Fledermausschutz im Forstamt Saupark

 In Forstamt Saupark, Regionale Presseregion Mitte

Fledermausschutz im Forstamt Saupark

(Springe) An Waldrändern, in Parks und über Wiesen sind des Nachts Fledermäuse zu beobachten. Die nachtaktiven Tiere haben ihre Winterruhe überstanden und kümmern sich derzeit um die Aufzucht ihrer Jungen. Um herauszufinden, wo sich Fledermauskolonien mit ihrem Nachwuchs in den Landesforsten aufhalten, sind im Forstamt Saupark nächtliche Fangaktionen durchgeführt worden, bei denen einige Tiere mit winzigen Sendern versehen worden.

Fledermäuse sind heimliche Bewohner der Wälder. Sie sind nur nachts unterwegs und für den Menschen höchstens als Schatten am Nachthimmel wahrnehmbar. Einige der 21 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind noch sehr unerforscht. Um mehr über die Fledermäuse in den Wäldern des Forstamtes Saupark zu erfahren, beauftragten die Landesforsten das Institut für Tierökologie und Naturbildung aus Hessen mit einer Untersuchung.

„Es wurden 11 ganz nächtliche Netzfänge in alten Laubwaldbeständen durchgeführt und weibliche Tiere mit einem Sender ausgestattet, deren Quartierbäume anschließend gesucht worden. Durch die Lokalisation der Wochenstubenquartierbereiche wollen die Niedersächsischen Landesforsten gezielt den Schutz besonders der Bechsteinfledermaus und anderer baumhöhlenbewohnender Fledermausarten und deren lokaler Populationen verbessern“, erklärt Heiko Brede, Förster für Naturschutz und Waldökologie im Forstamt Saupark.

Biologin Nina Ruhl vom Institut für Tierökologie: „Gegen 20:00 Uhr bauen wir allmählich die Netze auf, denn diese müssen mit dem Beginn der Abenddämmerung stehen. Die Fledermäuse, die dann ihre Raubzüge nach Insekten beginnen, können in den Netzen gefangen werden. Je später die Nacht wird, desto mehr Fledermausarten kommen aus ihren Verstecken. Oft sind die kleinen Zwergfledermäuse die Ersten, die wir beobachten. Eine Fangnacht endet meist gegen 05:00 Uhr mit Einbruch der Morgendämmerung. Wir müssen uns den Gewohnheiten der Tiere anpassen“, erklärt die Biologin weiter.

Geschützt mit einer medizinischen Maske und Gummihandschuhen werden die gefangenen Tiere dann gewogen, vermessen und mit einem Klecks rotem Nagellack versehen, um sie bei einem erneuten Fang nicht doppelt zu listen.

Die Daten der Tiere werden in einem Erfassungsbogen aufgenommen und später ausgewertet. Besondere Tiere, wie in diesem Fall eine Bechsteinfledermaus, werden mit einem winzig kleinen Sender versehen, um herauszufinden, wo sich die Quartiere dieser Tiere befinden. Dadurch kann im Nachgang bei einer Ausflugszählung die Anzahl der Fledermäuse in einem Quartier ermittelt werden.

Heiko Brede, Förster für Waldökologie und Naturschutz hat eine solche Ausflugszählung durchgeführt: „Die von mir gezählte Kolonie der Bechsteinfledermäuse ist außergewöhnlich groß. 95 weibliche Tiere sind aus der Baumhöhle geflogen. Mir ist keine größerer Bechsteinfledermauskolonie bekannt. Das ist ein Beleg dafür, dass die Tiere an dieser Stelle optimale Lebensbedingungen haben. Dazu gehört ein großer Bestand an alten Bäumen mit einer sehr hohen Baumhöhlendichte und ein üppiges Nahrungsangebot in Form von Insekten.“

Die Kombination des Naturschutzes und der Bewirtschaftung in den Niedersächsischen Landesforsten funktioniert. Von Maßnahmen, wie dem Schutz alter Bäume, die sich durch Höhlen und Strukturen als besondere Lebensräume für Pflanzen und Tiere auszeichnen, profitieren auch die Fledermausarten. Das Programm der Langfristigen ökologischen Waldentwicklung (LÖWE), ermöglicht eine nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung, welche für das Vorkommen solcher Tierarten und damit der Sicherung von Biodiversität unabdingbar ist.

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