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Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese

(Jever/Schortens) Zu einem Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese nahe dem ehemaligen Forstgehöft Upjever der Niedersächsischen Landesforsten trafen sich jetzt die Schüler und Schülerinnen der 8. Klasse des Mariengymnasiums. Unter fachkundiger Anleitung wurden zwei Hochstamm-Apfelbäume neu gesetzt und der Heckensaum um die Obstwiese wurde zurückgeschnitten. Dabei wurden die ebenfalls am Rand stehenden Kopf-Weiden soweit für die Schüler möglich zurückgeschnitten. Aus einigen der langen Weidenruten fertigten die Jugendlichen sogenannte Julen – lange Sitzstangen als Jagd- und Beobachtungshilfe für Greifvögel. „Das ist bereits meine vierte Aktion mit dem Waldpädagogikzentrum der Niedersächsischen Landesforsten“, erläutert Klassenlehrerin Natascha Windolf, die betont, dass die Schüler sich gerne auf diesen praktischen Einsatz eingelassen haben. Finanzielle Unterstützung hat sich die betreuende Försterin Wibeke Schmidt von der Bingo-Umweltstiftung im Rahmen der Aktionswoche für den Naturschutz geholt. „Es ist sehr angenehm, dass Bingo auch solche kleinen Projekte unbürokratisch fördert, das hilft uns ein ganzes Stück weiter“.

25 Jahre alte Streuobstwiese

Die Streuobstwiese auf der etwa einen Hektar großen Wiese unterhalb des alten Vorwerkes Upjever wurde 1996 mit fünfzig alten Kernobstsorten wie Äpfel und Birnen sowie Steinobst wie Kirsche und Zwetschge in einer gemeinsamen Aktion des RUZ Schortens, des Lions-Club Jever, des BUND-Ortsverbandes und den Niedersächsischen Landesforsten angelegt. Die nun jährliche fällige Wiesenmahd erfolgt durch die Landesforsten. Den fachgerechten Schnitt der Hochstammanlage erledigen Freiwillige und Mitglieder des Vereins Upjever-Lieb-Ich sowie des Umweltzentrums Schortens alle paar Jahre unter Anleitung von Obstbaumfachwart Jörn Paulsen aus Jever. Das im Herbst anfallende Obst wird von den Vereinen unter anderem zum Pressen von Apfelsaft mit Kindergruppen genutzt.

Historisches Agroforstsystem

Streuobstwiesen gehören zu den historisch bedeutenden Agroforstsystemen, auf denen eine Mehrfachnutzung der Wiese oder auch des Ackers mit den darauf befindlichen Bäumen stattfand. Heute werden Streuobstwiesen wegen ihrer hohen Bedeutung für die Artenvielfalt erhalten oder auch neu angelegt. In vielen Regionen sind Streuobstwiesen prägend für die gewachsene Kulturlandschaft. Ihre heutige wirtschaftliche Bedeutung durch Nutzung ist dagegen gering.

Fotos und Text hier bis zum 3.12.2020 zum Download verfügbar.

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