Kleine Raupen, große Sorgen

 In Forstamt Oerrel, Regionale Presseregion Nordost

Niedersächsische Landesforsten warnen vor Eichenprozessionsspinner im Bobenwald

(Ebstorf) Der Eichenprozessionsspinner-kurz EPS- breitet sich immer weiter aus. Das Insekt hat sich in den letzten 15 Jahren in vielen Bereichen in Niedersachsen stark in den Eichenwäldern vermehrt.

Der Eichenprozessionsspinner profitiert von den warmen Temperaturen der letzten Jahre und vermehrt sich weiter – auch, weil er kaum natürliche Gegenspieler hat. Insbesondere bei hohen Dichten und wenn die Raupen mehrere Jahre in Folge fressen, werden die Eichen stark geschwächt und können dann sogar absterben.
In den letzten Tagen sind auch im Bobenwald bei Ebstorf einige Nester dieser Raupen entdeckt worden. Das betroffene Waldstück „Tannenworth“ wird von Waldbesuchern intensiv genutzt, auch viele Kinder spielen dort. Das Niedersächsische Forstamt Oerrel warnt jetzt vor den Raupen des EPS, da diese giftige Brennhaare besitzen, die bei empfindlichen Personen zu Hautrötungen und Atembeschwerden führen können. Auch Tiere (Hunde, Pferde) können stark betroffen sein, wenn sie mit Brennhaaren in Kontakt kommen.

„Im Bobenwald ist der Eichenprozessionsspinner nun auch angekommen. Die jetzt erkannte Population ist allerdings noch sehr klein“ erklärt Forstamtsleiter Dr. Michael Habermann vom Niedersächsischen Forstamt Oerrel.
Der zuständige Förster Malte Dicke und das Forstamt wissen um die Vorkommen und bitten von weiteren Meldungen besorgter Bürger abzusehen. Auch Bürgermeister und Gemeinde sind bereits informiert. Im betroffenen Gebiet werden in Kürze entsprechende Warnschilder aufgestellt. Waldbesucher sollten den Kontakt mit den Raupen oder Nestern des Prozessionsspinners meiden, auf den Wegen bleiben und zu erkannten Nestern oder Raupenprozessionen unbedingt einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten.

„Anders als in Parks oder entlang von Straßen können wir die Nester und Raupen im Wald nicht vom Boden aus absaugen“ so Michael Habermann weiter. „Wir bitten alle Waldbesuchenden von den Raupen des Eichenprozessionsspinners respektvollen Abstand zu halten.“

Beitragsbild: Die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners leben gesellig. Auf Nahrungssuche wandern sie in Gruppen im „Gänsemarsch“ hintereinander her, daher der Name. Die älteren Raupen ziehen sich tagsüber und zur Häutung in Raupennester (Gespinste) zurück. Die Gespinste können bis zu einem Meter lang werden. Die Gespinste sitzen am Stamm oder in Astgabelungen von Eichen.

Die feinen Brennhaare der Raupe enthalten ein Eiweißgift welches bei Menschen Hautrötungen und Atemnot auslösen kann. (Foto: Niedersächsische Landesforsten)

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