Neuer Wald gegen den Klimawandel

 In Forstamt Neuenburg, Regionale Presseregion West

Forstamt Neuenburg beendet erfolgreich Pflanzsaison

(Neuenburg/Ostfriesische Halbinsel) Stefan Grußdorf, Forstamtsleiter des Forstamtes Neuenburg der Niedersächsischen Landesforsten ist zufrieden: „130.000 Pflanzen haben wir im Winter und Frühjahr 2020/21 gepflanzt. Das ist ein ordentliches Pensum.“

Tatkräftig waren dabei insbesondere die Forstwirt*innen des Forstamtes und die Auszubildenden. „Jeder von uns schafft etwa 50 bis 60 Pflanzen pro Stunde. Dabei handelt es sich dann um Pflanzengrößen von bis zu 80 cm Höhe“, sagt Pascal Grensemann, Forstwirt in Ausbildung. Größere Pflanzen, vor allem Eiche, werden zum Teil mit Hilfe eines Minibaggers gepflanzt. Der Vorteil dabei ist, dass größere Pflanzen vom Wild nicht mehr so stark verbissen werden können und besser wachsen. Außerdem spart man Geld und Zeit, weil kein Zaun benötigt wird und weniger Jungwuchspflege betrieben werden muss.

Standortgerechte Baumarten

Um den Folgen des Klimawandels entgegenzuwirken, pflanzt das Forstamt Neuenburg standortgerechte Baumarten. Das bedeutet, dass die Bäume zu den Wasser- und Nährstoffverhältnissen des Bodens passen. Im Forstamt Neuenburg sind dies vor allem Eichen und Buchen. Nebenbaumarten bringen zusätzliche Vielfalt in den Wald: Hainbuche, Flatterulme, Winterlinde, Roterle, Birke oder Wildkirsche werden, je nach Standort, ergänzt.

Klimawandel

Ein besonderes Augenmerk liegt zurzeit darauf, wie sich die Standortverhältnisse in Folge des Klimawandels ändern könnten. Das bedeutet, dass es im Sommer trockener wird, es mehr stürmt und geschwächte Bäume anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden. Und so wird das Baumartenspektrum durch Sorten ergänzt, die zum Beispiel besser mit Trockenheit umgehen können, wie Roteiche, Kiefer oder Douglasie. Aber auch neue Baumarten wie Esskastanie, Baumhasel, Schwarznuss und die Lindenarten werden zunehmend eine Rolle spielen. Ziel ist es, die Wälder möglichst klimaresistent aufzustellen.

Sträucher schaffen Struktur

Durch Sträucher wird der Wald reicher an Struktur. Vor allem an den Waldinnen- und außenrändern werden sie gepflanzt. Sträucher dienen als Waldsaum und bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- aber auch Pflanzenarten. Gängige Sorten sind dabei Hasel, Weißdorn, Schlehe, Hartriegel, Eberesche oder Holunder.

„Insgesamt sind wir im Nordwesten Niedersachsens gut aufgestellt“, resümiert Stefan Grußdorf. “Wir haben bereits jetzt eine hohe Baumartenvielfalt und dank der Nähe zur Nordsee sind wir von starken Dürreperioden weniger betroffen.“

Hintergrund

Das Forstamt Neuenburg

Das Forstamt Neuenburg bewirtschaftet eine Fläche von 12.680 Hektar aufgeteilt auf sechs Reviere. 87 % davon werden klassisch als Wald gepflegt. Weitere Bewirtschaftungsformen sind die Kompensationsflächen, die Naturwälder oder der Friedwald im Hasbruch.

Mit einem Anteil von 30 % machen die Eichenbestände die häufigste Waldform im Forstamt aus. Gefolgt werden sie von Kiefern- und Fichtenbeständen, die 17% bzw. 16 % der Waldbestände ausmachen.

2800 Hektar Waldfläche ist unter Schutz gestellt. Sei es durch Naturschutzgebietsausweisung, Landschaftsschutzgebietsausweisung oder Ausweisung als Fauna-Flora-Habitat- (FFH) Gebiet. Bekannte Wälder sind dabei das Neuenburger Holz, der Ihlower Wald oder der Hasbruch.

Bilder zum kostenlosen Download finden Sie hier.

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