Auftakt in die Brennholzsaison

 In Forstamt Nienburg, Regionale Presseregion West

Keine Auktion aber Heizholz satt

(Nienburg/Landkreise Nienburg und Diepholz) Das Forstamt Nienburg veranstaltet in diesem Winter keine Brennholzauktionen. „Aufgrund der aktuellen Situation im Zusammenhang mit dem Corona-Virus können unsere Brennholzauktionen in der Saison 2020/2021 leider nicht stattfinden“, so Henning Schmidtke vom Forstamt. „Wir bieten aber die Möglichkeit, direkt beim Revierförster vor Ort zu kaufen, dafür werden sich alle Reviere gut bevorraten“, so Schmidtke weiter.
Die Telefonnummern der Förstereien sind unter www.landesforsten.de/nienburg zu finden oder können im Forstamt unter 05021/96470 erfragt werden. Weiterhin wird für größere Haushalte ein Lieferdienst per LKW in Ladungsmengen von rund 35 Raummetern angeboten. Diese zeitsparende Frei-Haus-Lieferung eignet sich vor allem für Käufer mit passenden Abladegrundstücken. Die LKW-Lieferung kann ebenso telefonisch oder per Internet-Bestellformular geordert werden.

So haben sich die Revierförstereien auf die Brennholznachfrage vorbereitet:

In der Revierförsterei Rehburg sind größere Mengen Eiche ab Januar 2021 verfügbar. Die Stadtforst Rehburg stellt ab Ende November Buchen-Brennholz an der Waldchaussee zum Verkauf. Im Revier Grinderwald wird Brennholz verschiedener Baumarten ab etwa Januar zur Verfügung stehen. In der Krähe wird ab Ende Januar Brennholz am Versteigerungsplatz zur Verfügung gestellt. Im Revier Harbergen gibt es ab Mitte Januar in den Waldgebieten Herrenhassel/Darloge und Weberkuhle vor allem Eichen-Brennholz. Im Revier Erdmannshausen ist ab sofort Eichen-Brennholz im Wegehöpen bei Ehrenburg verfügbar. Im Bereich Bruchhausen-Vilsen wird die Revierförsterei Memsen verschieden starkes Eichen- und Buchenbrennholz auf dem Waldparkplatz im Sellingsloh anbieten. Das Holz wird voraussichtlich erst Mitte bis Ende Februar nächsten Jahres zur Verfügung stehen.

Buchenholz ist knapp, Eiche hat gleichen Brennwert

Das Forstamt Nienburg weist darauf hin, dass auch in diesem Jahr Buchenholz eher knapp sein wird und dafür größere Mengen Eichen-Brennholz zur Verfügung stehen. „Der Grund ist ganz einfach der, dass derzeit wenig Buchenwaldbestände durchforstet werden, aber viele junge Eichenwälder gepflegt werden müssen“, erläutert Forstamtsleiter Henning Schmidtke.
Eichenholz hat einen ebenso guten Brennwert wie Buche, bedarf aber einer Trockenzeit von besser drei statt zwei Jahren wie bei der Buche. „Zudem empfehlen wir eine sehr luftige aber regengeschützte Lagerung und Eiche sollte eher einmal mehr gespalten werden.“ rät Schmidtke aus eigener Erfahrung.

Preise bleiben

Die Preise für Brennholz liegen auf dem Niveau der Vorjahre. Etwa 500 private Haushalte decken sich jedes Jahr im Forstamtsbereich mit Brennholz ein.

Hintergrund Heizen mit Holz in Niedersachsen

Holzfeuerungsanlagen

Die Bezirksschornsteinfegermeister ermitteln im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums regelmäßig den Bestand an kleinen Holzfeuerungsanlagen (kleiner 1 MegaWatt), die letzte Erhebung gilt für 2017.
Danach gibt es in Niedersachsen
• 1 Million Scheitholz-Feuerungen, in den letzten Jahren kamen jährlich fünf- bis sechstausend neue Öfen hinzu.
• 10.000 Pellet-Einzelöfen
• 37.500 Scheitholz-Zentralheizungen
• 11.000 Pellet-Zentralheizungen
• 3.400 Hackschnitzel-Anlagen

Niedersachsen hat rund 8 Mio. Einwohner und 3,9 Mio. Haushalte, demnach verfügt jeder dritte bis vierte niedersächsische Haushalt über eine Holzfeuerung.
Die Entwicklung der Holzfeuerungsanlagen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg ist als Anlage beigefügt.
Der Anteil am Energieverbrauch für Wärmeerzeugung liegt für den Brennstoff Holz bei 2,3 Prozent des Gesamtverbrauches. Heizöl macht noch rund 20 % des Wärmeenergieverbrauches aus.

Brennholzverbrauch

Die Fachleute der niedersächsischen Erhebung für die Holzfeuerungsanlagen schätzen den Holzverbrauch für die genannten kleinen Holzheizanlagen auf 3 Mio. Kubikmeter. Davon stammen drei Viertel aus dem Wald, also 2,25 Mio. Kubikmeter. Dem steht eine durchschnittliche jährliche Holznutzung in den niedersächsischen Wäldern von gut 7 Mio. Kubikmetern gegenüber.
Auf eine Scheitholzanlage (Ofen oder Heizung) entfällt demnach ein Durchschnittsverbrauch von 2,4 Kubikmetern, das entspricht etwa 3,5 Raummeter. „Das deckt sich mit den örtlichen Erfahrungen, dass ein Kaminofen je nach Häufigkeit des Gebrauchs zwischen zwei und zehn Raummeter im Jahr an Brennholz benötigt“, weiß Förster und regionaler Pressesprecher Rainer Städing, der selbst langjährig Brennholz aus seinem Forstrevier abgegeben hat.
Umweltbelastung
Holz verbrennt überwiegend CO2-neutral, wenn es aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, in denen die Bäume laufend nachwachsen.
Da Holzverbrennung eine Quelle für Feinstaubemissionen ist, sind modernste Öfen und Heizanlagen, sowie trockenes Holz unter 20 Prozent Holzfeuchte und richtige Heiztechnik wichtig.

Erhöhte Förderung

Seit diesem Jahr gibt es Zuschüsse des Bundes für den Austausch einer Ölheizung von bis zu 45 Prozent.
Ab 2026 dürfen bis auf Ausnahmen keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden.
Bis 2024 sind veraltete Holzöfen zu erneuern.

Quellen:

Feuerstättenzählung 2017; https://www.3-n.info/wissen-und-service/infomaterialien/biogene-festbrennstoffe.html
Übersicht Fördermöglichkeiten für Bioenergie hier: https://www.3-n.info/wissen-und-service/gesetze-verordnungen-und-foerderung/foerderung.html

Fotos, den Text und die Grafiken für die beiden Landkreise bis 18. Dez. 2020 hier zum Download.

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