Versteigerung von hochwertigen Waldhölzern

 In Landesweite Presse

Niedersächsische Landesforsten sind mit den Ergebnissen der Wertholz-Submissionen zufrieden

(Braunschweig) Um Holz von besonders hoher Qualität auf dem Markt anzubieten, veranstalten die Niedersächsischen Landesforsten jährlich drei Versteigerungen mit ganz unterschiedlichem Schwerpunkt. Die Versteigerungen finden jeweils in Form einer Submission statt. Dieses ist ein Bieterverfahren bei dem vom Kunden schriftliche Angebote abgegeben werden. Bei der Angebots-Eröffnung zu einem Stichtag erhält der Meistbietende dann den Zuschlag.

Bei der „Norddeutschen Nadelwertholzsubmission Oerrel 2020“ haben die Landesforsten und andere Waldbesitzer aus ganz Norddeutschland auf zwei Holzlagerplätzen in den Forstämtern Oerrel in der Lüneburger Heide und Münden im Süden Niedersachsens insgesamt 1.600 Kubikmeter wertvolles Nadelholz zum Verkauf angeboten.

Die „Buntlaub- und Eichenwertholzsubmission Northeim“ fand als gemeinschaftliche Veranstaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Holzlagerplatz Vogelbeck GbR und den Landesforsten statt. Auf drei Lagerplätzen in Südniedersachen wurden insgesamt 1.131 Kubikmeter Wertholz angeboten. Buntlaubholz bedeutet, Laubhölzer außer Buche und Eiche, das sind oft seltene Stämme, die sich für besondere Furniere, Möbelstücke oder Musikinstrumente eignen.

Bei der Submission „Eiche zwischen Ems und Elbe“ wurden auf den sechs Lagerplätzen der Landesforsten in diesem Jahr insgesamt nur 2.938 Kubikmeter Laubholz zum Verkauf angeboten. Der Schwerpunkt lag bei der Eiche mit rund 2.916 Fm, dazu kamen geringe Mengen Roteiche, Esche und Rüster.

Die Angebotsmengen lagen beim Nadelwertholz sogar noch geringfügig über dem Vorjahresangebot, beim Laubholz jedoch waren die Angebotsmengen um etwa die Hälfte zurückgegangen. Aufgrund der anhaltenden Herausforderungen bei der Käferholzaufarbeitung und wegen der Wiederaufforstungen mussten die Waldbesitzer in diesem Jahr ihre Arbeitskapazitäten verlagern und andere Schwerpunkte setzen.

Die zur Versteigerung angebotenen Stämme werden einzeln und sauber aufgereiht präsentiert, damit interessierte Sägewerker und Holzhändler aus Deutschland und dem benachbarten Ausland jeden Stamm von allen Seiten begutachten können. Henry Haase, zuständig für den zentralen Holzverkauf bei den Landesforsten, resümiert: „So entgeht dem geschulten Auge der Holzeinkäufer kein wichtiges Detail für ihre Preisfindung.

Die Verwendung der gekauften Werthölzer ist sehr unterschiedlich, sie reicht von der Douglasien-Schlossdiele über hochwertiges Möbel- und Furnierholz bis hin zum Spezialholz für den Bau von Musikinstrumenten. Unsere Submissionen sind ein Schaufenster für die Spitzenqualitäten unserer Waldhölzer. Die Versteigerungen schaffen viele Kontakte zu Kunden und ermöglichen uns den Markt besser kennenzulernen“.

Submissionsleiter Henning Tote von den Landesforsten ist mit den diesjährigen Ergebnissen zufrieden: „Erwartungsgemäß stellte sich die Preisentwicklung bei den Holzarten recht unterschiedlich dar. Insgesamt lag der Durchschnittserlös bei Nadelwertholz in etwa auf dem Niveau des langjährigen Mittelwertes. Den Spitzenpreis erzielte ein Privatwaldbesitzer aus Schleswig-Holstein mit seiner starken und gut präsentierten Douglasie mit einem Gesamt-Volumen von 5,28 Festmetern, welche zum Gesamtpreis von 1.473 Euro von einem westdeutschen Furnierwerk ersteigert wurde. In diesem Jahr waren die Eichen-Lose besonders stark umkämpft, es wurden deutlich mehr Gebote je Eichen-Los als im Vorjahr abgegeben.

Das spiegelt sich auch im Durchschnittserlös der Eiche wider, der in diesem Jahr eine neue Höchstmarke erreicht hat. Das höchste Gebot bei der Eiche erhielt mit 1428 Euro pro Kubikmeter ein Eichenstamm aus dem Niedersächsischen Forstamt Nienburg. Allerdings war ein geriegelter Ahorn aus dem Stadtwald Göttingen der wertvollste Stamm dieser Submission überhaupt und erzielte bei einem Volumen von 2,57 Kubikmetern und einem Höchstgebot von 5.220 Euro pro Festmeter einen Umsatz von 13.415 €.“

Hintergrund:

Die Submissionen liefern wichtige Erkenntnisse über die aktuellen Entwicklungen am Holzmarkt und dienen sowohl den NLF als auch externen Anbietern als Verkaufsplattform für besonders wertvolle Hölzer. Etwa die Hälfte des Angebotes stammt aus dem Privat-, Kommunal- und Genossenschaftswald.

Durch die Beteiligung anderer Waldbesitzarten bekommen die NLF mehr hochwertiges Holz auf die Lagerplätze, die externen Anbieter finden eine gute Plattform, um ihr Wertholz zu präsentieren, und die Kunden haben zentrale Anlaufstellen mit einem umfangreichen Angebot. Außerdem ist es den NLF ein Anliegen, dass das Holz der höchstmöglichen Wertschöpfung zugeführt wird. Die daraus gefertigten hochwertigen Produkte (z.B. Möbel und Furniere) dienen gleichzeitig als langanhaltende Kohlenstoffspeicher.

Die Teilnahme an den Submissionen reicht mittlerweile über die Landesgrenzen Niedersachsens hinaus; es beteiligen sich zunehmend Anbieter aus anderen Bundesländern. Kunden aus ganz Deutschland und dem angrenzenden europäischen Ausland geben regelmäßig ihre Gebote ab. Die Ergebnisse werden auf unserer Homepage und in der Fachpresse veröffentlicht.

Beitragsbild: Verkaufsfähige Eichenlose auf der Wertholzplatz Oechtringen (Foto: Sierk / NLF) 

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