Landesforsten spenden Douglasienbaum aus Bismarcks Zeiten

 In Regionale Presseregion Süd

Die Poeler Kogge erhält neuen Mast aus Spitzenholz

(Riefensbeek) Seine Krone ist über 50 Meter hoch und überragt andere Bäume um Längen. Sein Stamm steht schnurgerade und misst selbst in 30 Meter Höhe noch einen halben Meter Durchmesser. Solche Traummaße weisen nur wenige Bäume in Deutschland auf, die Douglasien aus Rehhagen im Südharz gehören dazu. Einer der Superbäume soll – wie schon 2003 – der Mastbaum einer Kogge aus dem Mittelalter werden.

Mastbaum für den Nachbau einer Ostsee-Kogge von 1354

Knapp 140 Jahre alt sind hier zwischen Osterode und Herzberg die besonderen Bäume, die Forstleute zu Versuchszwecken 1882 am Harzrand anpflanzten. Damals regierte noch Reichskanzler Bismarck, der ein Freund und Förderer der Baumart aus Nordamerika war. Eine Douglasie aus dieser ältesten Versuchsfläche in Nordwestdeutschland löst jetzt ihre Vorgängerin ab. Der erste Mastbaum stammte ebenfalls aus dem Waldbestand nahe Lonau. Vor 17 Jahren wurde sie am gleichen Ort gefällt und diente seitdem der Poeler Kogge von 1354 als seetüchtiger Mast. Der Nachbau der mittelalterlichen Kogge segelt noch immer von Wismar aus durch die Ostsee. Ihr Segel misst 276 Quadratmeter, aus Sicherheitsgründen wird nun der erste Mast ausgetauscht.

Douglasien sind Trendbäume und gelten als Klimaretter

„Die Niedersächsischen Landesforsten spenden den Baumstamm an den Förderverein Poeler Kogge. Das vielseitig einsetzbare Holz der Douglasie erlebt seit Jahren einen Aufwärtstrend. Die Douglasie hat sich bei uns bewährt und leistet bei der Wiederbewaldung der vertrockneten und vom Borkenkäfer geschädigten Wälder in Mischung mit anderen Baumarten einen wertvollen Beitrag“. Sagt Dietmar Sohns, Betriebsdezernent vom Forstamt Riefensbeek. Die Nadelbaumart sei wissenschaftlich gut erforscht und gelte als klimaangepasst. Sie wachse schneller und binde daher auch mehr CO2 aus der Atmosphäre als Fichten oder Buchen und sei standhafter bei Stürmen und widerstandfähiger gegenüber Trockenheit, so Förster Dietmar Sohns.

Forstamt Riefensbeek hütet seine wertvolle Schätze und sorgt für Nachzucht

Das Forstamt Riefensbeek hütet seine wertvollen Schätze aus Kaisers Zeiten und sorgt dafür, dass die alten Bäume ihr gutes Erbmaterial weitergeben. Zahlreiche Pflanzen seien mittlerweile aus dem gefragten Saatgut der Elitebäume gezogen worden. „Rund um die Douglasien-Veteranen habe sich kleine Pflanzen selbst ausgesamt. Sie schließen nach und nach die Lücken, die ein alter Baum hinterlässt, der auf eine lange Reise übers Meer geht“. Kommentiert Sohns den Harzer Baumriesen als Botschafter für Holz im Schiffbau.

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