Nachwuchs für den Wald

 In Forstamt Rotenburg, Regionale Presseregion Nordost

Ausbildungsbeginn im Forstamt Rotenburg – zwei neue angehende Forstwirte

(Rotenburg) Julian Bisping (16) und Marvin Baltuttis (17)  freuen auf ihre Ausbildung zum Forstwirt im Forstamt Rotenburg, einem von 15 Ausbildungsforstämtern der Niedersächsischen Landesforsten. Am Montag, den 02. August, pünktlich um 07:00 Uhr begann für die beiden angehenden Forstwirte in der Ausbildungswerkstatt in Rotenburg ihr dreijähriges praktisches und theoretisches Lernen im und über den Wald.

Julian Bisping stammt aus Asendorf, in der Nordheide und Marvin Baltuttis kommt aus Rhadereistedt im Landkreis Rotenburg. Unterschiedliche Orte, rund 80 Kilometer voneinander entfernt. Vor der Ausbildung kannten sich die beiden angehenden Forstwirte nicht, aber ihre Lebensläufe und die Beweggründe sich für den Beruf des Forstwirtes zu entscheiden sind fast identisch. Beide verbindet die Liebe zum Wald und beide waren schon als Kinder im jeweiligen familieneigen Wald immer ganz vorne mit dabei, wenn Brennholz gemacht wurde oder auch andere Waldarbeiten zu verrichten waren. Nach ihrem Realschulabschluss haben beide alles auf eine Karte gesetzt und sich ausschließlich im Forstamt Rotenburg beworben und beide wurden aus dem großen Kreis der Bewerber ausgewählt. „Nach einem einwöchigen Praktikum im Forstamt Rotenburg stand mein Berufswunsch dann absolut und unverrückbar fest. Für mich erfüllt sich mit der heimatnahen Ausbildungsstelle jetzt ein Traum“, freut sich Marvin Baltuttis. Julian Bisping ergänzt: „Ich bin einfach jemand der immer draußen sein muss, daher habe ich vor kurzem auch meinen Jugendjagdschein gemacht. Ich freue mich sehr, dass es so problemlos mit der Lehrstelle in Rotenburg geklappt hat“.

Ausgebildet werden die angehenden Forstwirte im Forstamt Rotenburg durch den erfahrenen Forstwirtschaftsmeister (FWM) Peter Landig, der zurzeit von seinem Kollegen FWM Heino Wilckens vertreten wird. Heino Wilckens erklärt den neuen Auszubildenden: „Ihr habt euch für eine vielfältige, spannende Ausbildung in einem zukunftsträchtigen aber auch sehr fordernden Beruf entschieden. Eure Berufsaussichten sind gut, das heißt, wer bei uns seine Ausbildung abschließt hat gute Chancen übernommen zu werden. Der Arbeitsplatz „Wald“ benötigt gut ausgebildete Fachleute für die optimale Bewirtschaftung dieses komplexen und sensiblen Ökosystems“.

Für 2022 bieten die Landesforsten wieder dreißig Ausbildungsplätze für den Forstwirt-Beruf an. Bewerbungen müssen bis Mitte Oktober 2020 vorliegen. Voraussichtlich Ende November finden dann die eintägigen Auswahlverfahren statt.

Hintergrund: In der dreijährigen Ausbildung zum Forstwirt werden die jungen Leute im Forstbetrieb theoretisch und praktisch in die Arbeit eines Forstwirts, vom Pflanzen und Schützen junger Bäume bis hin zur Holzernte eingewiesen. Der Beruf erfordert nicht nur Kenntnisse über den Aufbau des Waldes und der darin vorkommenden Arten, sondern ebenso über den Betrieb und die Unterhaltung von Forstmaschinen, wie der Motorsäge und weiterer Maschinen und Geräte. Besonderes Augenmerk wird auf Sicherheit und gesundheitsschonende Arbeitsverfahren gelegt.

Die Praxis wird ergänzt durch jährlich zehn Wochen überbetriebliche Ausbildung und Berufsschule am Niedersächsischen Forstlichen Bildungszentrum bei Seesen am Harz. Dort wird auch die Ausbildung an Forstgeräten und Maschinen vertieft. So gehören die Arbeit mit dem Forstschlepper und erste Ausbildungsschritte an krangeführten Holzerntemaschinen mit zum Programm. Regelmäßig fahren Auszubildende im Rahmen des europäischen Leonardo-Austauschprogramms zum Beispiel nach Skandinavien. Bei guten Voraussetzungen kann man eine sechsmonatige Ausbildung zum Forstmaschinenführer in die Ausbildung integrieren.

In den 15 Ausbildungsrevieren der Niedersächsischen Landesforsten werden jährlich 30 Auszubildende für den Forstwirt-Beruf eingestellt. Im Nordosten gibt es gut ausgestattete Ausbildungsreviere mit abwechslungsreichen Wäldern in den Forstämtern Harsefeld, Göhrde, Oerrel und Rotenburg.

Die Berufsaussichten bei den Landesforsten sind gut. So wurden in diesem Jahr 15 Forstwirte übernommen. Beliebte Weiterbildungsmöglichkeiten sind die Fortbildung zum Forstmaschinenführer oder zum Forstwirtschaftsmeister. Darüber hinaus kann man sich in der Baumpflege und im Baumklettern beruflich weiterentwickeln. Auch als praktische Grundlage für ein anschließendes Forststudium wird die Forstwirt-Ausbildung genutzt.

Die Landesforsten selbst bieten jährlich ein umfangreiches Seminarprogramm zur laufenden Fortbildung für alle Mitarbeiter an.

Beitragsbild: Marvin Baltuttis (von links) und Julian Bisping. Die beiden arbeiten bereits in ihrer zweiten Ausbildungswoche, nach umfassender Sicherheits- und technischer Unterweisung und natürlich nur mit vollständig angelegter persönlicher Schutzausrüstung, mit der Motorsäge. (Fotos: Sierk / Niedersächsische Landesforsten)

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