Waldpädagogikzentrum Hahnhorst als außerschulischer Lernort anerkannt

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Bildung für nachhaltige Entwicklung wird angestrebt

(Nienburg/Schwaförden) Die Waldpädagogikzentren der Niedersächsischen Landesforsten, und damit auch das Waldpädagogikzentrum Hahnhorst, sind nun vom Niedersächsischen Kultusministerium als außerschulische Lernorte für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) anerkannt worden.
Neben der Waldpflege, der Waldbewirtschaftung und dem Naturschutz, welche die Niedersächsischen Landesforsten seit 30 Jahren nach ihrem Programm zur „langfristigen ökologischen Waldentwicklung“ durchführen, hat die praxisbezogene Umweltbildung in den Landesforsten einen besonderen Stellenwert. „Unser Waldpädagogikzentrum besteht seit über fünfzig Jahren, als angefangen wurde Schulklassen mit Waldeinsätzen an den Wald heranzuführen. Daher freuen wir uns besonders über die jetzige Anerkennung durch das Ministerium“, sagt Michael Knipping, Leiter des Waldpädagogikzentrums (WPZ) Hahnhorst.

Vom Bergbaubetrieb zur Umweltbildung

Das WPZ Hahnhorst wurde 1966 auf dem Gelände des ehemaligen Erzbergbaubetriebes Barbara gegründet. 2010 wurde nach einer konzeptionellen und strukturellen Erweiterung des waldpädagogischen Angebots der Niedersächsischen Landesforsten das WPZ Hahnhorst in seiner heutigen Form eröffnet.
„Unser Angebot erstreckt sich vom Jugendwaldeinsatz über Tagungen, Fortbildungs- und Unterrichtsveranstaltungen am WPZ bis zu dezentralen Waldveranstaltungen für Kindertagesstätten und Schulen.“, so Lara Rahmann, die für den Mehrtagesbetrieb zuständig ist. „Dabei legen wir einen Schwerpunkt auf die Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das bedeutet, dass die Kinder und Jugendlichen lernen Zusammenhänge zu erkennen, um die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.“

Historie der Waldeinsätze beginnt nach dem Krieg

Die Idee der Jugendwaldeinsätze wurde vor 70 Jahren im Harz geboren. „Ziel war es damals, die Wiederbewaldung der vielen durch Krieg und Nachkriegszeit entwaldeten Flächen zu unterstützen“, weiß Michael Knipping. „Dass man Arbeiten und Lernen im Wald miteinander verknüpfen kann, um so das Ökosystem Wald kennen zu lernen, ergab sich erst nach und nach.“

Information

Weitere Informationen erhalten Sie im Waldpädagogikzentrum Hahnhorst unter 04277/9640135, per Mail WPZ.Hahnhorst@nlf.niedersachsen.de oder unter www.wpz-hahnhorst.de.

Hintergrund Waldpädagogik in den Landesforsten

Die Niedersächsischen Landesforsten betreiben derzeit elf Waldpädagogikzentren, wobei neun Häuser auf von ein- bis zweiwöchigen Waldeinsätzen bzw. Klassenfahrten eingestellt sind. Dieser mehrtägigen Waldeinsätze sind in ihrer Form einmalig: Jugendliche arbeiten zusammen mit Forstwirten in Gruppen an Waldpflege- oder Naturschutzprojekten. Die Kinder und Jugendlichen sollen dabei erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt machen. Die Auseinandersetzung mit dem Wald und der Arbeit im Wald ist fächerübergreifend und vermittelt die ökologischen, sozialen und ökonomischen Aufgaben unserer Wälder.
Verbunden mit der Anerkennung ist die Aufnahme in das Netzwerk der anerkannten außerschulischen Lernstandorte BNE, welches über die Regionalen Landesämter für Schule und Bildung gepflegt wird. Damit stärkt das Land den Bildungsauftrag der Waldpädagogikzentren.

Hintergrund Ökologische Waldentwicklung in den Landesforsten

Das LÖWE-Programm der Niedersächsischen Landesforsten wurde mit einer Regierungserklärung vor dem Niedersächsischen Landtag am 27. Juni 1990 eingeführt. Seitdem arbeiten die Landesforsten an der Umstrukturierung ihrer Wälder. Leitbild dieses Programms ist ein stabiler, arten- und strukturreicher Mischwald, der die Schutz-, Nutzungs- und Erholungsfunktion des Waldes in Einklang bringt. Die vergangenen drei Jahre mit Sturm, Dürre und Borkenkäferkalamität zeigen die Notwendigkeit dieses Wandels auf.

 

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