Forstrevier Memsen seit 35 Jahren in guten Händen

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Waldinventur fällt positiv aus

(Hoyerhagen, Landkreise NI und DH) Drei Monate war Forstgutachter Heiko Karstens im Auftrag der Niedersächsischen Landesforsten für die zehnjährige Bestandsaufnahme in der Revierförsterei Memsen zwischen Neubruchhausen und Hoya unterwegs. „Die Wälder des Forstrevieres Memsen sind durch eine sehr bunte Baumartenverteilung gekennzeichnet und die Waldböden sind überdurchschnittlich gut mit Nährstoffen und Wasser versorgt“, so Karstens, der auf die Inventur von Wäldern spezialisiert ist und seine Ergebnisse nun im Forstamt Nienburg vorstellte. Mit einem Anteil von fast zwei Dritteln Laubbäumen und lediglich einem guten Drittel Nadelbäumen hat das Revier eine Baumartenverteilung, die die Landesforsten langfristig landesweit anstreben. Das 1.220 Hektar große Revier besteht zudem zur Hälfte aus intensiv gemischten Erdmann-Beständen. Oberförster Erdmann begann vor über hundert Jahren von Neubruchhausen aus Mischwälder zu entwickeln, die sich heute als besonders stabil und als beispielgebend für die ökologische Waldentwicklung der Landesforsten zeigen. Seit genau 35 Jahren bewirtschaftet Uwe Niedergesäss als Revierförster das anspruchsvolle Revier mit so vielen verschiedenen Baumarten und den besonderen Mischwaldformen. Beste Noten wurden ihm jetzt für die Pflege und Nutzung der Waldbestände sowie ihre Verjüngung durch Pflanzung oder natürliche Ansamung (Naturverjüngung) durch den Forstgutachter ausgestellt. Dabei hat Niedergesäss, der auch Nachwuchsförster ausbildet, obendrein den Waldnaturschutz nicht vernachlässigt – anderthalb Mal so viele sogenannte Habitatbäume wie vorgegeben, hat er im Revier ausgewiesen. Diese Bäume weisen haben Spechthöhlen oder sind als Lebensraum seltener oder bedrohter Arten wichtig für die Artenvielfalt.

Vielfältige nächste Waldgeneration entsteht

Auch für die Zukunft des Waldes ist gut vorgesorgt. Auf einem Viertel der Waldfläche wachsen junge Bäume für die nächste Waldgeneration heran. Dabei dominiert deutlich die Buche gefolgt von Douglasien und weiteren Baumarten. Die natürliche Waldverjüngung, bei der sich die Bäume von selbst aussäen – oft gefördert durch eine leichte Bearbeitung des Waldbodens – spielt hier eine wichtige Rolle. Buchen, Weißtannen, Bergahorne, Douglasien und Lärchen verjüngen sich auch dank einer guten Jagdstrategie in vielen Bereichen von selbst. Diese Dynamik soll für das kommende Jahrzehnt genutzt werden. Ein weiteres Viertel des Waldes soll mit Nachwuchs aus den genannten Baumarten für noch stärker gemischte Wälder vorbereitet werden. Auf der Ertragsseite kann die Holznutzung um zehn Prozent gesteigert werden, da zunehmend Bäume in erntefähige Dimensionen wachsen, wie Forstexperte Karstens statistisch belegte.

Aktuelle Waldschäden

Sorgen bereitet Uwe Niedergesäss derzeit die Entwicklung des Borkenkäfers in seinen Fichtenbeständen, die allerdings lediglich zweieinhalb Prozent seiner Wälder ausmachen. Dazu sind auch seine Eschenwälder von dem europaweit grassierenden Eschentriebsterben betroffen. Besonders gravierend ist die jüngst festgestellte Verbreitung der neuartigen Rußrindenkrankheit, die bereits zwei Bergahorn-Bestände vernichtet hat.

Hintergrund Revierförsterei Memsen

Die Revierförsterei Memsen ist das nördlichste Forstrevier im Forstamt Nienburg. Es wird seit dem 01. August 1985 von Revierförster Uwe Niedergesäss geleitet. Vom errechneten jährlichen Holzzuwachs von 11.000 Kubikmetern sollen künftig 9.000 Kubikmeter genutzt werden.
Größe: rund 1.500 Hektar (15 km²)
• Landesforsten: 1.220 Hektar, davon 680 Hektar Erdmann-Wälder
• Betreuungsforsten: 260 Hektar Wald von 9 Forstgenossenschaften und kommunalen Waldbesitzern

  • Baumartenverteilung im Revier
    Laubbäume 63 Prozent
    27 % Eichen
    27 % Buchen
    9 % Bergahorn, Esche, Erle und ein Dutzend weiterer Laubbaumarten
    Nadelbäume 37 Prozent
    8 % Weiß- und andere Tannenarten
    3 % Fichten und andere Nadelbaumarten
    7 % Douglasien
    4 % Kiefern
    15 % Lärchen
    Waldgebiete des Revieres Memsen:
    Brünerbruch, 46 Hektar, Gemeinde Asendorf
    Ehrenbruch, 26 Hektar, Gemeinde Asendorf
    Bulter Holz/Staffhorster Sündern, 200 Hektar, Gemeinde Mellinghausen/Siedenburg
    Freidorfer Holz, 460 Hektar, Gemeinde Sudwalde, Stadt Bassumg
    Hägerbark-Stühr, 55 Hektar, Gemeinde Bücken
    Hägerdorn, 109 Hektar, Gemeinde Hoyerhagen
    Heiligenberg, 157 Hektar, Gemeinde Bruchhausen Vilsen
    Hoyaerweide, 318 Hektar, Gemeinde Martfeld
    Marschbruch, 34 Hektar, Gemeinde Bruchhausen-Vilsen
    Sellingsloh, 392 Hektar, Gemeinde Hoyerhagen
    Naturschutz
    184 Hektar Naturschutzgebiete (Burckhardtshöhe, Hägerdorn, Freidorfer Hachetal)
    665 Hektar sind ökologisch wertvolle „Alte Waldstandorte“, die nachweislich seit 200 Jahren bewaldet waren
    63 Hektar Naturwald – auf den drei Flächen im Sellingsloh und im Freidorfer Holz, ist die Bewirtschaftung eingestellt, zugunsten einer natürlichen Walddynamik
    Biodiversität
    Zur Generhaltung sind nachgewiesene heimische Vorkommen von Buche, Weißdorn, Hasel, Flatterulme, Stechpalme, Johannisbeere und Wildapfel ausgewiesen.

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