Uralte, spreuschuppige Preziose

 In Forstamt Oldendorf, Regionale Presseregion Mitte

Uralte, spreuschuppige Preziose

 

(Hameln) Der Spreuschuppige Wurmfarn (Dryopteris affinis agg.) ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Farn. Christian Weigel, Forstamtsleiter des Forstamtes Oldendorf, ist ein Experte, wenn es um die Botanik geht: „Zufällig während der Arbeit im Wald entdeckte ich den Spreuschuppigen Wurmfarn mit etwa 40 Exemplaren bei Hameln.  Die Art lebt in Wäldern auf feuchten, kalkarmen Böden in luftfeuchten Lagen. Es handelt sich um eine subatlantische Art, die vor allem im Bergland wächst“, erklärt Weigel.

Was dem Waldbesucher kaum aufgefallen wäre, ist für den Fachmann nahe an einer Sensation: Es ist der erste Fund im Bereich des Forstamtes Oldendorf. Nach Auskunft des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) soll es im Landkreis Hameln nur 3 kleine Bereiche mit dieser Art geben.

„Der Spreuschuppige Wurmfarn ist dem Männlichen Wurmfarn sehr ähnlich, überwintert aber grün, während der Männl. Wurmfarn meist (allerdings nicht immer) im Winter gelb wird und die Wedel am Boden liegen. Durch das satte Grün wurde ich erst auf den Farn im vergangenen Winter aufmerksam und konnte ihn schnell als den von mir oft gesuchten Spreuschuppigen Wurmfarn identifizieren. Mittlerweile steht der Farn in voller Pracht“, so Weigel.

 

Bestimmungstechnisch ist wichtig, dass die Fieder am Ansatz der Spindel blauschwarz gefärbt sind. Der Name wissenschaftliche Name „Dryopteris affins“ bezeichnet eine Sammelart, die in zahlreiche Kleinarten zerfällt. Nach der Bestimmungsliteratur dürfte es sich bei den gefundenen Pflanzen um die Nominatrasse „affinis“ handeln. Der Farn ist nach der einschlägigen Literatur nur im Harz und im Süntel nachgewiesen. „Allerding erinnere ich mich an den Fund einer Pflanze im Forstamt Stauffenburg in den 90er Jahren“, blickt Fachmann Weigel zurück.

 

Farne sind uralte Pflanzen und zu Zeiten der Dinosaurier hatten sie baumähnliche Ausmaße. Heutzutage sind sie, zumindest hier in Deutschland winzig klein bis etwas über mannshoch. In Mitteleuropa kommen gute 100 Farnarten vor.

 

 

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