Amphibienschutz im Osterwald

 In Forstamt Saupark, Regionale Presseregion Mitte

Amphibienschutz im Osterwald

 

Wiederansiedlung der Geburtshelferkröte in der Meerpfühle

 

(Osterwald) Nachdem die Geburtshelferkröte letztmalig im Jahr 2000 an der Meerpfühle nachgewiesen wurde, ist kürzlich die Wiederansiedlung dieser seltenen Krötenart mit 10 nachgezogenen und autochthonen Individuen von einer Spenderpopulation aus der Region gestartet worden. Zuvor setzte der NABU Niedersachsen in Kooperation mit den Niedersächsischen Landesforsten, der Unteren Naturschutzbehörde Hameln-Pyrmont, im Bereich des Forstamtes Saupark lebensraumverbessernde Maßnahmen für die heimischen Amphibien um.

 

Die ersten Rückkehrer nach der Verbesserung des Lebensraumes sind 10 Geburtshelferkröten. Die nachgezogenen Jungtiere setzen die Naturschützer behutsam in die kleinen Gewässer. Sie sollen die Basis der neuen Krötenpopulation sein.

Heiko Brede, Förster für Naturschutz, begleitet das Projekt an der Meerpfühle: „Die Geburtshelferkröte verdankt ihren Namen den männlichen Kröten. Sie wickeln sich die Laichschnüre um die Hinterbeine und tragen diese bis kurz vor dem Schlupf des Nachwuchses bei sich. Aufgrund des schwindenden Lebensraumes sind Geburtshelferkröten leider sehr selten“.

 

Geburtshelferkröten bevorzugen kiesige und steinige Uferbereiche mit vielfältigen Versteckmöglichkeiten. Sie ziehen sich in kleine Lücken zurück und warten dort bis sie nachts jagen gehen können. Fehlen solche Strukturen, fehlen auch die Geburtshelferkröten. Neben schlechten Lebensraumstrukturen haben Fische einen deutlich negativen Einfluss, da sie sich auch von Amphibien und deren Nachwuchs ernähren. Auch in den Meerpfühlenteichen war der hohe Besatz an Fischen einer der Gründe für das Verschwinden der Geburtshelferkröten.

 

„Fischfreie Kleingewässer sind für die Kaulquappen der Geburtshelferkröte besonders wichtig“ erklärt Kim Fasse, NABU-Projektmitarbeiterin. Aus diesem Grund sind aus einem großen Teich mehrere kleinere fischfreie Gewässer entstanden.

„Bereits Anfang des Jahres haben wir den Teich mit Schläuchen abgelassen, um sicherzustellen, dass der Schlamm aus dem Teich nicht in den Gehlenbach gespült wird“, erläutert Bruno Scheel, NABU-Projektmitarbeiter. „Im nächsten Schritt haben wir im Bereich der ehemaligen Gewässersohle mehrere fischfreie Kleingewässer angelegt und einen Teil der Gehölze im Uferbereich entfernt. So sind die neuen Gewässer optimal besonnt.“

 

Um den Amphibien den größtmöglichen Schutz zu bieten, ist es wichtig, dass die entstandenen Kleingewässer möglichst fischfrei waren.

„Auffällig exotische Farben blitzten bislang unter der Wasseroberfläche. Die oft aus Gartenteichen oder Aquarien stammenden Fische ernähren sich auch von Amphibien und verhindern deren Ausbreitung. Durch das Abfischen haben wir den Amphibien nun bessere Chancen gegeben,“ so Brede.

Als eines von vielen Trittsteinbiotopen wird die Meerpfühle das Lebensraumnetz im Osterwald wieder vervollständigen.

 

Das Amphibienschutzprojekt LIFE BOVAR des NABU und seiner Partner ist ein Förderprojekt der EU und wird durch die Mittel des EU-Umweltprogramms „Schwerpunkt Natur und Biodiversität“ gefördert.

 

Bilder zur ausschließlichen Verwendung für diesen Artikel finden Sie HIER

 

Für die Presse bieten wir zu aktuellen Ereignissen und Meldungen Bilder und Texte zum Download an. Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema veröffentlicht werden, mit dem sie in Verbindung stehen und müssen mit einem ungekürzten Urheberrechtsnachweis versehen sein, wie er jeweils an den Abbildungen angeben ist.

Recommended Posts
Ausbildung im WaldWurmfarn