Klimaschutzverein unterstützt im Harz

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Pflanzung von Laubbäumen und Sträuchern gefördert

(Niedersachsen/Bruchhausen-Vilsen) Der Verein für Klimaschutzaktivitäten CLIMPROACT mit Sitz in Asendorf hat die Niedersächsischen Landesforsten gleich zweimal in diesem Frühjahr bei der Wiederbewaldung unterstützt. So wurden am Waldrand des Heiligenberg bei Bruchhausen-Vilsen abgestorbene Buchen durch die Pflanzung und Einzäunung von dreihundert Bäumen und Sträuchern ersetzt. Die ursprünglich vorgesehene öffentliche Pflanzaktion musste wegen der Corona-Krise abgesagt werden, die Bäume wurden nun durch Mitarbeiter der Försterei Memsen eingesetzt. „Wir wollen einen ökologisch wertvollen Waldrand mit Eichen, Flatterulmen, Wildäpfeln und Linden sowie verschiedenen Sträuchern an dieser Stelle entwickeln und sind dankbar für die Unterstützung durch den Klimaschutzverein“, freut sich Revierförster Uwe Niedergesäss aus Memsen.
Eine weitere Spende hat der Verein an das Forstamt Clausthal im Harz überwiesen. Dort werden in einem Tal unweit von Torfhaus die steilen Hänge mit Bergahorn, Eberesche, Birken und Hasel gepflanzt. „Aufgrund der steilen Topographie versuchen wir aktuell durch die Laubholzpflanzung Erosionsschäden zu vermeiden. Daneben überlassen wir einen großen Teil der jetzigen Freiflächen in diesem Tal der natürlichen Wiederbewaldung. So wird sich teilweise auch die Fichte wieder ansamen, die in dieser Höhenlage ihre natürliche Verbreitung hat“, erläutert Forstamtsleiter Ralf Krüger das Konzept. Etwa 800 Bäume können mit der Spende des Klimaschutzvereines gepflanzt werden.
Für beide Projekte wurden insgesamt 3.000 Euro gespendet.

„Wir haben bei den Förstern der Landesforsten ein offenes Ohr für unsere Anliegen gefunden und sehen unsere Spendengelder gut eingesetzt“, ist Wolfgang Witt vom Vorstand des Klimaschutzvereins CLIMPROACT überzeugt. Der Verein sucht für weitere Pflanzaktionen noch Fördermitglieder. „Wir freuen uns sowohl über Einzelspenden z.B. zum Tag des Baumes, als auch über Fördermitglieder. Fördermitglieder erlauben uns Planungssicherheit und Kontinuität in unserer Arbeit“. Spenden an den Verein fließen zu hundert Prozent in die Projektarbeit und auch sonst hat der gemeinnützige Verein nur geringe Sachkosten (Spendenkonto: KSP Syke IBAN DE87 2915 1700 1012 0782 16). Alle Akteure arbeiten ehrenamtlich, so dass der Großteil der Förderbeiträge in die vielfältigen Umweltaktivitäten fließen kann. „Als kommende Projekte plant der Verein neue Aufforstungen für den Herbst des Jahres. Weiterhin werden wir Informationskampagnen über Synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels durchführen“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Witt. „Wir möchten die klimaschädlichen Treibhausgase auch durch technische Innovationen reduzieren.“ Weitere Informationen: www.climproact.org

3 x Hintergrund

CLIMATE PROTECTION ACTIVITIES e.V.

Der gemeinnützige Verein CLIMPROACT setzt sich dafür ein, Menschen die Notwendigkeit des Umwelt- und Klimaschutzes näher zu bringen, ihnen bewusst zu machen, dass jeder Einzelne eine Verantwortung für unsere Umwelt trägt und dass in den Industrie- und Schwellenländern ein Umdenken über den Ressourcen-Verbrauch der Menschen erforderlich ist. Der Verein möchte über die Risiken und Auswirkungen zukünftiger Klimaveränderungen aufklären und mit seinen Aktivitäten dazu beitragen, den Klimawandel zu verlangsamen.
Der Verein möchte Maßnahmen durchführen, welche zeitnah und nachhaltig positive Auswirkungen auf den Umwelt- und Klimaschutz haben. Er unterstützt zur CO2-Reduzierung deutsche, europäische und weltweite Aufforstungsprojekte und schafft sowohl Urwälder als auch forstwirtschaftliche Wälder.
CLIMPROACT ist technologieoffen und möchte sachlich die Vorteile unterschiedlicher Technologien und Übergangslösungen diskutieren und darstellen. Der Verein unterstützt die öffentliche Darstellung der Vorteile von E-Fuels und setzt sich für die Zulassung synthetischer Kraftstoffe ein. Er möchte die klimaschädlichen Treibhausgase auch durch technische Innovationen reduzieren. Der Verein engagiert sich für erneuerbare Energien, innovative Mobilitätskonzepte, alternative Antriebstechniken und den Umweltschutz. Infos unter climproact.org .

