Wollgras verzaubert Waldmoor

 In Forstamt Harsefeld, Regionale Presseregion Nordost

Niedersächsische Landesforsten betreiben erfolgreichen Biotopschutz

(Osterholz-Scharmbeck / Heidhof) Wollgras verzaubert das kleine Waldmoor nördlich von Heilshorn, Ortsteil Lange Heide. Die ganze Fläche leuchtet weiß und bietet Wanderern ein tolles Naturschauspiel. Wer vom Waldparkplatz an der Bremerhavener Heerstraße in östliche Richtung geht, sieht bereits nach etwa 200 Metern rechts die Moorfläche regelrecht leuchten.

Heiko Ehing, Leiter der zuständigen Revierförsterei Heidhof erklärt: „Die langen Blütenhüllfäden der Früchte bilden den bezeichnenden weißen Wollschopf der Wollgräser. Die prägenden „Wattebäusche“ zeigen nicht, wie landläufig oft angenommen wird, die Blüte, sondern die Früchte des Grases. Übrigens: Das Naturschauspiel lässt sich gut vom Weg aus beobachten, abseits des Weges holt man sich schnell nasse Füße“.

Bei der Moorfläche handelt es sich um ein etwa 1,2 Hektar großes sogenanntes Waldmoorschlatt. Schlatt ist der niederdeutsche Name für ein natürliches, stehendes, abflussloses Kleingewässer von geringer Tiefe. Es wird ausschließlich von Oberflächenwasser gespeist. Das Wasser wird durch eine wasserhaltende Bodenschicht gestaut.

„Das Waldmoorschlatt ist ein wertvolles Sonderbiotop, eingebettet im Waldschutzgebiet „Schmidts Kiefern“. Umrahmt von alten knorrigen Kiefern stellt es heute ein Juwel für den Naturschutz dar. Wollgras und Moosbeere kommen flächendeckend vor“ erläutert Heiko Ehing.

Die Moorfläche wird von den Niedersächsischen Landesforsten gepflegt und entwickelt. Die positive Entwicklung dieser für den Naturschutz wertvollen Fläche begann vor genau dreißig Jahren. Die damals schon feuchte Senke war komplett mit Sitkafichte bewaldet. Die Bäume haben das ganze Wasser entzogen, zusätzlich sorgten Abflussgräben für eine Entwässerung der Fläche, beides war schädlich für die Moorentwicklung. Revierförster Heiko Ehing hat Anfang der 90. Jahre gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Garlstedt begonnen Bäume zu fällen, die ganze Fläche zu räumen und neben dem Holz auch sogar Äste, Zweige und Reisig von dort herunterzuholen.

Heiko Ehing erzählt: „Die jungen Feuerwehrleute waren mit Feuereifer dabei, anfänglich sollten die jungen Leute nur die kleinen Bäume entfernen. Sie wagten sich aber schnell selbst an die stärkeren Sitkafichten heran, die dann, selbstverständlich unter sachkundiger Anleitung ihrer Betreuer, mit der Axt gefällt wurden. Das war der Startschuss für die positive Entwicklung dieses Biotops.“

Im Laufe der Jahre wurden vom Rand her immer mehr Bäume entnommen,  und die Fläche auf die heutige Größe erweitert. Naturverjüngung, natürlich angesamte Bäume, wurden ebenfalls regelmäßig entfernt und parallel wurden, die Abflussgräben verschlossen, damit wirklich alles Wasser auf der Fläche bleibt. Der Erfolg aller Maßnahmen hat sich in den Dürrejahren 2018 bis 2020 deutlich gezeigt, das Waldmoorschlatt ist nicht ausgetrocknet und die wasserliebende Vegetation hat die Trockenjahre gut überstanden.

Beitragsbild: Impression vom Waldmoorschlatt Heidhof (Fotos: Heiko Ehing / Niedersächsische Landesforsten)

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