Eiche für nachhaltige Holzverwendung

 In Forstamt Ankum, Regionale Presseregion West

(Ankum/Bad Essen/Bohmte) Wenn in einem alten Eichenwald der Niedersächsischen Landesforsten Holz geerntet wird, ist das immer eine Herausforderung. So auch im Wittlager Rott bei Bad Essen, wo jetzt fast 200-jährige Eichen und 170-jährige Buchen genutzt wurden. „Die Bäume haben ihr Nutzungsalter erreicht und wir nutzen sie einzeln und über einen langen Zeitraum“, so Forstamtsleiter Reinhard Ferchland, der einen Teil der anfallenden Stämme an das Sägewerk Schnatmeier in Leckermühle vermarktet. In der auf Eiche spezialisierten Sägerei werden die Stämme zu Bohlen, Brettern und Balken aufgetrennt.

„Wir haben uns unter anderem auf gut abgelagerte Balken auch großer Dimensionen und Längen spezialisiert“, erläutert Inhaberin Petra Schnatmeier ihr spezielles Angebot. Das nutzte Zimmermann Michael Steinbach aus Damme, der einen extra langen Giebelbalken für die Sanierung des Mühlenhofes in Vörden suchte. Das Sägewerk konnte den fast zehn Meter langen Balken, der gerade und gesundastig sein musste, schneiden und liefern. Für Petra Schnatmeier ist das genau die richtige Verwendung: „Wenn Eiche konstruktiv richtig verbaut wird, kann und soll sie Jahrhunderte halten. Das ist das Gegenteil des Wegwerf-Gedankens.“

Das Eichen-Sägewerk

Das Sägewerk Schnatmeier in Leckermühle übernahm Petra Schnatmeier, nach einem Studium der Forstwirtschaft im Jahr 2002 von ihrem Vater. Mit 16 Mitarbeitern sägt sie pro Jahr etwa 8.000 Kubikmeter vorwiegend Eichenholz und betreibt dazu eine Holzhandlung. „Wir sind für den Einschnitt von Eiche gut ausgerüstet und liegen in einer Fachwerk-Region, da macht es viel Spaß mit diesem tollen Holz und auf Kundenwunsch zu arbeiten“, so Schnatmeier. Die Eichen für das Sägewerk werden in einem Umkreis von 250 Kilometern eingekauft und nach der Bearbeitung deutschland- und europaweit vermarktet.

„Unsere Abnehmer sind Zimmereien, Fußbodenhersteller, der Holzhandel aber auch Spezialisten zum Beispiel für Sportgeräte.“ Wenn Petra Schnatmeier über den Winter unterwegs ist und Eichenstämme im Wald kauft, kommt sie schon mal ins Grübeln. „Wenn ich in schönen Eichenwäldern Holz kaufe, denke ich so manches Mal, dass der gefällte Baum vor mir schon so viel erlebt hat und auch so vielen Tieren ein Zuhause gewesen ist. Dann hoffe ich, dass das Holz dieser Bäume in einem wunderschönen Haus verbaut wird und dann noch einmal mindestens so lange als Balken “weiterleben” wird, wie es schon als Baum im Wald gestanden hat.“

Eiche im Wittlager Rott

Das knapp 50 Hektar große „Wittlager Rott“ wird vom Mittellandkanal durchschnitten und gehört zu den typischen alten Eichenwäldern entlang der niedersächsischen Berglandschwelle. Der Wald dient der Naherholung für die örtliche Bevölkerung. Die bis über 210-jährigen Eichen gemischt mit bis 185-jährigen Buchen werden von den Niedersächsischen Landesforsten unter besonderer Beachtung selbst gesetzter Naturschutzziele bewirtschaftet und sind für die Generhaltung der Stieleiche und der Flatterulme von Bedeutung. Im Norden des Gebietes werden die alten Eichen auf sechs Hektar ihrer natürlichen Entwicklung überlassen

Dort wird lediglich eingegriffen, wenn benachbarte Buchen die Eichenkronen beeinträchtigen. In den übrigen forstwirtschaftlich genutzten Waldbeständen dient der Erhalt mächtiger alter Eichen und Buchen als sogenannte Habitatbäume dem Waldbild und der Förderung der auf alte höhlenreiche Bäumen angewiesenen Arten. „Das ist meine Lieblingsbuche im Forstamt“, Forstamtsleiter Reinhard Ferchland zeigt eine Buche, die mehr als anderthalb Meter dick und über 30 Meter hoch ist. „An dem eingeritzten X erkennt man, dass es ein Habitatbaum ist, die Buche bleibt stehen, solange sie will.“

Fotos vom Wald über Sägewerk, Zimmerei bis zum fertigen Giebel und Text zum Download hier.

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