

Förster Rakowitz weist noch auf eine Besonderheit der neu angepflanzten jungen Bäumchen hin: „Waldbesucher wundern sich vielleicht darüber, dass die jungen Roteichen einen weißen Überzug haben. Dies bedeutet keineswegs, dass die Pflanzen krank sind. Wir haben die Bäumchen mit einem natürlichen und ungiftigen Schutz, der auf Schafwollfett basiert, eingesprüht. Damit sind sie für ein Jahr gegen den Verbiss durch die dort heimischen Rehe geschützt und wir können auf den Bau eines Zaunes verzichten“.Aufgrund des Klimawandels und der daraus resultierenden Schäden am Wald sind landesweit viele Freiflächen in den Wäldern entstanden. Besonders der Harz und der Solling sind davon betroffen. Die Niedersächsischen Landesforsten haben Schwerpunkte gebildet, um die besonders vom Borkenkäfer und Windwurf betroffenen Gebiete schnell wieder aufzuforsten. Im Forstamt Harsefeld werden daher in diesem Jahr 95.000 junge Bäume gepflanzt. In normalen Jahren werden hier durchschnittlich 400.000 Pflanzen in die Erde gebracht.

In den Niedersächsischen Landesforsten werden bis Ostern insgesamt circa 4,5 Mio. Bäume gepflanzt, damit auf den geschädigten Waldflächen ein stabiler, standort- und klimaangepasster Wald von morgen heranwachsen kann.

Beitragsbild: Der Bagger, ausgerüstet mit einer speziellen Pflanzgabel, übernimmt das Ausheben und verschließen des Pflanzloches (Fotos: Lea Großpietsch/Niedersächsische Landesforsten)

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