Beweidung im Hutewald “Alte Schäferei”

 In Forstamt Fuhrberg, Regionale Presseregion Mitte

Hochlandrinder grasen im Wald

(Fuhrberg /Celle) Sie sind rot, langhaarig und ruhigen Gemütes. Schottische Hochlandrinder beweiden derzeit im Niedersächsischen Forstamt Fuhrberg den Hutewald Alte Schäferei bei Celle.

Durch ihren unersättlichen Appetit wird der Wald an dieser Stelle offengehalten, insbesondere von der hier massiv auftretenden Spätblühenden Traubenkirsche. In der Vergangenheit war diese Art der Waldnutzung gang und gäbe, um das Vieh zu ernähren. Diese Nutzungsform hatte tlw. dramatische Auswirkungen auf den Wald und verhinderte stellenweise u.a. seine Verjüngung. Aus diesem Grund ist die sogenannte Waldweide bis heute gesetzlich verboten.

Heute wird diese Waldnutzungsform vereinzelt wieder als Biotopschutzmaßnahme genutzt, durch die die Niedersächsischen Landesforsten Arten unterstützen, die speziell an offene, parkähnliche Lebensräume angepasst sind.

Es wirkt untypisch, wenn mitten im Wald plötzlich ein Weidezaun steht und unter dem sonnendurchfluteten Blätterdach der bis zu 350 Jahre alten Eichen Rinder liegen.

Im Forstamt Fuhrberg ist dies momentan zu beobachten. Eine kleine Herde bestehend aus vier Schottischen Hochlandrindern von Landwirt Heiner Hoppenstedt ist seit wenigen Wochen auf der Waldweide zu sehen. Eine Kuh mit ihrem diesjährigen Kalb sowie zwei einjährige Highlander bilden diese Herde. Ihre Aufgabe ist denkbar einfach. Sie sind dafür zuständig die Vegetation kurzzuhalten, um ein Zuwachsen dieses Bereiches zu unterbinden.

„Den Wald offenzuhalten und zu versuchen, dass die Bäume hier nicht wachsen, klingt zunächst merkwürdig. Doch wenn wir uns auf der Fläche einmal umschauen, dann sehen wir ein paar sehr alte Eichen, teilweise sogar schon abgestorben. Diese Eichen bieten einen Lebensraum für Fledermäuse, Insekten, Vögel, Säugetiere Pflanzen und Pilze, welche genau diese offenen Lebensraumstrukturen benötigen“, erklärt Kerstin Geier, Naturschutzförsterin des Forstamtes Fuhrberg.

„Der Mittelspecht ist unter anderem eine Spechtart, welche zwingend alte Eichen mit grober Rinde und Höhlen benötigt. Diese finden wir in diesem Hutewald in ausreichendem Umfang. Hirschkäfer und der sehr seltene Eremit sind ebenfalls an die halb offenen Strukturen angepasst. Der seltene Eremit bewohnt die hohlen Stämme der alten Eichen und profitiert davon, dass die alten Eichen hier erhalten werden. Wächst der Wald zu, dann verschwinden auch diese speziellen Arten“, so Geier weiter.

Vom Mittelalter bis Anfang des 19. Jahrhunderts war die Beweidung des Waldes eine weitverbreitete Art, um das Vieh sattzubekommen. Um die damit verbundenen Übernutzungen der Wälder zu unterbinden wurde die Waldweide immer weiter zurückgedrängt.

Um die Strukturen der Hutewälder zum Leben zu erwecken, wird heute die Beweidung in einzelnen Hutewaldprojekte wieder genutzt. So auch im Forstamt Fuhrberg, wo der Hutewald Alte Schäferei seit 2016 wieder beweidet wird.

Zwischen den alten Eichen stehen kleine 5×5 Meter große Gatter, welche Kerstin Geier installieren lassen hat: „Die kleinen Gatter dienen der Verjüngung des Hutewalds. Die bisher stehenden Eichen sind schon sehr alt. Um den Hutewald langfristig zu erhalten, brauchen wir junge Eichen, die die Funktion, der Alten, übernehmen können. Die Rinder würden ohne diese Zäune auch den Nachwuchs fressen, was wir so vermeiden.“

Die Schottischen Hochlandrinder gehören zu einer sehr alten und unveränderten Rinderrasse, sie sind sehr robust, langlebig und genügsam, weshalb sie sich für eine solche Beweidungsart sehr eignen.

Bis in den Herbst hinein werden die Rinder im Hutewald zu beobachten sein und dort den Wald offenhalten.

 

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