Kampfmittel im Grinderwald ?

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Entwarnung nach Räumeinsatz

(Linsburg) Nach Munitionsfunden bei Waldarbeiten im April dieses Jahres durch Revierförster Jörg Brüning veranlassten die Niedersächsischen Landesforsten eine Überprüfung des Waldbereiches. Dort waren nach Zeitzeugenaussagen am Ende des Zweiten Weltkrieges Vorräte des Luftwaffendepots Diepholz ausgelagert. „Dafür sprach der Fund eines Patronenmagazines durch den hinzugezogenen Kampfmittelbeseitigungsdienst, wie er für Flugzeug-Geschütze verwendet wurde“, so Brüning. Seit dem 19. Oktober hat eine Räumfirma das Gelände links und rechts des infrage kommenden Wegeteilstückes sondiert. Auch drei vermutliche Bombentrichter im Grinderwald werden bei der Gelegenheit mit sondiert.

Viel Schrott, wenig Gefahrgut gefunden

Neben etwa einer Tonne Metallschrott wurden bislang lediglich drei Patronen potentiell gefährlicher Zweizentimeter-Munition und etwa 50 Patronen alter Gewehrmunition gefunden. „Die Belastung der untersuchten Fläche ist gering“, so Leonhard Teschner vom Ingenieurbüro Döring, der die Arbeit der Räumfirma im Auftrag der Landesforsten überwacht. „Wir sind aufgrund der wenigen Funde bereits nach drei Wochen fast fertig, obwohl die Suchdauer ursprünglich auf sechs Wochen angesetzt war.“ Alle Fundobjekte wurden entfernt. Die Landesforsten erinnern daran, dass gerade der Fund alter Munition, die oft stark korrodiert ist, sehr gefährlich sein kann. Sie rät daher zu Vorsicht. „Munitionsreste sollen nicht angefasst oder gar irgendwie gesäubert werden. Stattdessen sollte der Fundort markiert werden – und sei es mit einem Papiertaschentuch – und die Polizei benachrichtigt werden“, mahnt Ralf Kremeike von der Betriebsleitung der Landesforsten in Braunschweig, der bereits viele Kampfmittelräumungen veranlasst hat.

Munitionsfund im April beunruhigte

Es war für Jörg Brüning als langjährigem Leiter der Revierförsterei Grinderwald überraschend und beunruhigend, als bei Waldarbeiten im April diesen Jahres Munitionsreste mitten im Grinderwald auftauchten. „Im Grinderwald fanden im und nach dem Krieg meines Wissens keine Kampfhandlungen statt. Dann erinnerte ich mich an einen mittlerweile verstorbenen Linsburger, der mir vor Jahren berichtet hatte, dass aus dem Luftwaffendepot Diepholz Material an einem Waldweg im Grinderwald ausgelagert worden sei.“ Brüning informierte den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Niedersachsen über seinen Fund. Dieser fand bei einer Vor-Ort-Sondierung ebenfalls im April weitere Munition, so dass die Niedersächsischen Landesforsten sich zu einer Räumung beidseits des Weges im Grinderwald entschlossen.
Mitarbeiter der Firma HMK aus Berlin sondierten seit dem 19. Oktober das Gelände mit handgeführten Sonden Zentimeter um Zentimeter auf 35.000 Quadratmetern Waldfläche. Verwendet werden elektromagnetische Sonden die Metalle bis zu zwei Meter Tiefe anzeigen können. Während eine Büroklammer in geringer Tiefe angezeigt wird, werden in größerer Tiefe nur größere Objekte angezeigt. „Der Sondenläufer wird von einem Spatenführer begleitet, der auftauchende Störpunkte vorsichtig aushebt und das gefundene Material vom verrosteten Zaundraht bis zur Patrone birgt. Funde, die tiefer als 40 Zentimeter liegen werden extra mit einem Bagger mit geschützter Kabine geöffnet.“ Erläutert Leonhard Teschner vom Bauüberwachungsbüro.

Fotos und Text hier zum Download bis 4.12.2020

Recommended Posts