Wiederbewaldung und Waldentwicklung

 In Forstamt Oerrel, Regionale Presseregion Nordost

MdL Karl-Ludwig von Danwitz informiert sich bei den Niedersächsischen Landesforsten

(Munster-Oerrel) Karl-Ludwig von Danwitz, Mitglied des Niedersächsischen Landtages, war am Montag, 19. Oktober zu Besuch bei den Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Oerrel. Begleitet wurde er von seinen Parteifreunden Lutz Winkelmann und Felix Friese. Die Gruppe informierte sich über die aktuelle Lage im Landeswald.

„Zahlreiche Stürme, die Dürre der vergangenen Jahre und die massenhafte Vermehrung von Borkenkäfern haben große Waldflächen in Niedersachsen zerstört. Flächig betroffen sind vor allem die Wälder im Harz und Solling, aber die Folgen der Klimaextreme sind nicht nur dort, sondern überall in den Wäldern zu spüren. Die Bäume leiden allerorten unter Vitalitätsverlusten und werden anfällig für Sekundärschäden“, erklärt Dr. Michael Habermann, Leiter des Forstamtes Oerrel.

Waldbesitzer stehen heute vor der Herausforderung die Kahlflächen wieder aufzuforsten und ihre Wälder für die nachfolgenden Generationen zu pflegen und hin zu stabilen Mischwäldern zu entwickeln. „Dafür brauchen wir sehr viele junge Bäume, Pflanzgut, welches standortangepasst und klimastabil ist. Wir haben eine präzise Standortuntersuchung, auf dieser Grundlage können wir entscheiden, welche Baumarten, wo in unseren Wäldern am besten wachsen können, so machen wir unseren Wald zukunftssicher“ führt Habermann weiter aus.

Eine entscheidende Rolle bei der Wiederbewaldung und Mischwaldentwicklung fällt der Forstsaatgutberatungsstelle (FSB) in Oerrel zu. Die FSB Oerrel wurde 1985 gegründet. Als Dienstleistungsbetrieb der Niedersächsischen Landesforsten sichert sie die Bereitstellung von herkunftssicherem, genetisch angepasstem und qualitativ hochwertigem Forstsaatgut. Im eigenen Prüflabor wird das Saatgut ständig kontrolliert bevor es eingelagert oder an die Baumschulen abgegeben wird. Durch die Lagerhaltung der FSB sind die Niedersächsischen Landesforsten in der Lage, auch in Fehlerntejahren Saatgut zu liefern, so dass eine kontinuierliche Versorgung mit herkunftssicheren Pflanzen gewährleistet ist. Andreas Preuß, Leiter der FSB erklärt: „Die Mitarbeiter der FSB sind für diese spezielle Aufgabenstellung extra geschult und hochspezialisiert.

Wir verfolgen die Strategie, dass wir in Jahren mit reichlich Samenanhang, sogenannten Mastjahren, so viel Saatgut wie möglich ernten, aufbereiten, direkt verkaufen oder erst einmal einlagern. Wobei nicht alles Saatgut überhaupt längerfristig lagerfähig ist. Durch das enge Zeitfenster, in dem diese Arbeiten stattfinden müssen, stoßen wir immer wieder an zeitliche, organisatorische und personelle Kapazitätsgrenzen. In den letzten Jahren stellen wir fest, dass unsere Vorräte deutlich schwinden und gute Samenjahre bei einigen Baumarten auf sich warten lassen“.

Die Politiker zeigten sich beeindruckt von der Arbeit, die hier geleistet wird. Karl-Ludwig von Danwitz hob die hohe multifunktionale Bedeutung der Wälder für die Gesellschaft hervor: „Auf den großen Freiflächen Mischwald zu entwickeln stellt eine Herkulesaufgabe dar, die nicht dem Zufall überlassen werden darf. Die Notwendigkeit der Mischwaldvermehrung ist für die Niedersächsischen Landesforsten allerdings kein Novum, mit der Umsetzung des LÖWE-Programms (Langfristige Ökologische Waldentwicklung) haben sie in den vergangenen Jahrzehnten diesbezüglich bereits erhebliche Vorarbeit geleistet“.

Hintergrund:

Jede Baumart hat verschiedene Eigenschaften, die für sie sprechen. Die in der Lüneburger Heide weit verbreitete Kiefer kommt mit relativ armen und trockenen Böden zurecht. Sie könnte ein Gewinner des Klimawandels sein. Die Buche hat einen hohen ökologischen Wert und hat vielerorts positive Wirkungen auf den Wasserhaushalt. Die Eiche überzeugt mit großer Stabilität und dauerhaftem Holz. An der Douglasie entzündet sich Kritik des Naturschutzes, doch sie ist wenig anfällig für Trockenstress, wächst relativ schnell und liefert vielseitig einsetzbares Holz. Die Fichte zeigt sich auf vielen Standorten als Verlierer des Klimawandels. Sie wurzelt flach, ist daher anfällig für Stürme und Trockenheit.

Bei Trockenstress kommt bei ihr die Gefahr durch Borkenkäfer hinzu. Trotzdem wird sie als Mischbaumart auch künftig auf den passenden Standorten noch eine Rolle in unseren Wäldern spielen. Nur auf wenige Baumarten zu setzen und andere Baumarten zu verteufeln, ist angesichts des Klimawandels falsch. Es muss sichergestellt werden, dass der Wald auch zukünftig neben einem Erholungsort und Lebensraum auch Rohstofflieferant und Klimaschützer ist.

Beitragsbild: Von links: Lutz Winkelmann, Andreas Preuß, Felix Friese, MdL Karl-Ludwig von Danwitz und Dr. Michael Habermann vor der Forst-Saatgutberatungsstelle in Oerrel
(Fotos: Sierk/ Niedersächsische Landesforsten)

Bilder zum kostenlosen Download finden Sie hier:

Für die Presse bieten wir zu aktuellen Ereignissen und Meldungen Bilder und Texte zum Download an. Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema veröffentlicht werden, mit dem sie in Verbindung stehen und müssen mit einem ungekürzten Urheberrechtsnachweis versehen sein, wie er jeweils an den Abbildungen angeben ist.

Recommended Posts