Klimaangepasster Laubmischwald

 In Forstamt Harsefeld, Regionale Presseregion Nordost

Niedersächsische Landesforsten legen neuen artenreichen Laubmischwald mit besonderem Waldrand an

(Beverstedt) Der Kompensationsflächenpool „Erstaufforstung Abt. 1503 y“ grenzt an den zum Flecken Beverstedt gehörenden Ortsteil Wachholz. Im März dieses Jahres wurde die ehemalige Ackerfläche mit 16.800 Bäumen und 2.200 Sträuchern bepflanzt, um Waldumwandlungen an anderer Stelle regional zu kompensieren. Die zum Forstamt Harsefeld gehörende, ehemals verpachtete Fläche wird hin zu einem klimaangepassten und standortgerechten Laubmischwald entwickelt.

Bei strömendem Regen nahmen am 21. 06. 2021 Guido Dieckmann, Bürgermeister von Beverstedt, Thorsten Steinberg, Ortsvorsteher von Lunestedt und Julia Sent, Mitarbeiterin der Bauverwaltung Beverstedt, die Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen in Augenschein. Die Vertreter der Einheitsgemeinde nutzten die Einladung des Forstamtes Harsefeld, um sich ein Bild von der Ersatzaufforstung zu machen. Guido Dieckmann freut sich: „Hier auf dieser Fläche kommen wir, auf einer ideellen Teilfläche von 1.320 Quadratmetern, unserer Kompensationsverpflichtung für eine Waldumwandlung im Zuge einer Baumaßnahme in der Ortschaft Lunestedt nach. Wir freuen uns, dass das ortsnah möglich ist und der durch die Baumaßnahme verursachte Eingriff mit dieser neuen Waldfläche ökologisch hochwertig ausgeglichen wird“.

Die Aufforstungsfläche besitzt eine Gesamtgröße von fast 3,5 Hektar. Sie wurde lange intensiv landwirtschaftlich genutzt. Nach Ablauf des Pachtvertrages 2019 wurde eine Anerkennung als Kompensationsflächenpool seitens der Forstamtes beantragt und vom zuständigen Landkreis Cuxhaven bestätigt. Der Standort wurde kartiert, um festzustellen welche Baum- und Straucharten hier, auch mit Blick auf die Klimaveränderung, auf Dauer bestmöglich wachsen können.

Frank Zweers, Förster und Projektmanager für Naturdienstleistungen bei den Niedersächsischen Landesforsten im Forstamt Harsefeld erklärt: „Wir haben hier Stieleichen, Hainbuchen, Vogelkirschen und Flatterulmen gepflanzt. Die Baumarten wurden nach einem genau ausgeklügelten Bepflanzungsplan gemischt. So entsteht ein stabiler zukunftssicherer Laubmischwald. Mit Blick auf die zu befürchtenden Wildschäden mussten wir hier einen soliden, dauerhaften Wildschutzzaun errichten.“

Auf der ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche wurde vorab im Bereich der Zaunfläche eine Nutzpflanzendecke eingesät. Diese Einsaat dient als Gründünger und zur Verbesserung des Mikroklimas, sie hält die Konkurrenzflora zurück und lockt durch ihre blühreiche Pflanzenzusammensetzung zudem noch viele Insekten an. Am Außensaum der Fläche, außerhalb des Zaunes, wurde zusätzlich ein etwa vier Meter breiter Blühstreifen angesät. Die Waldränder wurden mit Vogelkirsche, Wildbirne, Feldahorn, Schwarzem Holunder, Weißdorn, Haselnuss, Faulbaum und Schwarzdorn bepflanzt. „Die beiden Blühmischungen und die Blüten der Sträucher werden künftig zu einem Paradies für Insekten und einem echtem Blickfang für die Waldbesucher“, freut sich Frank Zweers.

Frank Zweers merkt an: „Mit der Pflanzung der 19.000 Bäume und Sträucher in Kombination mit der Einbringung der Nutzpflanzendecke sowie der gezielten Anlage des Außensaums aus regionalen Gräsern und Blühpflanzen erfährt die Fläche eine deutliche Steigerung ihrer ökologischen Wertigkeit. Mit diesen Maßnahmen werden anderorts verursachte Waldverluste sowie Eingriffe nach dem Naturschutz- und Baurecht ausgeglichen“.

Hintergrund:

Wird durch Bauvorhaben die Natur erheblich beeinträchtigt, besteht immer eine Pflicht zum Ausgleich der zerstörten ökologischen Funktionen. Werden sogenannte Schutzgüter, wie Landschaftsbild, Boden, Wasser, Lebensgemeinschaften, Tier- und Pflanzenarten grundlegend beeinträchtigt, so müssen diese an anderer Stelle aufgewertet werden. Verursacht ein Bauvorhaben den Verlust von Waldflächen, so muss dafür zusätzlich neuer Wald an anderer Stelle geschaffen werden.  Auf diese Weise werden die Lebensgrundlagen für künftige Generationen gesichert.

Die Niedersächsischen Landesforsten bieten ökologische Services für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen an. Dabei handelt es sich um Kompensationsprojekte nach Naturschutz-, Bau-, Wald- und Artenschutzrecht. Als größter Grundeigentümer Niedersachsens können die Landesforsten den Projektträgern von Infrastrukturprojekten und Zulassungsbehörden landesweit eigens dafür eingerichtete Kompensationsflächenpools anbieten.

Die Niedersächsischen Landesforsten bewirtschaften ihren Waldbesitz schon seit jeher nachhaltig. Erweitert wurde diese forstliche Nachhaltigkeit vor fast 30 Jahren durch die  Grundsätze der „Langfristigen Ökologischen Waldentwicklung“ (kurz: LÖWE). In den Kompensationsflächenpools werden hochwertige Naturdienstleistungen angeboten, die über die LÖWE-Leistungen und sonstigen Selbstverpflichtungen der Landesforsten hinausgehen.

Beitragsbild:  (von links) Guido Dieckmann, Bürgermeister Beverstedt, Julia Sent, Mitarbeiterin der Bauverwaltung Beverstedt  und Thorsten Steinberg, Ortsvorsteher von Lunestedt und beim Ortstermin vor der Aufforstungsfläche.  (Fotos: Niedersächsische Landesforsten)

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