Sonnenbank für Reptilien

 In Forstamt Fuhrberg, Regionale Presseregion Mitte

(Fuhrberg/Celle) Reptilien wie Eidechsen und Schlangen lieben warmes trockenes Wetter und viel Sonne. Das Niedersächsischen Forstamt Fuhrberg hat deshalb eine kleine Fläche im „Rundshorn“, einem Waldgebiet der Landesforsten bei Berkhof, entbuscht, um den Lebensraum der dort vorkommenden Schlingnattern und Zauneidechsen zu erhalten. Birken und Kiefern mussten dafür weichen, da sie die Fläche zu sehr beschatten würden.

Die ersten heißen Sonnenstrahlen sind Anfang Mai schon zu spüren gewesen. Pflanzen reagieren rasant mit dem Austreiben ihrer Blätter auf diese Situation. Doch auch die Tierwelt – besonders Reptilien – benötigen nun warmes Wetter. Die wechselwarmen Tiere, wie Schlangen und Eidechsen, erwachen aus ihrer Kältestarre und versuchen nun jeden Sonnenstrahl aufzunehmen, um genug Energie zum Jagen, Wechseln der Haut und zum Fortpflanzen zu haben. Gut, wenn dafür eine geeignete „Sonnenbank“ zur Verfügung steht.

Kerstin Geier ist Försterin für Naturschutz im Forstamt Fuhrberg und leitet dieses Projekt zum Schutz der Reptilien: „Momentan stehen hier viele höhere Bäume, sodass die Fläche für Reptilien als Lebensraum nicht attraktiv ist. Sie benötigen Sonnenplätze, Versteckmöglichkeiten und natürlich Nahrung in Form von Insekten. Um den Lebensraum zu erhalten, müssen wir die jungen Kiefern und Birken, die hier wachsen, regelmäßig zurückdrängen. Die gefällten Bäume bleiben auf der Fläche liegen und dienen nun als Versteck für die Reptilien.“

Mithilfe der Forstwirte des Forstamtes Fuhrberg wird die sogenannte Entkusselung durchgeführt. Motorsense und Motorsäge kommen dabei zum Einsatz. „Eine Schlingnatter habe ich hier noch nicht gesehen, doch ihre Häute sind mit etwas Glück auf der Fläche zu finden. Sie sind also hier“, erklärt Milena Brünjes, Forstwirtin des Forstamtes, welche die kleinen Bäume mit der Motorsäge entfernt.

Besonders erwähnenswert ist das Vorkommen der Zauneidechse auf der Fläche. Sie ist das Reptil des Jahres 2020 und 2021. Ihr Bestandsrückgang ist insbesondere auf die schrumpfenden Lebensräume für diese Art zurückzuführen.

Reptilien sind wechselwarm. Sie suchen sich, sobald die Temperaturen unter etwa 8 °C sinken, frostfreie Bereiche unter der Erde, wo sie dann ihre Aktivitäten auf ein Minimum reduzieren und den Winter überdauern. Im Frühjahr starten sie dann ihr Jahr mit den ersten warmen Tagen. Sie tanken Sonne und beginnen damit, ihre Haut zu wechseln. Das bedarf einiger Energie, welche sie durch die Nahrung und die wärmende Sonne bekommen.

„Durch diese Maßnahme erhalten wir ein kleines aber wichtiges Biotop für die Tiere. Von den in Niedersachsen vorkommenden Schlangenarten ist die Schlingnatter wohl die seltenste und auch am wenigsten bekannte Art. Verwechseln kann man sie mit der giftigen Kreuzotter, allerdings fehlt ihr das typische Zickzack-Muster und der kantige Kopf der Kreuzotter. Beide Arten kommen hier vor“, so Försterin Geier.

Neben der Schlingnatter bewohnt auch die bunte Zauneidechse diesen Bereich. Das Männchen trägt während der Paarungszeit ein leuchtend grünes Prachtkleid. So sind die Zauneidechsen gut zu erkennen und können mit etwas Glück ebenfalls vor Ort beobachtet werden.

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