Keine Angst vor großen Bäumen

 In Forstamt Ankum, Regionale Presseregion West

Neue Auszubildende im Forstamt Ankum

(Ankum/Papenburg) Gerade haben Kai Arnemann und Moritz Lampe ihren ersten Baum zu Fall gebracht. Sie sind die neuen Auszubildenden der Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Ankum. “Jeder hat eine mittelstarke Eiche mit der Motorsäge gefällt, das haben die beiden mit Ruhe und Umsicht gut hinbekommen“, ist Forstwirtschaftsmeister Erik Lohmeyer, der seit acht Jahren die Forstwirt-Ausbildung in Ankum verantwortet, zufrieden. Moritz Lampe aus Ankum hat gerade seinen erweiterten Realschulabschluss an der Oberschule Ankum gemacht. „Ich habe im Garten- und Landschaftsbau und im Forstamt Schulpraktikum gemacht“, so der 16-jährige. „Nach der Zeit im Wald wusste ich: das ist der Beruf, den ich erlernen möchte.“ Moritz Lampe ist auch in seiner Freizeit gerne draußen und schätzt am Forstberuf neben der Arbeit mit der Motorsäge ebenso die dazugehörige Waldpflege. Aber auch die Arbeit mit großen Holzerntemaschinen kann er sich vorstellen. Dazu gibt es umfangreiche Übungsmöglichkeiten ab dem zweiten Ausbildungsjahr während der überbetrieblichen Ausbildung bei im Forstlichen Bildungszentrum der Landesforsten Seesen am Harz.

Kai Arnemann aus Papenburg ist der zweite neue Auszubildende. Der 21-jährige hat nach dem Abitur drei Semester Forstwirtschaft studiert, sich dann aber auf die praktische Arbeit im Wald besonnen und die Wartezeit auf den Ausbildungsplatz als Briefzusteller bei der Post überbrückt. „Ich war schon als Kind viel draußen unterwegs und habe mich für Land- oder Forstwirtschaft interessiert. Als Forstwirt kann ich den Wald für die Zukunft mitgestalten und freue mich daher auf die kommenden drei Lehrjahre.“

Beide Azubis haben sich zusammen mit anderen Bewerbern in einem eintägigen Auswahlverfahren qualifiziert. Auch für 2021 bieten die Niedersächsischen Landesforsten wieder dreißig Ausbildungsplätze für den Forstwirt-Beruf an, zwei davon im Forstamt Ankum. Bewerbungen müssen bis zum 19. Oktober 2020 vorliegen. Noch in diesem Jahr finden dann die eintägigen Auswahlverfahren statt.

Bereits im Juli haben zwei der Ankumer Auszubildenden ihre Ausbildungszeit mit der Forstwirt-Prüfung gut abgeschlossen. „Matthias Große Sundrup aus Recke studiert Forstwirtschaft in Göttingen und unterstützt uns bis Studienbeginn bei der Borkenkäfer-Überwachung hier im Forstamt“, weiß Ausbilder Lohmeyer. Marek Hapke aus Spelle ist gleich von den Niedersächsischen Landesforsten übernommen worden und arbeitet im Weserbergland bei Rinteln. Seine Ausbildung ist noch nicht ganz zu Ende. Er hat eine Forstmaschinenführerausbildung begonnen, die in die reguläre Ausbildungszeit integriert ist und wird dazu in Kürze die Zusatzprüfung ablegen, die ihn qualifiziert große Holzerntemaschinen zu dirigieren.

Hintergrund Forstwirtausbildung:

Praxis

In der dreijährigen Ausbildung zum Forstwirt werden die jungen Leute im Forstbetrieb theoretisch und praktisch in die Arbeit eines Forstwirtes, vom Pflanzen und Schützen junger Bäume bis hin zur Holzernte eingewiesen. Der Beruf erfordert nicht nur Kenntnisse über den Aufbau des Waldes und der darin vorkommenden Arten, sondern ebenso über den Betrieb und die Unterhaltung von Forstmaschinen, wie der Motorsäge und weiterer Maschinen und Geräte. Besonderes Augenmerk wird auf Sicherheit und gesundheitsschonende Arbeitsverfahren gelegt.

Überbetriebliche Ausbildung und Berufsschule

Die Praxis wird ergänzt durch jährlich zehn Wochen überbetriebliche Ausbildung und Berufsschule am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum bei Seesen am Harz. Dort wird auch die Ausbildung an Forstgeräten und Maschinen vertieft. So gehören die Arbeit mit dem Forstschlepper und erste Ausbildungsschritte an krangeführten Holzerntemaschinen mit zum Programm. Regelmäßig fahren Auszubildende im Rahmen des europäischen Leonardo-Austauschprogrammes zum Beispiel nach Skandinavien. Bei guten Voraussetzungen kann man eine sechsmonatige Ausbildung zum Forstmaschinenführer in die Ausbildung integrieren.

Ausbildungsstellen und Übernahme-Möglichkeiten

In den 14 Ausbildungsrevieren der Niedersächsischen Landesforsten werden jährlich 30 Auszubildende für den Forstwirt-Beruf eingestellt. Im Nordwesten gibt es gut ausgestattete Ausbildungsreviere mit abwechslungsreichen Wäldern in den Forstämtern Ankum, Neuenburg-Zetel und in Nienburg.

Die Berufsaussichten bei den Landesforsten sind gut. So wurden in diesem Jahr alle fünfzehn Bewerber eingestellt. Beliebte Weiterbildungsmöglichkeiten sind die Fortbildung zum Forstmaschinenführer oder zum Forstwirtschaftsmeister. Darüber hinaus kann man sich in der Baumpflege und im Baumklettern beruflich weiterentwickeln. Auch als praktische Grundlage für ein anschließendes Forststudium wird die Forstwirt-Ausbildung genutzt.

Die Landesforsten selbst bieten jährlich ein umfangreiches Seminarprogramm zur laufenden Fortbildung für ihre Mitarbeiter an.

Weitere Informationen unter https://www.landesforsten.de/wir/karriere/forstwirtinnen-und-forstwirte/

Fotos und Text zum Download hier.

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