Die Arbeiten im Pool Barnbruch-Stellefelde gehen weiter

 In Forstamt Wolfenbüttel, Regionale Presseregion Mitte

Landesforsten informieren über Kompensationsmaßnahmen in 2020

(Wolfsburg / Gifhorn) Anfang September gehen die Arbeiten im Kompensationspool Barnbruch-Stellfelde bei Wolfsburg weiter.

Nachdem die Niedersächsischen Landesforsten im vergangenen Herbst 2019 bereits auf 20 Hektar des rund 50 Hektar großen Kompensationspools mit den ersten Umwandlungsarbeiten begonnen hatten, gehen die geplanten Maßnahmen nun weiter. Bei den letztjährigen Arbeiten wurde mit der Pflanzung von 15.000 jungen Eichen, ein zuvor dichter Kiefernforst umgewandelt. Die Bereiche werden sich in Zukunft zu einem lichten Eichenwald entwickeln. Zudem wurden acht Grundwassermessstellen errichtet, um langfristig Aufschluss über Veränderungen bzw. positive Auswirkung auf den Wasserhaushalt durch die Gebietsentwicklung zu erlangen.

„Für 2020 ist im benachbarten Kiefernreinbestand eine ähnliche Maßnahme geplant“, erläutert Revierleiter Michael Cordes von der Revierförsterei Barnbruch. „Im September werden wir die Kiefern mittels hochmechanisierter Holzerntetechnik entnehmen. Dabei werden auf der gesamten Fläche Habitatbäume belassen. Hierzu zählen bspw. Bäume mit skurrilen und urigen Wuchsformen, Höhlen- oder Horstbäume. Auch vorhandene Laubbäume und Sträucher bleiben erhalten. Im Anschluss werden wir voraussichtlich ab November die rund 5 Hektar große Fläche mit 8000 jungen Eichenpflanzen bepflanzen“, so Cordes weiter.

„Die jungen Eichen werden als Großpflanzen mit einem Abstand von 2-3 Metern gepflanzt. Durch den großen Abstand von Baum zu Baum wird den Eichen genügend Platz gegeben, um den Charakter eines lichten Eichenwaldes mit knorrigen Individuen zu entwickeln. Bäume mit urigen Wuchsformen, starken Ästen und großen Kronen werden in Zukunft, gerade für Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten, ein neues zuhause bieten“, erklärt Naturdienstleistungsförster Holger Orthmann vom Niedersächsischen Forstamt Wolfenbüttel.

„Dies hat bereits bei den Pflanzungen aus dem letzten Jahr sehr gut geklappt. Wir hatten fast keine Ausfälle und einen sehr guten Anwuchserfolg. Selbst die Trockenheit und das warme Frühjahr konnte den jungen Eichen nichts anhaben. Durch die Entnahme des herrschenden Kiefernbestandes hatten Sie das ganze Jahr eine ausreichende Wasserversorgung“, so Orthmann weiter.

Auch in diesem Jahr enden die geplanten Arbeiten im Kompensationspool Barnbruch- Stellfelde mit dem 31. Dezember, um die seltenen, geschützten Vogelarten nicht bei ihren Brutvorbereitungen zu stören.
„Wir bitten daher alle Waldbesuchenden um Rücksichtnahme und um Verständnis für die zeitweisen Sperrungen des Weyhäuser Weges sowie bei „verschmutzten“ Waldwegen. Wir öffnen die Wege nach den jeweiligen gefährlichen Arbeiten in Weges Nähe und reinigen die Waldwege zeitnah“, sagt Andreas Baderschneider, Leiter des zuständigen Forstamtes Wolfenbüttel, und bittet um Verständnis.

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Hintergrundwissen

Die Niedersächsischen Landesforsten entwickeln hier auf rund 50 Hektar einen »besonderen« Wald im Kompensationsflächenpool Barnbruch-Stellfelde. In Kompensationsflächenpools werden Eingriffe in Natur und Landschaft nach Naturschutzrecht ausgeglichen und so insgesamt die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes erhalten.

Der Wald auf dieser Fläche besteht derzeit zu 40 % aus Kiefern, die auf diesem Boden natürlicherweise nicht vorkommen würden. Auf 60 % der Fläche wachsen Erlen-Bruchwälder, Eichenmischwälder und Erlen- Eschenmischwälder. Der Wasserhaushalt im Boden des Flächenpools wird durch ein historisches, weitverzweigtes Netzwerk an Gräben, die die Fläche entwässern, verändert. Zu den Zielen der Niedersächsischen Landesforsten für den Flächenpool gehört die Wiederherstellung des natürlichen Boden- Wasserhaushaltes. Hierzu wird das Entwässerungssystem zurückgebaut und der gebietseigene Wasserhaushalt reaktiviert.

Die Anhebung der Grundwasserstände und die damit verbundene Wiedervernässung wird auch den Zustand der Laubwälder verbessern. Der Umbau des Waldes vom kieferndominerten Nadelwald, hin zu ökologisch wertvollen, feuchten und nassen Eichenwäldern, wertet die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes auf. Die geplanten Maßnahmen stärken die Schutzgüter Boden, Wasser, Klima sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt großflächig. Die bestehenden feuchte- sowie nässegeprägten Waldlebensräume werden aufgewertet und der Flächenanteil dieser Biotope wird erheblich zunehmen. Hiervon profitieren neben der naturraumtypischen Tier- und Pflanzenvielfalt, vor allem Insekten, Amphibien, Fledermäuse und Vögel als Bewohner der Bruch- und Sumpfwälder.

Die Wiedervernässung hilft auch, die bestehenden Moore zu erhalten und fördert das Moorwachstum. Der in den Mooren gespeicherte Kohlenstoff ist der Atmosphäre langfristig entzogen. Diese Kohlenstoffsenke ist ein bedeutender Beitrag zur Klimaschutzleistung der niedersächsischen Wälder.

Lichter Eichenwald

Die Niedersächsischen Landesforsten entwickeln aus dem Kiefernforst einen ökologisch wertvolleren, lichten Eichenwald. Um an dieser Stelle zukünftig feuchte und nasse Eichenwälder entstehen zu lassen, muss in einem ersten Schritt ein Großteil der Kiefern entnommen und die Fläche für die Pflanzung der Eichen vorbereitet werden. Anschließend werden im Herbst junge Eichen gepflanzt. Gleichzeitig werden günstige Bedingungen für eine natürliche Ansamung von Mischbaumarten wie Birke, Erle und Weide geschaffen, die gemeinsam mit den Eichen zukünftig einen lichten Eichenwald bilden werden.

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