Tierische Landschaftspfleger

 In Forstamt Harsefeld, Regionale Presseregion Nordost

Schafe und Ziegen als Landschaftspfleger im Holzurburger Moor

(Bad Bederkesa / Holzurburg) Das 625 Hektar große Naturschutzgebiet (NSG) “Holzurburg am Bederkesaer See” befindet sich nordöstlich von Bad Bederkesa im Landkreis Cuxhaven. Landschaftsprägend sind große Wald- und Moorgebiete, aber auch Röhrichte am Nordufer des Bederkesaer Sees sowie Grünlandflächen tragen zum Zauber dieser Landschaft bei.

Zum Erhalt sensibler Lebensräume müssen die extensiv genutzten Moorgrünlandflächen und hochmoortypischen Feuchtheiden, die sich dort auf den ehemaligen Brandschutzstreifen im Holzurburger Wald gebildet haben, gepflegt werden. Wie bereits im NSG „Ahlen-Falkenberger Moor, Halemer / Dahlemer See“ setzen die Niedersächsischen Landesforsten hierbei auf die Hilfe der bereits bewährte vierbeinige Helfer der Schäferei Wümmeniederung aus Scheeßel. Das Forstamt Harsefeld hat hier jetzt die Landschaftspflege weiterer dreieinhalb Hektar schutzwürdiger Flächen in die Obhut der tierischen Landschaftspfleger gegeben.

Auf den naturschutzfachlich sehr bedeutsamen Flächen sollen der Gehölzaufwuchs und Gräser durch die Schafe und Ziegen verbissen und damit zurückgedrängt werden, damit andere weniger dominante, aber für diese Lebensräume typischen Tier- und Pflanzenarten, überleben und sich stärker ausbreiten können. Die tierischen Landschaftspfleger ersetzen an dieser Stelle die sehr aufwendige maschinelle Pflege. Die Schafe und Ziegen sind dabei auf diesen sensiblen und feuchten Böden auch noch deutlich naturschutzverträglicher.

Frank Zweers, Förster für Naturdienstleistungen im Forstamt Harsefeld erklärt: „Eine Beweidung dieser Flächen mit Schafen und Ziegen dient der Landschaftspflege sowie dem Natur- und Artenschutz am besten. Die Tiere sind bodenschonend und sorgen für einen für diese Flächen wichtigen Nährstoffaustrag. Vorkommende Kleinstlebewesen wie Libellen und Schmetterlinge werden deutlich weniger beeinträchtigt als bei einer maschinellen Pflege. Zudem bietet der Anblick einer friedlich grasenden Herde für die Waldbesucher eine schöne Abwechslung beim Spaziergang. Mit der Schäferei Wümmeniederung haben wir für diese Aufgaben einen verlässlichen und erfahrenen Partner“.

Die Schäferei setzt für die Beweidung ausschließlich alte Landschafrassen in Kombination mit geeigneten Ziegenrassen ein. Die Tiere leben das ganze Jahr über draußen, sie sind besonders robust und gesund. In Holzurburg sind die tierischen Helfer noch bis etwa Ende August im Einsatz. Die 230-köpfige gemischte Schaf- und Ziegenherde wird durch einen Zaun und Herdenschutzhunde vor dem gelegentlich hier vorkommenden Wolf geschützt.

Holger Benning, Inhaber der Schäferei Wümmeniederung ergänzt: „Meine beiden hier eingesetzten Kangal-Hirtenhunde heißen Joy und Ozzy. Sie leben das ganze Jahr mit den Schafen und Ziegen zusammen und beschützen ihre Herde vor Gefahren. Es geht von meinen Hunden keine Gefahr aus, trotzdem meine Bitte: Spaziergänger sollten nicht über den Zaun steigen oder auch nur darüber greifen. Fahrradfahrer sollten am Zaun absteigen und ihr Fahrrad schieben. Hunde sind anzuleinen, in diesem Schutzgebiet gilt ohnehin ganzjährig die allgemeine Leinenpflicht. Außerdem möchte ich darum bitten, dass weder die Hunde noch die Ziegen oder Schafe gefüttert werden“.

Beitragsbild: Frank Zweers (links) und Holger Benning vor der gemischten Schaf- und Ziegenherde. In der Bildmitte ist einer der beiden eingesetzten Herdenschutzhunde zu sehen. Auf den naturschutzfachlich sehr bedeutsamen Flächen sollen der Gehölzaufwuchs und Gräser durch die Schafe und Ziegen verbissen und damit zurückgedrängt werden, damit andere weniger dominante, aber für diese Lebensräume typischen Tier- und Pflanzenarten (z. B. Sonnentau), überleben und sich ausbreiten können. Die Herdenschutzhunde sorgen für den Schutz der Herde vor einem Wolfsangriff. (Fotos: Sierk / Niedersächsische Landesforsten) 

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