Licht für nachwachsende Roteichen

 In Forstamt Neuenburg, Regionale Presseregion West

Holzeinschlag im Büppeler Wald

(Neuenburg/Varel) Ein größerer Holzeinschlag findet derzeit in Büppel an der Oldenburger Straße statt. Die Niedersächsichen Landesforsten durchforsten eine Waldfläche gegenüber dem Abzweig zum Aerotec-Werk. In dem Mischwald aus Roteichen und Nadelbäumen wird durchforstet und großkronige Roteichen werden entnommen, um Licht für den reichlich vorhandenen Nachwuchs zu schaffen. „Dies ist ein interessanter Mischwald mit sechs unterschiedlichen Baumarten“, freut sich Jan-Michel Schmeling, Revierleiter der zuständigen Revierförsterei Upjever, über die bunte Mischung im Büppeler Forst. „Es gibt sehr viele kleine Roteichen und auch andere Baumarten, die sich ausgesamt haben und nun Licht brauchen, um weiter nach oben wachsen zu können“, hat Schmeling bereits die nächste Waldgeneration im Auge. „Mit den verbleibenden Altbäumen und dem reichlich vorhandenen Nachwuchs lässt sich für die Zukunft ein sehr stabiler Mischwald gestalten“. Direkt an der Oldenburger Straße wurden außerdem Roteichen entfernt, die mit der Krone in den Straßenraum gewachsen waren. Die besseren Roteichenstämme werden von einem regionalen Hersteller zu Fußboden-Dielen verarbeitet, das Nadelholz geht in verschiedene Sägewerke im Nordwesten oder in die Holzwerkstoffindustrie.

Auch Brennholz ist noch zu haben

„Interessenten können auch noch Brennholz erwerben und sich gerne bei mir melden. Es ist in Drei-Meter-Längen am Waldweg gestapelt“, informiert Schmeling. In diesem Jahr sind noch weitere Durchforstungen im Bereich Büppel und Herreneuen geplant. Daher plant Jan-Michel Schmeling im Frühling, sobald es wieder möglich ist, einen öffentlichen Waldbegang anzubieten, um die Entwicklung dieser Wälder zu erläutern.

Mischung entstand vor 100 Jahren

Nach den Aufzeichnungen des Forstamtes Neuenburg wurde der Waldbestand entlang der Oldenburger Straße in den unruhigen Jahren nach dem Ersten Weltkrieg – wahrscheinlich im Jahr 1923 angelegt. Es war das Jahr der Hyperinflation, welches im November 1923 mit der Einführung einer neuen Währung, der Renten- und späteren Reichsmark, beendet wurde und viele Menschen verarmen ließ. In dieser politisch aufgeladenen Zeit wurden hier an der Oldenburger Straße Amerikanische Eichen, Europäische und Japanische Lärchen, Fichten, Douglasien und Buchen in Mischung gepflanzt. Ein damals eher untypisches Vorgehen mit mehreren Baumarten auf gleicher Fläche. Nun nach fast 100 Jahren ist ein Teil der Bäumchen von damals erntereif und die Überleitung in die nächste Waldgeneration steht bevor. „An diesen langen Zeiträumen kann man ermessen, dass Forstwirtschaft ein Generationenvertrag ist. Wir nutzen, was vor Generationen angelegt wurde und müssen gleichzeitig für kommende Generationen vorsorgen“, betont Schmeling die Langfristigkeit seines Berufes.

 

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