Orientalische Buche im Freidorfer Holz

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

(Bassum/Neubruchhausen/Sudwalde) Es erfordert schon einen genauen Blick, um die Orientalische Buche von einer heimischen Rotbuche zu unterscheiden. Heike Siemering aus Sulingen ist der Baum bei einem Sonntagsspaziergang auf dem Wanderrundweg P4 im Freidorfer Holz bei Neubruchhausen aufgefallen. Die Gartenbauingenieurin hat in vielen Baumschulen gearbeitet und ist seit dem letzten Jahr auch zertifizierte Waldpädagogin. „Auf Spurensuche nach Erdmanns Erbe war ich überrascht, hier einen Baum zu finden, der mir nicht bekannt war. Kurz darauf besuchte ich den Botanischen Garten in Hamburg, dort stand ein beschilderter identischer Baum: eine Orientalische Buche und das Rätsel war gelöst.“ Ein deutliches Erkennungsmerkmal sind die im Vergleich zur heimischen Buche größeren und spitzeren Blätter. Zudem streben die Kronenäste in erkennbar spitzem Winkel himmelwärts.

Oberförster Erdmann pflanzte diese Bäume

Das Rätsel der Herkunft dieses Baumes löst der zuständige Revierförster Uwe Niedergesäss von den Niedersächsischen Landesforsten aus Memsen: „Oberförster Erdmann hat in seiner Experimentierfreude vor hundert Jahren auch einige Orientalische Buchen pflanzen lassen. Zwei davon stehen hier im Freidorfer Holz und noch einige in der Bult bei Staffhorst.“ Und noch etwas weiß Niedergesäss zu berichten, nämlich, dass die Orientbuchen in ihrer Heimat am Schwarzen Meer zu den wüchsigsten Bäumen gehören. Und, dass unsere Buche wahrscheinlich von der Orientalischen Buche abstammt. Aus deren Verbreitungsgebiet kommend hat sie nach der Eiszeit Mitteleuropa zurückerobert. „Heute rückt die wärmeliebende Orientbuche wegen des Klimawandels in das Interesse der Förster, es gib erste Versuchspflanzungen in Bayern und Thüringen. Bei uns wächst sie bereits seit hundert Jahren prächtig, wie man an den vitalen Bäumen erkennen kann.“

Hinweisschild informiert

Die Niedersächsischen Landesforsten haben den Baum am Wanderweg, der auch durch eine markante Maserknolle auffällt, nun für alle Interessierten mit einem Hinweisschild kenntlich gemacht. Wer sich dort umschaut, findet dreißig Meter tiefer im Wald ein weiteres Prachtexemplar von Orientalischer Buche. Beide Bäume sind rund achtzig Zentimeter dick.
Aber auch für botanisch weniger Interessierte lädt der von Friedrich Erdmann begründete abwechslungsreiche Mischwald zur Bewegung und zum Atmen gesunder Waldluft ein. Die gut markierten „Neubruchhauser und Hallstedter Wanderwege“ führen entlang des Naturschutzgebietes „Freidorfer Hachetal“, durch vielfältiges Gelände.

http://www.geolife.de/static/medien/km/touren/tour901000659_8000_download3_wanderflyer_neubruchhausen_hallstedt.pdf

Fotos, Text und Schild hier zum Download.

 

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