Neues Forstbetriebszentrum in Schwaförden

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West, Waldpädagogik, Waldpädagogikzentrum Hahnhorst

Waldpädagogikhaus in Hahnhorst erhält Zuwachs

(Schwaförden/Landkreis Diepholz/Landkreis Nienburg) Auf dem Gelände des Waldpädagogikzentrums Hahnhorst errichten die Niedersächsischen Landesforsten ein neues Betriebs- und Ausbildungszentrum für das Forstamt Nienburg. „Wir bündeln hier in Hahnhorst künftig die Forstwirt-Ausbildung, einen Schlechtwetterarbeitsplatz für bis zu acht Mitarbeiter, eine Wildkühlkammer und Lagerraum“, so Forstamtsleiter Henning Schmidtke, der dieses Projekt seit vier Jahren verfolgt. Auf einer Grundplatte von 12×40 Metern wird jetzt ein ein- bis anderthalbgeschossiger Holzrahmenbau errichtet. „Wir sind mit dem Gebäude dann auf einem sehr modernen Stand, der unsere räumliche Ausstattung für die Ausbildung und die Mitarbeiter deutlich verbessert“, freut sich Schmidtke über den Neubau. Derzeit wird der Holzbau aus Elementen aufgestellt, die der beauftragte Zimmereibetrieb in seiner Montagehalle in Blender bei Verden vorgefertigt hat. „Nach der Dacheindeckung und dem Innenausbau soll das Gebäude im kommenden Oktober in Betrieb genommen werden“, plant Joachim Michaelis, Verwaltungsdezernent im Forstamt Nienburg, der den Bau organisiert. „Dann wird die veraltete Ausbildungswerkstatt aus der Scheune der ehemaligen Försterei Harbergen nach Hahnhorst umziehen und Marco Becker wird als Leiter der Revierförsterei Erdmannshausen hier sein Büro einrichten.“ Beheizt wird das Gebäude von der Hackschnitzelheizung des angrenzenden Waldpädagogikzentrums Für die Zukunft will das Forstamt einen Glasfaseranschluss zu erreichen, um das künftige Wald- und Forstzentrum über schnelles Internet zeitgemäß mit der Außenwelt zu verbinden.

Ausbildung

Die seit Mitte der 1980-er Jahre in der umgebauten Scheune der ehemaligen Revierförsterei Harbergen untergebrachte Ausbildung für bis zu sechs Auszubildende (je Jahrgang zwei) entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Ausbilder und Forstwirtschaftsmeister Dieter Höfig, der eine Modernisierung angeregt hatte, ist zufrieden: „Mit Sozialraum, geschlechtergetrennten Umkleiden und Sanitäreinrichtungen sowie einem Meisterbüro und einer modernen Werkstatt sind wir als Ausbildungsbetrieb nun zukunftsfähig aufgestellt.“

Försterbüro

Da der neue Revierleiter der Försterei Erdmannshausen etwas außerhalb des Revieres wohnt, lag es nahe in das Bauprojekt ein Försterbüro zu integrieren, welches zentral gelegen ist. „Ein wichtiger Aspekt ist, dass die Jugendwaldeinsätze des Waldpädagogikzentrums sehr oft mit mir abgestimmt werden müssen und so kann man sich jetzt auf sehr kurzem Wege abstimmen und organisieren“, erläutert Revierleiter Marco Becker den Vorteil des neuen Bürostandortes.

Wildkammer

Eine moderne Wildkühlkammer wird in das Gebäude integriert, die den steigenden Anforderungen an die Lebensmittelhygiene entspricht. Das erlegte Reh-, Dam- und Schwarzwild wird von dort an Wildhändler und an Einzelverbraucher abgegeben.

Schlechtwetterarbeitsplatz

Bis zu acht Forstwirte des Forstamtes Nienburg finden jetzt in Hahnhorst einen sogenannten Schlechtwetterarbeitsplatz vor. Wenn die Arbeit in Wald wegen Nässe, Schnee, Frost oder auch großer Hitze nicht möglich ist, steht hier ein 100 m² großer Arbeitsraum und ein 30 m² großes Vordach zur Verfügung. Gebaut werden dort betrieblich benötigte Dinge wie hölzerne Hordengatter, Hochsitze, Bänke und anderes. Für das in den Motorsägen verwendete Bioöl und den synthetischen Kraftstoff stehen zudem eigene, nach Vorschrift gesicherte Lagermöglichkeiten zur Verfügung.

Ökologie

Für die Landesforsten war es selbstverständlich eine Holzkonstruktion anzustreben, nicht nur, weil das Holz aus ihren Wäldern kommt, sondern weil Holz als nachwachsender umweltfreundlicher Rohstoff eine gute Energie- und Umweltbilanz hat. Das Gebäude ist in sogenannter Holz-Rahmen-Bauweise mit im Zimmereibetrieb als Wandelemente vorgefertigt. Die Außenverkleidung besteht dauerhaftem Lärchenholz. Chemischer Holzschutz ist dadurch nicht notwendig. „Das Heizen erfolgt über eine moderne Holzhackschnitzelheizung aus dem Jahr 2019, die bereits das Waldpädagogikzentrum versorgt und jetzt durch eine Erweiterung auch dieses Gebäude mit Energie aus einem nachwachsenden Energieträger versorgt“, erläutert Joachim Michaelis vom Forstamt das Baukonzept.

Flächenausgleich

Für den Neubau und die neu befestigten Wege und Hofflächen, die auf einem Wiesengrundstück gebaut werden, wurde dem Forstamt vom Landkreis ein naturschutzrechlicher Ausgleich vorgegeben. Dafür wurde in diesem Frühjahr eine im östlich gelegenen Teil der Hahnhorst 4.000 Quadratmeter große Brachlandfläche mit einer bunten Laubbaummischung von Rotbuche, Winterlinde, Flatterulme und Wildkirsche bepflanzt.

Fotos und Text hier zum Download.

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