Das „Diensthoper Rudel“ trotzt jedem Wetter

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

Waldkindergarten in der Revierförsterei Diensthop

(Dörverden / Diensthop) Aus dem Waldstück der niedersächsischen Landesforsten im Diensthoper Holz ist seit einem halben Jahr Kinderlachen zu hören und das bei jedem Wetter. Hier hat das „Diensthoper Rudel“ des im August 2020 neu eröffneten Waldkindergartens Einzug gehalten.

Entstanden ist der erste Waldkindergarten im Aller-Weser-Dreieck aus einer Elterninitiative. Auf der Suche nach einem geeigneten Standort hat Michael Müller, Leiter der Försterei Diensthop, dem Betreiber-Verein „Natur-Erlebnis-Wald Dörverden e.V.“ drei geeignete Standorte in seinem Revier vorgeschlagen. Der ausgewählte Platz liegt gut erreichbar mitten im Wald auf einer schönen Waldlichtung. Ausgelegt ist der Kindergarten für maximal 15 Kinder, allerdings werden im zurzeit laufenden Kindergartenjahr nur elf Kinder betreut.

Zusammen mit den beiden Erzieherinnen Dorit Nörmann und Claudia Goralcyk toben die elf Kinder durch das Unterholz des Waldstücks. „Bis auf einen beheizten Bauwagen als Rückzugsort zum Aufwärmen oder bei schlechtem Wetter verbringen die Kinder jede Minute im Wald, egal bei welcher Witterung und zu welcher Jahreszeit. Nur starker Wind kann uns bremsen, dann wird es zu gefährlich im Wald und wir müssen in unsere Notunterkunft im Gasthaus zur Mühle ausweichen; zum Glück ist das sehr, sehr selten“, erklärt Dorit Nörmann, Leiterin des Waldkindergartens.

„Im Wald erhalten die Kinder den Raum, um ihre eigene Welt zu erleben und sich kreativ auszulassen. Sie sammeln mit allen Sinnen Erfahrungen, lernen aufgrund eigener Erlebnisse, die Natur als etwas Schützenswertes und Wertvolles kennen“, so Dorit Nörmann.

Der Kontakt zur Natur trägt zum psychischen und physischen Wohlbefinden für alle Menschen bei und hat großen Einfluss auf die Haltung von Kindern zur Umwelt.

„Auch für uns Erzieherinnen bietet der Waldkindergarten Vorteile“, erklärt Nörmann: „Wir sind flexibler in unserer Tagesgestaltung als andere Kindergärten. Trotzdem gibt es natürlich einige feste Rituale; den Morgenkreis beim Ankommen und das gemeinsame Frühstück zum Beispiel. Ansonsten erobern wir oft durch Wandertouren neue Waldgebiete, reagieren je nach Witterung und Jahreszeit auf das was uns der Wald bietet, denn Spielsachen im eigentlichen Sinn sucht man hier vergebens. Vielmehr bieten wir den Kindern hier einfache Werkzeuge und Utensilien an, mit denen die Waldkinder ihren Forscherdrang oder ihre kreative Ader ausleben können“.

Hintergrund:
Seit 1996 ist in Niedersachsen zu den unterschiedlichen Angeboten der Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen die Angebotsform des Waldkindergartens bzw. der Kindergartengruppe im Wald hinzugekommen. Laut dem Bundesverband der Natur- und Waldkindergärten gibt es in Niedersachsen bereits 116 Einrichtungen, die auch mehrere Gruppen umfassen können. Bundesweit sind es mehr als 1.500 (Stand: 2020) Gruppen mit steigender Tendenz.
Waldkindergärten bieten den Kindern zahlreiche Möglichkeiten zum Forschen und Entdecken, bieten Bewegungsanreize und ermöglichen die unmittelbare Begegnung mit der Natur. Der Wald bietet neben den vielfältigen Spiel-, Lern- und Bewegungsmöglichkeiten zudem auch Schutz vor Wind und Sonne und ist somit besonders geeignet für einen längeren Aufenthalt im Freien. Die für Waldkindergartenzwecke genutzte Waldfläche muss größtmögliche Sicherheit für die Kinder bieten und sollte geeignet sein, das pädagogische Konzept des Kindergartens umzusetzen.

Beitragsbild: Sieben Kinder vom Waldkindergarten „Diensthoper Rudel“ mit ihren Erzieherinnen Claudia Goralczyk (links) und Dorit Nörmann. Der beheizte Bauwagen im Hintergrund dient als Rückzugsort fürs kurzfristige Aufwärmen. Das Diensthoper Rudel hat gelernt sich für jede Witterung passend anzuziehen. (Fotos: Niedersächsische Landesforsten)

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