Gutes Zeugnis für Revier Harbergen

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Mischwald-Entwicklung soll forciert werden

(Asendorf, Balge, Borstel, Binnen, Wietzen, Staffhorst) Die Begutachtung des Waldzustandes in der Revierförsterei Harbergen liegt nun vor. Die Niedersächsischen Landesforsten hatten den freiberuflichen Forstsachverständigen Dr. Thomas Burmester beauftragt die im zehnjährigen Turnus erhobene Waldinventur durchzuführen. Die etwas abseits gelegenen Waldgebiete zwischen Graue und Liebenau gehören mit zu den größten Waldkomplexen im Landkreis Nienburg, die zu einem großen Teil aus der Erstaufforstung von Heideflächen mit Kiefern hervorgegangen sind.

„In vielen der ursprünglich einförmigen Kiefernbeständen ist die Entwicklung zum gemischten Wald mit verschiedenen Baumarten bereits deutlich zu erkennen“ hob der Gutachter jetzt bei der Abschlussbesprechung ein wichtiges Ergebnis hervor. Die überwiegend auf Sandböden mit unterschiedlichem Lehmanteil wachsenden Wälder sind mit ihrer mittleren Nährstoff- und ihrer Wasserversorgung sehr gut für gemischte Wälder mit Laub- und Nadelbäumen geeignet. Revierleiter Hermann Brockmann, der seit 1983 das Revier Harbergen leitet, hat diese Entwicklung mit gutem Erfolg, wie Gutachter Burmester betonte, betrieben.

Er hob besonders hervor, dass das Revier mit seinen über zwanzig verschiedenen Baumarten, davon immerhin ein Drittel Buchen und Eichen, in allen Bereichen von Förster Hermann Brockmann sehr gut durchforstet und gepflegt worden sei.

Für die nächsten zehn Jahre hat Forstexperte Burmester der Revierförsterei ein ambitioniertes Arbeitsprogramm in die Bücher geschrieben. Die Menge der nutzungsreifen Bäume steigt stark an, vor allem im Kiefernwald. So kann künftig 20 Prozent mehr Holz genutzt werden als bisher. Unter dem Schirm vor allem der verbleibenden Altkiefern wird dann auch die Mischwaldentwicklung forciert. Auf über einem Sechstel der Waldfläche soll der Waldumbau durch Naturverjüngung, Saat und Pflanzung vorangetrieben werden. Neben einer starken Vermehrung des Anteils von Buchen ist auch die verstärkte Einmischung von Douglasien, Tannen und Eichen für die kommende Waldgeneration vorgesehen.

Für Hermann Brockmann ist dies die vierte und letzte Waldinventur in seinem Revier. Er wird es in einem Vierteljahr gut gepflegt an seinen Nachfolger übergeben, der an die von ihm eingeleitete Entwicklung zu mehr stabilem Mischwald gut anknüpfen kann.

Hintergrund Revierstruktur Harbergen

Größe 1.880 Hektar (18,8 km²)

Baumartenzusammensetzung:

Laubbäume 36 Prozent:
• Eichen – 19 %
• Buchen – 14 %
• Andere Laubbäume 3 %
Nadelbäume 64 Prozent
• Fichten/Tanne – 13 %
• Douglasie – 6,5 %
• Kiefer – 41 %
• Lärchen – 4 %

Die Waldgebiete des Revieres Harbergen:

• Darloge, 53 Hektar, Gem. Asendorf
• Herrenhassel, 330 Hektar, Gem. Wietzen
• Harberger Heide/Eichkämpe, 250 Hektar, Gem. Wietzen/Staffhorst
• Borsteler Wald, 48 Hektar, Gem. Borstel
• Weberkuhle/Rothenkamp, 1.200 Hektar, Gem. Wietzen u. Binnen
• Buchhorster Aue, 6 Hektar, Gem. Balge

Schutzfunktionen

• 11 Hektar Naturschutzgebiete „Buchhorster Auwald“ und „Speckenbachtal“
• 1007 Hektar Wasserschutzgebiete (Weberkuhle, Buchrehmen und Liebenauer Kiefern)
• 566 Hektar sind ökologisch wertvolle sog. „Alte Waldstandorte“, die in den letzten 200 Jahren nachweislich immer bewaldet waren.

Bild und Text hier zum Download.

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