Försterei Rehburg vor großen Herausforderungen

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Gute Voraussetzungen für intensiveren Waldumbau

(Rehburg/Leese/Steyerberg/Südkreis Nienburg) Die im zehnjährigen Turnus von den Niedersächsischen Landesforsten erhobene Bestandsaufnahme aller Landeswälder ist nun für die Revierförsterei Rehburg abgeschlossen. Heiko Karstens hat als Fachmann für Waldinventuren alle Waldbestände abgelaufen und bewertet.

Er stellt Revierförster Claus Reimann ein gutes Zeugnis aus: „Der Wald ist einem guten Pflegezustand, besonders die Kiefern-Wälder bieten ein erfreuliches Bild“. Kiefern dominieren mit einem Anteil von 46 Prozent die zum Revier gehörigen Wälder zwischen Steyerberg und Bad Rehburg, die zu 90 Prozent auf Sandböden wachsen. Vor allem die Kiefern aus den Nachkriegsaufforstungen enthalten zunehmend nutzungsreife Bäume, so dass mit dem Holzeinschlag auch der Waldumbau forciert wird.

Über ein Viertel des Revieres von rund 1.600 Hektar Größe soll in den kommenden zehn Jahren zu Mischwald weiterentwickelt werden. „Auf den ziemlich armen Sandböden werden unter dem aufgelichteten Schirm der Altkiefern vor allem Buchen und Douglasien nachgezogen“, so Claus Reimann, der seit 1983 das Revier Rehburg leitet. „Zum Teil werden diese und andere Mischbaumarten gepflanzt, in weiten Bereichen kommt sogenannte Naturverjüngung, da samen sich die Bäume von selbst aus“.

Dass sich in Reimanns Revier viele Baum- und Straucharten sehr gut von selbst vermehren, liegt auch an der Jagdbegeisterung des Försters, wie Forstamtsleiter Henning Schmidtke vom zuständigen Forstamt Nienburg betont. „Diese Wälder entwickeln durch die langjährige zielgerichtete Bejagung eine überall spürbare Eigendynamik – sie wollen sich von selbst verjüngen. Das ist das, was wir uns wünschen.“

Bis Claus Reimann diese anspruchsvolle Waldentwicklung weiter vorantreiben kann, konzentriert er sich jedoch erstmal auf andere Probleme. So verzeichnete er allein in seinem Revier trotz eines geringen Fichtenanteils von lediglich fünf Prozent in den vergangenen beiden Hitzesommern elftausend Kubikmeter Schadholz. „Die Schäden an der Fichte gehen in diesem Jahr weiter und gleichzeitig beobachte ich durch Trockenheit und Hitze absterbende Kiefern, angefangen von Einzelbäumen bis hin zu Flächen von einem halben Hektar“, sorgt sich Reimann um die ihm anvertrauten Wälder.

Hintergrund:

Die Revierförsterei Rehburg ist 1.700 Hektar (1,7 km²) groß, davon sind 1.600 Hektar (Ha) Wald.
Revierleiter ist seit 1983 Claus Reimann. Das Revier gehört zum Forstamt Nienburg.
Zum Revier gehören die Waldgebiete
– Bad Rehburg – 115 Hektar (Ha)
– Hauptrevier Rehburg – 800 Ha
– Münchehagen – 125 Ha
– Der Leeser Forst – 450 Ha
– Die Steyerberger Wälder
Thiergarten (18 Ha), Klampern (49 Ha), Bäkerei (79 Ha) und Rüssel (50 Ha)

Baumarten

Von den dreißig vorkommenden Baumarten sind die Hauptbaumarten wie folgt vertreten:
– Kiefer – 46 %
– Eiche – 15 %
– Douglasie – 13 %
– Buche – 10 %
– Andere Laubbäume – 7 %
– Fichte – 5 %
– Lärche – 4 %

Schutzfunktionen

• 210 Hektar sind Naturschutzgebiete (NSG Rehburger Moor)
• Der Naturwald „Neue Forst“ im Rehburger Wald wird seiner natürlichen (Urwald-)Entwicklung überlassen.
• Das Kreuzholzmoor und das Buchholzmoor im Rehburger Wald sind als Sonderbiotope ausgewiesen.
• Über ein Viertel der Wälder der Försterei Rehburg sind sogenannte „Alte Waldstandorte“, die in den letzten 200 Jahren Wald gewesen sind.
• Fast fünftausend Naturschutzbäume, werden im älteren Wirtschaftswald als sogenannte Habitatbäume bis zum natürlichen Zerfall erhalten und überschreiten in der Försterei das von den Landesforsten vorgegebene Mindestsoll um das Anderthalbfache.
• Im Revier Leese in der Ohlenkampsheide gibt es einen größeren alten Eichenkomplex mit nachgewiesenem Hirschkäfervorkommen.

Nutzfunktion

Da zunehmend Bäume in das nutzbare Alter wachsen, steigt der jährliche Holzeinschlag von 6.600 auf 7.900 Kubikmeter Nutzholz pro Jahr. Das sind lediglich 80 Prozent der im gleichen Zeitraum im Wald nachwachsenden Holzmenge.

Fotos und Text hier zum Download.

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