Kinder sammeln für die Wälder von Morgen

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

Roteichel-Saatguternte ein voller Erfolg

(Horstedt) Alle Klassen der Löwenzahn Grundschule Horstedt mit insgesamt 113 Kindern beteiligten sich am 05. November an der Roteichel-Sammelaktion in der Revierförsterei Hepstedt. Trotz der vielen Teilnehmer war die Wahrung der Abstands- und Hygieneregeln unter freiem Himmel bei schönem Herbstwetter kein Problem. Durch Markierungen in dem über einem Hektar großen Sammelgebiet konnten die Schulklassen gemäß der „Corona-Verordnung“ getrennt voneinander in ihrem Sammelgebiet die Eicheln auflesen. Die Niedersächsischen Landesforsten gewannen dank der fleißigen jungen Helfer 203 Kilogramm Roteichen-Saatgut.
Die Aktion fand in Zusammenarbeit zwischen dem Waldpädagogikzentrum Elbe – Weser (WPZ) und der Löwenzahn-Grundschule Horstedt statt. Florian Offermanns, Leiter des WPZ, hatte sich an die die Schule gewandt, um besonders hochwertiges Roteichen-Saatgut in einem ausgewählten Saatgutbestand vom Waldboden auflesen zu lassen.

Die Kinder und ihre Lehrer zeigten großen Einsatz. „Allen großen und kleinen Sammlern danken wir für ihre Unterstützung. Dank der Hilfe können wir mit dem heute gesammelten Saatgut vier Hektar neuen Roteichenwald aufforsten – ein Gebiet so groß wie sechs Fußballfelder“, sagte Florian Offermanns. „Für die Kinder war es eine gute Möglichkeit, aktiv etwas sinnvolles für den Erhalt der Wälder und die Entstehung neuer klimaangepasster Wälder zu leisten. Für die Landesforsten war es eine große Hilfe, denn wir sind auf die Mithilfe von Sammlern angewiesen.“ betont der Förster. Allerdings können nur solche Eicheln verwendet werden, die in ausgewiesenen Saatgutwäldern gesammelt werden. „Eine Eiche braucht mehr als 100 Jahre, um zu einem stattlichen Baum heranzuwachsen. Da ist es wichtig, nur Saatgut von Eichen zu verwenden, von denen wir wissen, dass sie gut und gesund wachsen“, erklärt Offermanns.

Das Saatgut wurde noch am Vormittag gewogen, die Säcke verplombt, die Begleitpapiere ausgestellt und zur Forstsaatgutberatungsstelle der Landesforsten nach Oerrel bei Munster abtransportiert. Damit wird sichergestellt, dass nur Saatgut aus zugelassenen Erntebeständen in Weiterverarbeitung gelangt.

Hintergrund: Aus einem Kilogramm Rot-Eicheln können im Durchschnitt 100 Sämlinge gezogen werden. Um ein möglichst hohes Erfolgsergebnis sicherzustellen, übernehmen Profis die weitere Verarbeitung und die Anzucht. Dazu wurden die Eicheln direkt zur Forstsaatgut-Beratungsstelle Oerrel der Landesforsten bei Munster gebracht. Mitarbeiter der Saatgut-Beratungsstelle reinigen die Eicheln und bereiten sie auf, bevor sie später an Forstbaumschulen verteilt werden. Waldbesitzer, die Eicheln für eine Freisaat benötigen, können bei der Saatgutstelle Eicheln beziehen und daraus neu Wälder begründen. Die Baumschulen säen die Eicheln in speziellen Pflanzbeeten ein und gewährleisten unter optimalen Bedingungen den maximalen Anwuchserfolg. Nach zwei Jahren kehren die jungen Eichenpflanzen wieder zurück in die Niedersächsischen Wälder.

Die Wälder in Niedersachsen sind durch Stürme, Trockenheit und die Borkenkäfer-Massenvermehrung besonders stark geschädigt worden. Vielerorts sind Freiflächen entstanden, die Forstleute in den kommenden Jahren wieder aufforsten müssen.

Beitragsbild: Die fleißigen Helfer der Löwenzahn-Grundschule Horstedt beim Sammeln der Roteicheln (Fotos: Sierk / Niedersächsische Landesforsten)

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