Badeverbot am Bergsee in Delliehausen

 In Forstamt Dassel, Regionale Presseregion Süd

Forstamt nennt Naturschutzbelange, Probleme mit der Verkehrssicherheit und Gewässerqualität als Gründe

(Uslar) Am Bergsee in Delliehausen ist das Baden verboten. Darauf weist das Niedersächsische Forstamt Dassel als Eigentümerin hin. Neue Verbotsschilder sollen im Uferbereich angebracht werden. Der Bergsee mit seinem umliegenden Baumbestand im Landkreis Northeim genießt den Schutzstatus eines “Flächenhaften Naturdenkmals“. Das Schutzgebiet darf nicht verändert und sein Erhaltungszustand nicht verschlechtert werden, verlangt die Verordnung des Landkreises. Mehrere Bäume und Teile von Baumkronen seien in den See gebrochen und gefährdeten unter der Wasseroberfläche Badegäste, macht das Forstamt aufmerksam. Duldet es als Eigentümerin den Badebetrieb, müsste das Forstamt aus Verkehrssicherungsgründen Gefahrenbäume im Uferbereich und unter Wasser regelmäßig entfernen. „Baumkronen zu pflegen oder ganze Bäume zu beseitigen widerspricht allerdings dem Naturschutzziel“, sagt Revierförster Peter Martensen. Weiterhin müsste jährlich der Gewässeruntergrund auf Gefahrenquellen abgesucht und andere gefährdende Bereiche begutachtet werden. Es sei nicht Aufgabe der Landesforsten, am Bergsee eine Badestelle zu unterhalten, unterstreicht Forstamtsleiter Thomas Reulecke. Der Badebetrieb am Bergsee habe stark zugenommen, seitdem kommunalen Freibäder eingeschränkt betrieben oder ganz geschlossen würden.

Coli-Bakterien-Gefahr: Bergsee ist kein natürliches Gewässer, sondern ein Zechenteich

Seine Suche nach einer Lösung, den Bergsee als Badesee freigeben zu können, sei gescheitert, so Reulecke. „Die Stadt Uslar ist nicht bereit, über einen Gestattungsvertrag die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen“, bedauert Dassels Forstamtsleiter. Thomas Reulecke warnt außerdem vor der Gefahr von Colibakterien, die in früheren Jahren im Bergsee nachgewiesen wurden und betont: „Beim Bergsee Delliehausen handelt es sich nicht um ein natürliches Gewässer, sondern um ein künstlich entstandenes Stillgewässer. Die Wasserqualität des Zechenteiches sei schwankend, die Stadt Uslar habe die Untersuchung der Gewässerqualität schon vor längerer Zeit eingestellt, erinnert Reulecke. Laut Wassergesetz und der aktuellen Rechtsprechung können sich die Landesforsten als Flächeneigentümer auch nicht mit dem Hinweis „Baden auf eigene Gefahr“ von der Verkehrssicherung befreien.

„Wird das Baden geduldet, ist der Eigentümer verkehrssicherungspflichtig, auch wenn er sonst keine Einrichtungen für den Badebetrieb zur Verfügung stellt. Ist das Baden an dem Gewässer gefährlich, liegt in der Duldung eine Fahrlässigkeit vor, die bei Unfällen zur Haftung führen kann“, beruft sich Forstamtsleiter Reulecke auf die aktuelle Rechtsprechung.

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© Fotos: Bergwaldprojekt