Zwischen Verkehrssicherung und Naturschutz

 In Forstamt Harsefeld, Regionale Presseregion Nordost

Die Niedersächsischen Landesforsten haben sowohl den Schutz der Waldbesucher und Anlieger als auch der Natur im Blick

(Bad Bederkesa) Das Niedersächsische Forstamt Harsefeld hat vom 09. bis zum 14. Juli notwendige Baumfäll- und Pflegearbeiten im Bereich der Fleckenshölzer im Bereich der Ortschaft Bederkesa durchgeführt. Die Maßnahmen waren notwendig geworden, da einige morsche Laubbäume mit Kernfäule und zahlreiche trockene Äste und Kronenteile die Sicherheit der Anlieger, Waldbesucher, Passanten und Verkehrsteilnehmer bedroht haben.

„Um Gefahren durch instabile Bäume rechtzeitig zu erkennen, kontrollieren wir regelmäßig die Waldränder entlang der öffentlichen Straßen und Wege. Wenn wir hier Bäume entdecken, die eine offensichtliche Gefahr darstellen, müssen wir handeln. Normalerweise verbleiben abgestorbenen Bäume als stehendes oder liegendes Totholz in den Wäldern. Sie bilden für viele Insekten und Vögel einen wichtigen Lebensraum. An Straßen sind wir jedoch verpflichtet der Gefahr vorzubeugen, wir wollen hier verhindern, dass Waldbesucher oder Anlieger durch plötzlich umkippende Bäume oder abrechende Äste und Kronenteile verletzt werden. Aber, wir können niemals ausschließen, dass auch vermeintlich gesunde Äste mal abbrechen oder Bäume ohne erkennbaren Grund umstürzen können “, erläutert Tobias Loewer, Leiter der zuständigen Revierförsterei Holzurburg die in diesem Fall nötige Fällung der Bäume.

Es wird aber nicht jeder Baum entlang normaler Forst- oder Wanderwege geprüft dafür ist das Wegenetz zu dicht. Der Schutzzweck des Waldes sieht generell den Erhalt alter und auch abgestorbener Bäume vor. Das Betreten des Waldes erfolgt grundsätzlich auf eigener Gefahr, es herrschen die waldtypischen Gefahren. „Offensichtliche Gefahren durch Bäume an öffentlichen Straßen oder nahe der Wohnbebauung müssen wir jedoch erkennen und beseitigen“ ergänzt Förster Loewer.

Tobias Loewer hat sich vor Beginn der Verkehrssicherungsmaßnahme eng mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Cuxhaven, der Stadt Geestland und dem zuständigen Förster für Waldökologie, Hauke Klattenberg abgestimmt. „Schließlich handelt es sich bei dem betroffenen Waldbestand um einen für den Naturschutz wertvollen alten Laubwald. Die starken Bäume bieten in ihren teilweise verborgenen Höhlen Unterschlupf für zahlreiche Arten. Wo irgend möglich, wurden die Stämme nach dem Kappen der Kronen als stehendes Totholz belassen. Nachdem das Gewicht und die Angriffsfläche für den Wind genommen wurden, bleiben sie hoffentlich noch lange stehen“ erläutert Tobias Loewer.

Auf einige Waldbesucher wird der Wald nach der Maßnahme unaufgeräumt wirken. Das abgesägte Holz verbleibt als liegendes Totholz im Wald. Hauke Klattenberg erklärt: „Wir wollten den Wald nach der Verkehrssicherungsmaßnahme nicht aufräumen. Unter Umständen wird in diesem Fall lediglich das Kronenmaterial aufgearbeitet wo es zukünftig die Pflege des Waldes behindert. Dass es hier so aussieht hat reine Naturschutzgründe. Das liegende, vor allem stärkere Totholz am Waldboden ist ökologisches Gold. Kurz gesagt, stehendes und liegendes Totholz ist ein wichtiger Lebensraum, das wollen wir hier erhalten“.

Beitragsbild: Diese abgestorbene Buche am einem öffentlichen Weg stellt eine offensichtliche Gefahr dar. Dieser Totholzbaum muss gefällt werden. Im Waldbestand, abseits der Wege wird solch ein Baum als stehendes Totholz erhalten. In ihrem rechten unteren Seitenast befindet sich eine große Höhle, die Unterschlupf für zahlreiche Höhlenbewohner bietet. Der Zeitpunkt der Fällung muss hier sorgfältig abgewogen werden (Foto: Sierk/ Niedersächsische Landesforsten)

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