Revierleiter der Försterei Sandkrug geht in den Ruhestand

 In Forstamt Ahlhorn, Regionale Presseregion West

Vielseitiger Forstmann geht in den Ruhestand

Karl-Heinz Pelster berichtet über sein Berufsleben

(Ahlhorn/Sandkrug) Über 37 Jahre hat Karl-Heinz Pelster die Revierförsterei Sandkrug der Niedersächsischen Landesforsten geleitet, nun Ende April, wird er in den Ruhestand gehen. Schon in den letzten Monaten hat er seinen Nachfolger Justin Böning in die laufenden Tätigkeiten der Försterei eingearbeitet. Bei den Fahrten durch den Forst wurden dem Nachfolger nicht nur die Besonderheiten des Waldes nahegebracht, sondern auch so manche Anekdote und Geschichte von dem scheidenden Forstmann erzählt.

Mit dem Wald groß geworden

Aufgewachsen ist Karl-Heinz Pelster in Dissen am Teutoburger Wald. Durch den Beruf seines Vaters hatte er schon früh Kontakt mit der Forstarbeit. „Schon als Kind habe ich meinem Vater beim Weihnachtsbaumschlagen geholfen“, sagte Karl-Heinz Pelster rückblickend. Seine forstliche Ausbildung begann 1973, ein Jahr nach dem großen Orkan „Quimburga“, im ehemaligen Forstamt Osterholz-Scharmbeck. Seine weiteren Stationen waren die ehemaligen Forstämter Bederkesa, Cloppenburg, Lingen und Hasbruch. Im Februar 1984 übernahm Karl-Heinz Pelster von Bruno Struthoff die Leitung der Revierförsterei Sandkrug.

Mehr als 50 Schul- und Forstpraktikanten haben bei ihm einen Einblick in die Waldarbeit bekommen. Viele Bürger kennen ihn durch Führungen und von Vorträgen. Bei seiner Arbeit im Wald hatte er immer noch Zeit für einen kleinen Plausch mit Spaziergängern, Joggern und Wanderern.

Enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr

Ein besonderes Verhältnis entwickelte er zu den Feuerwehren in der Gemeinde. „Die Feuerwehrleute haben mich sofort in ihren Reihen aufgenommen,“ erzählt Karl-Heinz Pelster. Als langjähriger Waldbrandbeauftragter hat er etliche Waldbrandübungen, auch von Wehren aus der Wesermarsch und Ostfriesland, mit Rat und Tat unterstützen können. „Mit den vielen Jungbeständen nach dem Orkan saß man hier in Sandkrug wie auf einem Pulverfass,“ blickt Pelster zurück. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Forst blieb es nur bei kleinen Bränden, die man stets gemeinsam und schnell unter Kontrolle brachte.

Mischwaldvermehrung mit Hilfe der Natur

In der 40jährigen Tätigkeit waren die Pflege der Waldbestände in den Osenbergen seine Hauptaufgabe. Sein großes Ziel war es dort, den Laubholzanteil der großen Nadelholzkomplexen zu erhöhen. Die Nadelholzbestände hatten noch keine 3m Höhe erreicht, da griff Karl-Heinz Pelster auf eine Raffinesse zu. Er wollte zur Erreichung seines Zieles auf „fleißige Helfer“ des Waldes zurückgreifen. Von den lokalen Geschäften besorgte er sich hölzerne Salatkisten, die er von den Forstwirten auf Pfähle befestigen und im Revier verteilen ließ. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen wurden große Mengen Eicheln und Bucheckern vornehmlich an Eichelhäher verfüttert. Der fleißige Vogel vertilgt nur einen geringen Teil. Den Großteil versteckt er als Wintervorrat im Waldboden. Nicht alle Eicheln wurden im darauffolgenden Winter wiedergefunden und konnten so keimen. Der kluge Schachzug erwiese sich als erfolgreich. Zwischen den Kiefern stehen heute Eichen und Buchen, die aus dieser Aktion hervorgegangen sind.

Nicht überall funktionierte die „Hähersaat“. Erst in den neunziger Jahren konnte der engagierte Forstmann die Erhöhung des Laubholzanteiles fortführen. Zur Qualitätssicherung des Grundwassers, was im angrenzenden Wasserwerk für die Bevölkerung der Stadt Oldenburg gefördert wird, konnten die Nadelholzbestände mit Buchen unterpflanzt werden. So sind fast 100 ha Mischwald, rund 10% der Gesamtfläche der Osenberge entstanden, was eine wirklich nennenswerte ökologische und erholungsfreundliche Aufwertung des Waldes bedeutet.

Auch auf weiteren Gebieten engagierte sich Karl-Heinz Pelster. So wurden während seiner Dienstzeit alle Brücken im Revier neu gebaut. Das Kulturdenkmal „Alte Jagdhütte“ im Barneführer Holz wurde aus Mitteln der Denkmalpflege restauriert und bekam ein neues Dach.

In den Neuosenbergen richtete er einen Waldfriedhof für Tiere – einen Abschiedswald – ein, wo alleine seit Gründung mehr als 1000 Tiere ihre letzte Ruhestätte fanden.

Der Ruhestand wird nicht langweilig

Im Ruhestand wird sich Karl-Heinz Pelster nun mehr Zeit für seine Familie und seinen Hobbys nehmen. So hat er viel Historisches von seinem Vorgänger Bruno Struthoff über die Osenberge und dem Barneführer Holz erfahren können. Auch ihm liegt viel daran, dieses zu bewahren und nachhaltig zu sichern. Forstamtsleiterin Regina Dörrie dankt Herrn Pelster für die jahrzehntelange engagierte und vorbildliche Arbeit im Revier und für die verantwortungsvolle Interessenvertretung im örtlichen Personalrat: „Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir Herrn Pelster alles erdenklich Gute und viel Freude an dem, was das Leben für ihn noch bereithält.“

Bilder (Landesforsten/Schmidt) zum kostenlosen Download finden Sie hier.

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