Försterwechsel in Lingen

 In Forstamt Ankum, Regionale Presseregion West

Wilhelm Warning im Ruhestand – Linus Geers übernimmt

(Lingen) Nach über 40 Dienstjahren geht der Lingener Revierförster Wilhelm Warning in den Ruhestand. 1987 übernahm Warning das zum damaligen Forstamt Lingen gehörige Revier Altenlingen und hat die Wälder um Lingen über drei Jahrzehnte geprägt. „Die Kiefer ist ein toller Baum, seit Beginn war aber das Ziel, die hier dominierenden Kiefernwälder nach und nach in Mischwälder umzubauen“, blickt Wilhelm Warning (65) auf seine Arbeit zurück. Sein Nachfolger Linus Geers sieht das ähnlich „Die Wälder der Försterei Lingen werden zunehmend vielfältiger, diese Arbeit gilt es konsequent fortzusetzen, denn der zunehmende Klimawandel erfordert stabile Wälder mit mehreren Baumarten“, definiert der 29-jährige seine Aufgabe für die kommenden Jahre.

Seit der letzten Organisationsänderung im Forstamt Ankum gehören auch die vielen Eichenaufforstungen im Fullener Wald und dem Versener Moor zum Revier. „Dort wachsen auf immerhin rund 265 Hektar junge Eichenwälder heran, die in den nächsten Jahrzehnten besonders gepflegt werden müssen, um wertvolle und naturnahe Eichenwälder für kommende Generationen zu schaffen“, freut sich Geers auf diese besondere Aufgabe. Für den scheidenden Wilhelm Warning bricht nun eine neue Zeit an.

Bei der Übergabe der Ruhestandsurkunde wünschte Forstamtsleiter Reinhard Ferchland im Namen der Niedersächsischen Landesforsten dem Ehepaar Warning alles Gute für den neuen Lebensabschnitt. „Ich habe einen der schönsten Berufe ausgeübt, die man sich vorstellen kann. Das hat mich sehr befriedigt und ich gehe mit einem guten Gefühl in den Ruhestand, den ich vielfältig nutzen möchte vor allem um fit zu bleiben“, bedankte sich Warning.

Der neue Revierleiter Linus Geers ist ab dem 01. Februar unter der gewohnten Försterei-Telefonnummer 0591-64734 zu erreichen und wird sein Büro im neuen Betriebsgebäude des Forstamtes in Lingen-Ramsel beziehen.

Zu den Personen:

Der Alte

Wilhelm Warning ist Jahrgang 1955 und stammt aus dem 25 km entfernten Hopsten in Nordrhein-Westfalen. Nach dem Forststudium an der neu eingerichteten Fachhochschule in Göttingen von 1976 bis 1979 war Warning in der Revierförstserei Elbergen im Vorbereitungsdienst und arbeitete dann für die nächsten sieben Jahre im damaligen Forstamt Palsterkamp unterstützend im Revierdienst im Teutoburger Wald. Im August 1987 übernahm Warning das Revier Altenlingen im damaligen Forstamt Lingen. „Das Revier war wie fast überall in Niedersachsen 800 Hektar groß. Bis auf den Biener Busch mit seinen alten Buchen und Eichen waren alle weiteren Wälder durch die Kiefer geprägt“, erinnert sich Warning. „Die Kiefernwälder erklären sich aus der Forstgeschichte, weil ab 1828 die weit verbreiteten Heide- und Dünenflächen mit der genügsamen Kiefer wieder zu Wald aufgeforstet wurden.“ Nach verschiedenen Organisationsänderungen ist das heutige Revier Lingen mit 1.900 Hektar gut doppelt so groß und gehört seit Auflösung des Forstamtes in Lingen im Jahr 2005 zum Forstamt Ankum.

Der Neue

Linus Geers ist in Freren in einer Försterfamilie aufgewachsen. Nach einem Studium der Wirtschaftswissenschaft in Osnabrück hängte Geers von 2013 bis 2016 das Studium der Forstwirtschaft an der Fachhochschule in Göttingen an und verbrachte die anschließende anderthalbjährige Anwärterzeit im Weserbergland. Nach einer Zwischenstation im Solling verantwortete Geers seit 2018 die Naturschutzaufgaben im Forstamt Ankum und betreute die ökologische Aufwertung von Waldgebieten in Flächenpools im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. „Ich freue mich sehr eine Revierförsterei in meiner emsländischen Heimat leiten zu dürfen“, ist Geers froh, jetzt angekommen zu sein. „Durch die Arbeit meines Vorgängers ist das Revier Lingen bereits deutlich vielfältiger geworden, das möchte und soll ich fortsetzen. Da es kein Försterei-Gebäude mehr gibt, wird der 29-jährige, der in Lünne wohnt, sein Büro im gerade entstandenen Betriebsgebäude in Lingen-Ramsel einrichten. Bei der Forstsetzung des Waldumbaues in Richtung Mischwald will Geers neben der Pflanzung von Mischbaumarten wie Buche, Douglasie, Eiche und Roteiche auch verstärkt auf sogenannte Naturverjüngung setzten. „Wenn sich Kiefern, Lärchen und auch Birken von selbst aussamen, ergänzt das die Mischung idealerweise. Um viel Naturverjüngung zu erhalten wird es daher weiterhin nötig sein, die Rehe zu bejagen um den Wildverbiss gering zu halten “, so Geers.

Zum Revier:

Die Revierförsterei Lingen ist eine von sieben Förstereien der Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Ankum. Zuständiger Revierförster ist seit 01. Februar 2021 Linus Geers. Die Försterei betreut rund 1.900 Hektar (19 Quadratkilometer) Wald.
Den Schwerpunkt des Revieres bilden die Waldgebiete:
Stadt Lingen
• Altenlingener Sand
• Biener Busch
• Fehndorf
• Hauptrevier
• Lingener Wald
• Mundersumer Sand
• Wachendorf

GemeindeTwist/Stadt Meppen
• Fullener Moor
• Versener Moor

Gemeinde Niederlangen
• Niederlangen

Zudem werden Wälder im Besitz der Moorverwaltung, des Wasserverbandes Lingen und des Landkreises Emsland, insbesondere der Schlosspark Clemenswerth betreut.

Der Wald

Noch dominieren die Nadelbäume mit zwei Dritteln der Baumarten das Revier. Eichen, Buchen und andere Laubbaumarten sind zu 34 Prozent in den Wäldern vertreten. Fichten und Lärchen machen 17 Prozent der Wälder aus. Die Kiefer dominiert noch mit 43 % Waldanteil. Die sich entwickelnde Vielfalt kann man ablesen an den insgesamt 30 verschiedenen Baumarten, die im Revier erfasst wurden. Die Planung der Niedersächsischen Landesforsten sieht bis 2029 die Erhöhung des Laubbaumanteiles um 150 Hektar, auch durch Pflanzung von Buchen unter die Altkiefern vor. Der Kiefernanteil wird deutlich sinken zugunsten der von Buchen, Douglasien und Eichen. Neben diesen sogenannten Hauptbaumarten sollen sich weitere Baumarten natürlich einstellen.

Text und Fotos sind hier bis zum 28. Febr. 21 zum Download verfügbar.

Recommended Posts
Skip to content