Das Waldgebiet Heiligenberg

Das 120 Hektar (1,2 km²) große Waldgebiet Heiligenberg zeichnet sich mit dem ehemaligen Kloster und dem prähistorischen Ringwall durch seine besondere Kulturgeschichte aus. Im Nahbereich des ehemaligen Klosters ist ein Viertel des Areals als sogenannter „Alter Waldstandort“ eingestuft, d.h. hier kann man von einer fast durchgängigen Bewaldung in den letzten Jahrhunderten ausgehen. Der Heiligenberg ist ein beliebtes Erholungsgebiet für die Region.
Der Landeswald mit einem Anteil von 80 Hektar zeichnet sich aus durch
1. Einen hohen Anteil von 50 Prozent Laubbäumen, davon ein Drittel bis zu 160-jährige Buchen und ein Fünftel Eichen, mit immerhin bis zu 210 Jahre alten Bäumen.
2. Einen ungewöhnlich hohen Anteil an (amerikanischer) Küstentanne, die hier nach dem verheerenden Sturm von 1972 angepflanzt wurde. Der raschwüchsigen und anspruchslosen Küstentanne wird mit Blick auf den Klimawandel, der CO2-Bindung und den künftigen Holzbedarf von einigen Forstleuten eine besondere Bedeutung zugemessen.
3. Eine außergewöhnliche intensive und kleinflächige Durchmischung der Baumarten in den Waldflächen, dabei kommen über zwanzig verschiedene Baumarten vor. „Das sind gute Voraussetzungen für einen stabilen Wald auch in der Zukunft“, so Revierförster Uwe Niedergesäss.

Vor allem die Fichtenanteile im Heiligenberg sind massiv durch Borkenkäferbefall betroffen und gefährdet. Die Trockenheit hat außerdem die Buchen in ihrer Vitalität geschwächt. Es ist schwer abzusehen, wie sie sich künftig entwickeln.
Der beschädigte Waldrand wurde jetzt mit den Sponsorengeldern des Vereins auf 3.000 Quadratmetern mit 50 Hundsrose, 30 Weißdorn, 25 Wildapfelbäumen, 25 Haselsträuchern, 100 Eichen, 50 Flatterulmen und 25 Winterlinden bepflanzt und gegen Wildverbiss eingezäunt.

Das Kellwasser-Tal bei Torfhaus im Harz

Hier befindet sich eines der Hauptschadensgebiete des Forstamtes Clausthal. Das Waldgebiet Blochschleife liegt an der Bundesstraße 4 unterhalb von Torfhaus und zieht sich durch ein langes Tal, das sogenannte Kellwasser, in Richtung Altenau. Hier liegen viele Schadflächen, die in den letzten Jahren immer größer geworden sind. Die Sturm- und Borkenkäferschäden haben hier bald 100 Hektar entwaldet. Aktuell laufen noch die Pflanzarbeiten, die Anfang Mai zu Ende gehen. Gepflanzt werden Bergahorn, Eberesche, Sand- und Moorbirke sowie Haselsträucher, alles Arten die mit der Höhenlage um 600 Meter zurechtkommen. Aufgrund der steilen Topographie soll durch die Pflanzung der Laubgehölze die Erosionsgefahr vermindert werden. Neben der Wiederaufforstung wird ein weiterer großer Teil der jetzigen Freiflächen Kellwasser-Tal der natürlichen Sukzession überlassen. Hier wird sich teilweise auch wieder Fichte einfinden, die in dieser Höhenlage ihre natürliche Verbreitung hat. Mit dem Spendenbeitrag wird ein Anteil von etwa 800 Bäumen finanziert.

Fotos und Text zum Download hier.

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