50 Jahre altes Rothirschgeweih ziert das Forsthaus Papenkamp

 In Forstamt Grünenplan, Regionale Presseregion Mitte

50 Jahre altes Rothirschgeweih ziert das Forsthaus Papenkamp

(Grünenplan) Nach etwa 50 Jahren kehren Geweihstangen eines Rothirschs zur Försterei Papenkamp der Niedersächsischen Landesforsten zurück. Die geschichtsträchtigen Artefakte zieren nun den Giebel der Försterei Papenkamp.

Es ist der Kopfschmuck eines ungeraden 14 Enders – ein Rothirsch mit 15 Sprossen an seinem Geweih – welcher nun die Front der Revierförsterei Papenkamp schmückt. Das Geweih warf dieser stattliche Hirsch vor rund 50 Jahren ab. Nun schmückt es – aufgesetzt auf einen künstlichen Schädel – den Giebel der Försterei Papenkamp.

„Die Brunft der Rothirsche ist nun schon vorbei, das Röhren der stattlichen Tiere ist verstummt und das Geweih wird allmählich nutzlos für die Tiere. Sie haben alles gegeben und erholen sich nun von den Strapazen der Paarungszeit. Der Februar, früher auch Hornung genannt, ist der Monat, in dem die Rothirsche ihren Kopfschmuck fallen lassen. So wird auch dieser Hirsch vor 50 Jahren hier in der Gegend sein Bestes gegeben haben und den darauffolgenden Februar sich seines Geweihs entledigt haben,“ erklärt Jessica Damast, Revierleiterin der Försterei Papenkamp im Forstamt Grünenplan.

Winfried Dietterle übergab die Abwurfstangen kürzlich der Försterin und erzählt die Geschichte, die dahintersteckt: „Meine Großeltern waren mit dem Wald und der Natur sehr verbunden und hatten eine Leidenschaft für das Sammeln. Ob Pilze, Beeren oder was immer der Wald hergab, wussten sie zu nutzen. So fanden sie im Wald die erste Stange des ungeraden 14 Enders,“ erzählt Dietterle, Enkel von Elsbeth und Ernst Sürig, welche das Geweih einst fanden.

„Nach dem Fund der ersten beachtlichen Abwurfstange wollten sie unbedingt die zweite Stange des Hirsches finden, diese wird in der Regel kurz nach der ersten Stange abgeworfen“, so Dietterle weiter.

Das Aufsuchen und Aneignen von Abwurfstangen war und ist rechtlich gesehen  Wilderei, doch das „Jagdfieber“ packte die Sürings und sie suchten die zweite Stange unermüdlich. Der damalige Förster der Region bekam schnell Wind von der Sache und wies die Sürings darauf hin, dass das Aneignen von Geweihstangen verboten sei. Er forderte, dass die Geweihstangen abgegeben werden sollten.

Dietterle erinnert sich an die Erzählungen um die Suche nach den Geweihstangen, die sich damals unter der Hand verbreiteten: „Nach etlichen Wochen der Suche mit hohem Aufwand, fanden sie auch die zweite Stange. Die Freude war groß und die Stangen des ungeraden 14-Enders wurden anschließend an prominenter Stelle auf der Schrankwand meiner Großeltern positioniert und die Geschichte verbreitete sich in der Umgebung“, so Dietterle.

Wohl wissend, dass sie die Stangen abgeben müssten, behielten Sürings die Stangen, die mit der Zeit aber mehr und mehr in Vergessenheit gerieten.

„Beim Aufräumen meiner Werkstatt tauchten die beiden Abwurfstangen des Hirsches wieder auf und für mich war der beste Ort für diese Artefakte das Forstamt oder die Försterei und so freut es mich, dass die Stangen nun nach 50 Jahren die Försterei Papenkamp zieren. Denn in der dortigen Umgebung zog dieser Hirsch vor 50 Jahren durch die Wälder“, freut sich Dietterle.

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