Nachwuchs für den Wald

 In Forstamt Göhrde, Regionale Presseregion Nordost

Ausbildungsbeginn im Forstamt Göhrde – zwei neue angehende Forstwirte

(Göhrde) Christoph Englert (20) und Torben Kruse (17) freuen auf ihre Ausbildung zum Forstwirt im Forstamt Göhrde, einem von 15 Ausbildungsforstämtern der Niedersächsischen Landesforsten. Am Montag, dem 02. August, pünktlich um 07:00 Uhr begann für die beiden angehenden Forstwirte in der Ausbildungswerkstatt in Röthen ihr dreijähriges praktisches und theoretisches Lernen im und über den Wald.

Christoph Englert stammt aus Welmbüttel, einer kleinen Gemeinde im Westen von Schleswig-Holstein. Er ist in einem Forsthaus aufgewachsen und war bereits von Kindesbeinen an gemeinsam mit seinem Vater, einem Revierförster, im Wald unterwegs.  Mit 16 Jahren hat Christoph Englert seinen Jugendjagdschein gemacht, schulbegleitend absolvierte er zwei Praktika als Berufsjäger. Er hat bereits früh für sich entdeckt, dass ihm das Arbeiten in und mit der Natur viel Freude bereitet.  „Ich bin einfach jemand, der draußen sein muss, ich freue mich sehr, dass es nach meinem Abitur problemlos mit der Lehrstelle in der Göhrde geklappt hat“, erzählt Englert.

Torben Kruse ist in Buendorf, Dahlenburg aufgewachsen. In dem familieneigen Wald war schon als Kind immer ganz vorne mit dabei, wenn Brennholz gemacht wurde. Über diesen frühen Kontakt zum Wald hat er schon sehr früh Feuer für den Beruf des Forstwirts gefangen. „Nach einem Zukunftstag im Forstamt Göhrde stand mein Berufswunsch dann absolut und unverrückbar fest. Nach meinem Realschulabschluss habe ich alles auf eine Karte gesetzt und mich ausschließlich im Forstamt Göhrde beworben. Für mich erfüllt sich mit der heimatnahen Ausbildungsstelle jetzt ein Traum“, sagt Kruse

Ausgebildet werden die angehenden Forstwirte im Forstamt Göhrde durch den erfahrenen Forstwirtschaftsmeister Michel Wohlers. Wohlers erklärt seinen neuen Auszubildenden: „Sie haben sich für eine vielfältige, spannende Ausbildung in einem zukunftsträchtigen aber auch sehr fordernden Beruf entschieden. Ihre Berufsaussichten sind gut, das heißt, wer bei uns eine Ausbildung macht, hat nach erfolgreichem Abschluss gute Chancen übernommen zu werden. Der Arbeitsplatz „Wald“ benötigt gut ausgebildete Fachleute für die optimale Bewirtschaftung dieses komplexen und sensiblen Ökosystems“.

Für 2022 bieten die Landesforsten wieder dreißig Ausbildungsplätze für den Forstwirt-Beruf an. Bewerbungen müssen bis Mitte Oktober 2020 vorliegen. Voraussichtlich Ende November finden dann die eintägigen Auswahlverfahren statt.

Hintergrund: In der dreijährigen Ausbildung zum Forstwirt werden die jungen Leute im Forstbetrieb theoretisch und praktisch in die Arbeit eines Forstwirts, vom Pflanzen und Schützen junger Bäume bis hin zur Holzernte eingewiesen. Der Beruf erfordert nicht nur Kenntnisse über den Aufbau des Waldes und der darin vorkommenden Arten, sondern ebenso über den Betrieb und die Unterhaltung von Forstmaschinen, wie der Motorsäge und weiterer Maschinen und Geräte. Besonderes Augenmerk wird auf Sicherheit und gesundheitsschonende Arbeitsverfahren gelegt.

Die Praxis wird ergänzt durch jährlich zehn Wochen überbetriebliche Ausbildung und Berufsschule am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum bei Seesen am Harz. Dort wird auch die Ausbildung an Forstgeräten und Maschinen vertieft. So gehören die Arbeit mit dem Forstschlepper und erste Ausbildungsschritte an krangeführten Holzerntemaschinen mit zum Programm. Regelmäßig fahren Auszubildende im Rahmen des europäischen Leonardo-Austauschprogramms zum Beispiel nach Skandinavien. Bei guten Voraussetzungen kann man eine sechsmonatige Ausbildung zum Forstmaschinenführer in die Ausbildung integrieren.

In den 15 Ausbildungsrevieren der Niedersächsischen Landesforsten werden jährlich 30 Auszubildende für den Forstwirt-Beruf eingestellt. Im Nordosten gibt es gut ausgestattete Ausbildungsreviere mit abwechslungsreichen Wäldern in den Forstämtern Harsefeld, Göhrde, Oerrel und Rotenburg.

Die Berufsaussichten bei den Landesforsten sind gut. So wurden in diesem Jahr 15 Forstwirte übernommen. Beliebte Weiterbildungsmöglichkeiten sind die Fortbildung zum Forstmaschinenführer oder zum Forstwirtschaftsmeister. Darüber hinaus kann man sich in der Baumpflege und im Baumklettern beruflich weiterentwickeln. Auch als praktische Grundlage für ein anschließendes Forststudium wird die Forstwirt-Ausbildung genutzt.

Die Landesforsten selbst bieten jährlich ein umfangreiches Seminarprogramm zur laufenden Fortbildung für alle Mitarbeiter an.

Beitragsbild: Torben Kruse (von links), Michel Wohlers, Ausbildungsmeister und Christoph Englert (Foto: Niedersächsische Landesforsten)

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