Bodenschutzkalkung im Forstamt Unterlüß

 In Forstamt Unterlüß, Regionale Presseregion Nordost

(Unterlüß) Am Montag, den 04. Oktober beginnen die Niedersächsischen Landesforsten eine großflächige Kalkungsaktion in den Wäldern des Forstamtes Unterlüß.

Über einen Zeitraum von etwa vier Wochen wird eine Waldfläche von 1.500 Hektar gekalkt. Insgesamt werden 4.500 Tonnen Kalk mittels Hubschrauber aber auch vom Boden aus mit einem Streuaggregat ausgebracht.

Die Arbeiten finden täglich zwischen 8 und 20 Uhr statt. „Schwerpunkte der diesjährigen Kalkung sind die an Unterlüß angrenzenden Landeswaldflächen der Förstereien Kempelhorn und Schafstall. In diesen Förstereien finden beide Methoden Anwendung, wobei wir stets darauf achten, dass die Maßnahmen vom Boden und aus der Luft zeitlich und räumlich getrennt stattfinden“, erläutert Forstamtsleiter Arne Sengpiel das Vorgehen. „Wir bitten alle Waldbesucher und besonders die zurzeit zahlreichen Pilzsucher diese Waldbereiche zu meiden. Es wird zeitweise auch zu Wegesperrungen kommen, da das Betreten der zu kalkenden Flächen verboten ist. Am Wochenende wird jedoch nicht gekalkt“, so Sengpiel weiter.

Der verwendete kohlensaure Magnesiumkalk wird als erdfeuchtes Material ausgebracht. Um die Beeinträchtigungen für die Tier- und Pflanzenwelt möglichst gering zu halten, wird erst jetzt zum Ende der Vegetationszeit gekalkt.

„Die für den Naturschutz besonders sensiblen Bereiche, vor allem Feuchtbiotope, werden in Abstimmung mit unseren Naturschutzfachleuten von der Kalkung ausgenommen. Auch Ortschaften sind von der Maßnahme nicht betroffen. Wir bleiben weit genug von den Ortsrändern entfernt. Spaziergänger und Anwohner müssen sich keine Sorgen machen. Der Kalk ist für Mensch und Tier völlig ungefährlich“, betont Arne Sengpiel weiter.

Hintergrund: Eine erste Bodenschutzkalkung fand bereits in den 1980er Jahren als Konsequenz aus der damaligen Waldsterbenssituation statt. Durch die bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzten Schadstoffe kommt es zu sauren Niederschlägen. Diese haben eine Versauerung der Böden zur Folge. Durch die Übersäuerung des Bodens wird deren natürliche Zusammensetzung gestört. Es werden giftige Schwermetall- sowie Aluminium­ionen freigesetzt, die die Feinwurzeln der Bäume schädigen. Dadurch entstehen wiederum Störungen im Wasser- und Nährstoffhaushalt der Bäume, und ihre Widerstandskraft nimmt stark ab. Die betroffenen Bäume werden anfälliger gegenüber Krankheiten und natürlichen Belastungen. Diesem Effekt begegnet man mit dem Ausbringen von kohlensaurem Magnesiumkalk, der erdfeucht auf den Waldboden aufgetragen wird. Der Kalk ist nicht etwa weiß, wie man es sich landläufig vorstellt, sondern hat das Aussehen von Sand. Erdfeucht ist das Material, damit es nicht die gesamte Umgebung verstaubt. Der Kalk wird nicht in den Boden eingebracht, sondern lediglich oberflächlich aufgetragen, so wird eine weitere Versauerung abgepuffert.

Beitragsbild: Die Kalkung der Wälder findet zum Teil per Hubschrauber statt. Die Befüllung des Außenlastbehälters findet mit dem Radlager statt während der Hubschrauber in der Luft bleibt. Der Kalk wird anschließend im Überflug GPS-gestützt punktgenau ausgebracht.  (Fotos: Sierk / Niedersächsische Landesforsten)

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